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Ausgabe von 06:00 CETSamstag, 8. August 2026
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Donnerstag, 23. April 2026

98 Prozent grüne Versprechen: Wie Fleisch- und Milchkonzerne die Klimabilanz schönen

Der jüngste Vorstoß der weltgrößten Fleischproduzenten, ihre Klimabilanz aufzubessern, entpuppt sich als systematische Täuschung. Eine am Mittwoch in der Fachzeitschrift „Plos Climate“ veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass 98 Prozent der Umweltversprechen der führenden Unternehmen der Branche als Greenwashing zu werten sind. Die Forscherinnen von der University of Miami und anderen Hochschulen analysierten die Nachhaltigkeitsberichte von 33 Konzernen, darunter JBS, Tyson und Cargill, und fanden kaum Belege für konkrete Maßnahmen.

Aus Washingtoner Sicht steht diese Praxis im Widerspruch zu den Ankündigungen der Unternehmen, die etwa mit ganzseitigen Anzeigen in der „New York Times“ ihre Netto-Null-Ziele bis 2040 bewarben, ohne einen glaubwürdigen Fahrplan vorzulegen. Die Emissionen allein der fünf größten Firmen – JBS, Marfrig, Tyson, Minerva und Cargill – beliefen sich 2023 auf schätzungsweise 496 Millionen Tonnen Treibhausgase, mehr als die von Chevron, Shell oder BP. Die Fleisch- und Milchwirtschaft verursacht nach Angaben der Vereinten Nationen 57 Prozent der gesamten lebensmittelbedingten Emissionen, der Milchsektor allein vier Prozent der globalen Treibhausgase.

Angesichts dieser Dimensionen wirken die leeren Versprechen besonders gravierend. Beobachter in Brüssel sehen darin eine erhebliche Hürde für die europäischen Klimaziele, auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz, wo der Pro-Kopf-Verbrauch von Milch und Fleisch vergleichsweise hoch ist. Allerdings zeichnet sich eine technische Lösung ab.

Eine von Tetra Pak in Auftrag gegebene und vom Carbon Trust unabhängig geprüfte Studie belegt, dass mit der Modernisierung bestehender Verarbeitungslinien die Treibhausgasemissionen um bis zu 49 Prozent gesenkt werden könnten. Die Effizienzgewinne bei Energie, Wasserverbrauch und Produktverlusten seien konservativ geschätzt und erforderten keine vollständigen Kapitalersatzinvestitionen. Dieser Befund weist auf einen praktikablen Weg hin, der auch für die Molkereien in den Alpenländern interessant sein dürfte.

Dennoch bleibt die Lücke zwischen technologischer Möglichkeit und unternehmerischer Realität groß. Aus Sicht von Klimaforschern ist der Hebel individueller Konsumentscheidungen begrenzt, aber nicht wirkungslos. Die effektivste Maßnahme, die Privatpersonen ergreifen können, besteht in der Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums.

Während die Debatte über staatliche Regulierung an Schärfe gewinnt – in Berlin wird über verpflichtende Nachhaltigkeitskennzeichnung diskutiert –, zeigt die Forschung, dass ohne verbindliche Auflagen die grünen Versprechen der Großkonzerne wohl bloße Rhetorik bleiben werden.

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98 Prozent grüne Versprechen: Wie Fleisch- und Milchkonzerne die Klimabilanz schönen

Der jüngste Vorstoß der weltgrößten Fleischproduzenten, ihre Klimabilanz aufzubessern, entpuppt sich als systematische Täuschung. Eine am Mittwoch in der Fachzeitschrift „Plos Climate“ veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass 98 Prozent der Umweltversprechen der führenden Unternehmen der Branche als Greenwashing zu werten sind. Die Forscherinnen von der University of Miami und anderen Hochschulen analysierten die Nachhaltigkeitsberichte von 33 Konzernen, darunter JBS, Tyson und Cargill, und fanden kaum Belege für konkrete Maßnahmen.

Aus Washingtoner Sicht steht diese Praxis im Widerspruch zu den Ankündigungen der Unternehmen, die etwa mit ganzseitigen Anzeigen in der „New York Times“ ihre Netto-Null-Ziele bis 2040 bewarben, ohne einen glaubwürdigen Fahrplan vorzulegen. Die Emissionen allein der fünf größten Firmen – JBS, Marfrig, Tyson, Minerva und Cargill – beliefen sich 2023 auf schätzungsweise 496 Millionen Tonnen Treibhausgase, mehr als die von Chevron, Shell oder BP. Die Fleisch- und Milchwirtschaft verursacht nach Angaben der Vereinten Nationen 57 Prozent der gesamten lebensmittelbedingten Emissionen, der Milchsektor allein vier Prozent der globalen Treibhausgase.

Angesichts dieser Dimensionen wirken die leeren Versprechen besonders gravierend. Beobachter in Brüssel sehen darin eine erhebliche Hürde für die europäischen Klimaziele, auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz, wo der Pro-Kopf-Verbrauch von Milch und Fleisch vergleichsweise hoch ist. Allerdings zeichnet sich eine technische Lösung ab.

Eine von Tetra Pak in Auftrag gegebene und vom Carbon Trust unabhängig geprüfte Studie belegt, dass mit der Modernisierung bestehender Verarbeitungslinien die Treibhausgasemissionen um bis zu 49 Prozent gesenkt werden könnten. Die Effizienzgewinne bei Energie, Wasserverbrauch und Produktverlusten seien konservativ geschätzt und erforderten keine vollständigen Kapitalersatzinvestitionen. Dieser Befund weist auf einen praktikablen Weg hin, der auch für die Molkereien in den Alpenländern interessant sein dürfte.

Dennoch bleibt die Lücke zwischen technologischer Möglichkeit und unternehmerischer Realität groß. Aus Sicht von Klimaforschern ist der Hebel individueller Konsumentscheidungen begrenzt, aber nicht wirkungslos. Die effektivste Maßnahme, die Privatpersonen ergreifen können, besteht in der Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums.

Während die Debatte über staatliche Regulierung an Schärfe gewinnt – in Berlin wird über verpflichtende Nachhaltigkeitskennzeichnung diskutiert –, zeigt die Forschung, dass ohne verbindliche Auflagen die grünen Versprechen der Großkonzerne wohl bloße Rhetorik bleiben werden.

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