
Australien kämpft gegen schwerste Diphtherie-Welle seit 1991
Mehr als 220 Fälle, ein Todesopfer, ein Viertel der Erkrankten im Krankenhaus – der Ausbruch der impfpräventablen Krankheit offenbart gefährliche Impflücken.
Australien erlebt derzeit den schwersten Diphtherie-Ausbruch seit Beginn der nationalen Aufzeichnungen im Jahr 1991. Mehr als 220 Fälle der hochansteckenden bakteriellen Infektion wurden allein in diesem Jahr gemeldet, ein Großteil davon im Northern Territory. Ein 25-Jähriger starb, etwa ein Viertel der Erkrankten musste stationär behandelt werden. Gesundheitsminister Mark Butler sprach von einer „sehr ernsten Lage“ und betonte, die Fallzahl liege rund 30-mal über dem Fünfjahresdurchschnitt.
Die Bundesregierung hat ein Notfallpaket in Höhe von mehr als sieben Millionen Dollar geschnürt, um die Impfkampagnen vor allem in abgelegenen indigenen Gemeinschaften zu verstärken. Dort konzentriert sich der Ausbruch – rund 60 Prozent der Fälle entfallen auf das Northern Territory, weitere auf Western Australia, South Australia und Queensland. Die Impfraten bei Kindern sind auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen, wie die australische Ärztekammer warnt. Dabei ist Diphtherie durch eine vollständige Impfung vermeidbar.
Besonders besorgniserregend ist das Versagen der Gesundheitsbehörden im Northern Territory, wie eine Analyse zeigt. In abgelegenen Outback-Gemeinden breitet sich die Krankheit aus, während die lokale Verwaltung als abwesend kritisiert wird. Fast die Hälfte der Infizierten sind Erwachsene zwischen 25 und 44 Jahren – eine Altersgruppe, in der der Impfschutz oft nachlässt.
Der Ausbruch ist auch ein Weckruf für Europa. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sinken die Impfquoten bei bestimmten Impfungen ebenfalls, und importierte Fälle von Diphtherie sind nicht ausgeschlossen. Die australischen Erfahrungen zeigen, wie schnell eine impfpräventable Krankheit zurückkehren kann, wenn die Durchimpfungsrate nachlässt.
Butler warnte vor einem weiteren Anstieg der Fälle. Die jetzt ergriffenen Maßnahmen könnten die Welle stoppen, doch eine nachhaltige Erhöhung der Impfraten sei unerlässlich. Der Ausbruch unterstreicht die Notwendigkeit, Impfkampagnen auch in wohlhabenden Ländern kontinuierlich zu pflegen.
| Südostasiatische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
The Indonesian outlet reports on Australia's largest diphtheria outbreak in decades with a focus on the government's emergency health package. The tone is factual but conveys the health minister's concern, emphasizing the scale of the outbreak relative to previous years.
Anglosphere media portray the diphtheria outbreak as a crisis driven by falling vaccination rates, particularly affecting Indigenous communities. Some outlets criticize local health authorities for inadequate response, while others highlight the federal government's emergency funding, framing the situation with a sense of urgency and blame.
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