
Argentiniens Milei bekräftigt im Israel-Besuch Kampf gegen Iran und schließt strategische Allianz
Argentiniens Präsident Javier Milei hat während seines dritten Besuches in Israel seit Amtsantritt eine klare Frontstellung bezogen. An der Seite von Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte er, der gemeinsame Krieg der USA und Israels gegen den Iran sei „das Richtige“. Diese ungewöhnlich scharfe Rhetorik eines lateinamerikanischen Staatschefs untermauerte Milei durch die Unterzeichnung der sogenannten Isaac Accords, einer strategischen Partnerschaft, die Sicherheitszusammenarbeit und Kooperation im Bereich Künstliche Intelligenz vorsieht. Zudem kündigten beide Länder Direktflüge zwischen Tel Aviv und Buenos Aires an, während die bereits avisierte Verlegung der argentinischen Botschaft nach Jerusalem offenbar vorerst aufgeschoben wurde.
Aus israelischer und Washingtoner Sicht kommt Mileis Besuch zu einem geopolitisch günstigen Zeitpunkt. Netanyahu wertete den Vorstoß als Teil einer Rückkehr Lateinamerikas zum „Bündnis der Freiheit“, nachdem die Region unter linken Regierungen oft distanziert bis feindselig gegenüber Israel agiert hatte. Die Isaac Accords, ein bewusster Verweis auf die Abraham-Abkommen von 2020, zielen darauf ab, Israels diplomatischen Ring zu erweitern und gleichzeitig den Druck auf den Iran zu erhöhen. Argentinien hatte zuvor bereits die Islamischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft, was die Linie der USA und Israels vollständig übernimmt.
Beobachter in Teheran werden diese Entwicklung mit großer Sorge verfolgen. Argentinien ist Schauplatz unaufgeklärter terroristischer Anschläge in der Vergangenheit, die dem Iran und der Hisbollah zugeschrieben werden. Mileis eindeutige Parteinahme für Washington und Tel Aviv stellt nicht nur eine diplomatische Brüskierung dar, sondern könnte den lateinamerikanischen Kontinent zu einem neuen Schauplatz des latenten Konflikts zwischen Iran und seinen Gegnern machen. Die strategischen Abkommen umfassen auch Sicherheitsaspekte, was eine intensivierte nachrichtendienstliche und mögliche militärische Zusammenarbeit impliziert.
Für die deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz, die traditionell auf Ausgewogenheit und Dialog im Nahost-Konflikt setzen, stellt Mileis Kurs einen beunruhigenden Präzedenzfall dar. Sollten weitere Staaten in der Region, etwa unter dem Einfluss der USA, dem Beispiel folgen, würde sich die internationale Frontenbildung verhärten und der Spielraum für europäische Vermittlungsdiplomatie weiter schrumpfen. Zudem birgt die geplante Botschaftsverlegung nach Jerusalem, selbst wenn sie aktuell pausiert, langfristig Konfliktstoff, da sie im Widerspruch zur gemeinsamen EU-Position und zur Zwei-Staaten-Lösung steht.
Vorausschauend dürfte Mileis radikaler außenpolitischer Schwenk die politischen Gräben in Lateinamerika vertiefen, wo Länder wie Brasilien oder Mexiko eine neutralere Haltung bevorzugen. Die Annäherung Argentiniens an Israel und die USA unter dem Banner eines anti-iranischen Kreuzzuges signalisiert eine Rückkehr zur Blockpolitik des Kalten Krieges. Ob diese Allianz von Dauer ist, hängt nicht zuletzt von der innenpolitischen Stabilität Argentiniens unter Mileis umstrittenem Reformkurs ab. Für Europa, insbesondere für Deutschland als wichtigen Partner beider Seiten, wird es zunehmend schwieriger, in einer polarisierten Welt eine vermittelnde Rolle zu wahren.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.50 | aligned |
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| Arabische Golfpresse | +0.60 | aligned |
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
Bei seinem dritten Besuch in Israel festigte Präsident Milei die strategische Allianz und nannte den gemeinsamen US-israelischen Feldzug gegen den Iran 'das Richtige'. Die Unterzeichnung der Isaak-Abkommen wird als pragmatischer Schritt dargestellt, um die Sicherheitsbeziehungen zwischen Israel und Lateinamerika angesichts der Spannungen mit Teheran auszuweiten.
Die Golfmedien begrüßen Mileis Erklärung und sehen in der Allianz mit Israel und der Unterstützung des Krieges gegen den Iran eine Stärkung der anti-iranischen Front. Die Isaak-Abkommen werden als Instrument gefeiert, um Teheran zu isolieren und die Sicherheitskooperation auf neue lateinamerikanische Partner auszuweiten – in einem Klima erhöhter regionaler Alarmbereitschaft.
Iranische Medien verurteilen Mileis Besuch als feindselige Provokation, die Argentinien mit der zionistisch-imperialistischen Front gleichschaltet, welche die iranische Souveränität bedroht. Die Einstufung der Revolutionsgarden als 'Terroristen' und die Kriegsbefürwortung werden als aggressive Akte gebrandmarkt, während die Isaak-Abkommen als Komplott zur Einkreisung der Islamischen Republik dargestellt werden.
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