
Arsenal kehrt nach 20 Jahren ins Champions-League-Finale zurück – Saka entscheidet Halbfinale gegen Atlético Madrid
Dank eines Tores von Bukayo Saka kurz vor der Pause besiegt Arsenal Atlético Madrid mit 1:0 und steht erstmals seit 2006 wieder im Endspiel der Königsklasse. Der Gegner wird zwischen Bayern München und Paris Saint-Germain ermittelt.
Zwanzig Jahre nach der ersten und bislang einzigen Finalteilnahme hat der FC Arsenal wieder die Bühne des europäischen Spitzenfußballs erreicht. Durch ein 1:0 (1:0) im Halbfinalrückspiel gegen Atlético Madrid sicherten sich die Londoner am Dienstagabend im Emirates Stadium den Einzug ins Endspiel der Champions League. Das goldene Tor erzielte Kapitän Bukayo Saka in der 44. Minute, als er einen abgewehrten Schuss von Leandro Trossard aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Nach dem 1:1 im Hinspiel in Madrid reichte den Gunners dieser knappe Vorsprung, um sich mit einem Gesamtergebnis von 2:1 gegen die disziplinierte spanische Mannschaft durchzusetzen.
Der Triumph ist das vorläufige Ergebnis einer beharrlichen defensiven Stabilität. Arsenal hat in dieser Saison in der Champions League erst sechs Gegentore kassiert und in den drei K.o.-Runden zu Hause keinen Treffer zugelassen. Der deutsche Nationalspieler Kai Havertz, der wegen einer Muskelverletzung nicht eingesetzt werden konnte, verfolgte das Geschehen von der Bank aus – ein Ausfall, der die Tiefe des Kaders unterstreicht, die Mikel Arteta aufgebaut hat. Aus Madrider Sicht überwog hingegen die Frustration über verpasste Chancen. Trainer Diego Simeone, der in seiner 15-jährigen Amtszeit zum dritten Mal den Einzug ins Finale verpasste, zeigte sich nach der Partie zwar „in Frieden“ mit der Leistung seiner Mannschaft, doch die mangelnde Durchschlagskraft im Abschluss – insbesondere die vergebenen Großchancen von Alexander Sörloth in der Schlussphase – sowie zwei nicht gegebene Strafstöße sorgten für anhaltende Diskussionen.
Die Bedeutung dieses Erfolgs reicht über den reinen Finaleinzug hinaus. Arsenal führt die Premier League mit drei Spielen Vorsprung an und steht nach dem Unentschieden von Manchester City gegen Everton am Montag vor der historischen Chance auf das erste Double seit 2002. Aus Londoner Perspektive ist der Weg nach Budapest – wo am 30. Mai im Puskás-Stadion gespielt wird – die Krönung einer Saison, die unter dem Zeichen des Aufbruchs steht. Thierry Henry, der die Gunners 2006 im Finale von Paris verlor, sprach von einem „völlig anderen Niveau“ im Vergleich zur legendären „Invincibles“-Mannschaft. Für den deutschsprachigen Raum ist die Konstellation besonders reizvoll: Sollte Bayern München am Mittwoch nach der 4:5-Hinspielniederlage gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain das Blatt noch wenden, stünde ein Endspiel zwischen dem englischen Meister und dem deutschen Rekordmeister bevor – eine Neuauflage des dramatischen Viertelfinales von 2024, die in München und Wien gleichermaßen verfolgt würde. Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich für Arsenal der Traum von der ersten „Orejona“ erfüllt oder ob ein deutsches Team die europäische Krone erobert.
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