
Azteca-Stadion im Fokus: Mexiko feiert dritte WM-Eröffnung unter strenger Bewachung
Während Tausende das legendäre Stadion stürmten, füllten sich landesweit Fan-Feste bis auf den letzten Stehplatz – die erste WM mit 48 Teams begann mit historischen Reminiszenzen.
Die 23. Fußball-Weltmeisterschaft nahm an diesem Donnerstag, dem 11. Juni 2026, vor den Toren der mexikanischen Hauptstadt ihren Anfang – und schrieb gleich doppelt Geschichte. Das Azteca-Stadion, jener mythische Koloss von Santa Úrsula, wurde zum ersten Austragungsort, der drei WM-Eröffnungen erlebte, nach 1970 und 1986. Bereits in den frühen Morgenstunden wälzte sich ein Meer aus grünen Trikots durch die Straßen; rund 80.000 Zuschauer sollten später die aufwendige Zeremonie mit Shakira, Burna Boy und Lila Downs bejubeln, bevor der Anpfiff zum Spiel Mexiko gegen Südafrika ertönte. Doch die Vorfreude bewegte sich im Korsett massiver Sicherheitsvorkehrungen: Die sogenannte «Letzte Meile» wurde von Hunderten Einsatzkräften kontrolliert, und viele Fans mussten lange Sperrzonen durchschreiten, um ins Stadion zu gelangen – ein Vorgeschmack auf die Herausforderungen dieses Megaevents.
Während im Stadion die Prominenz Platz nahm, verwandelten sich die öffentlichen Plätze des Landes in brodelnde Fiebertempel. Das FIFA Fan Fest auf dem Zócalo, dem Herz der Hauptstadt, war schon eine Stunde vor Spielbeginn restlos gefüllt; die Regierungschefin Clara Brugada hatte zuvor persönlich die Öffnung gegen vereinzelte Proteste durchgesetzt. In Guadalajara trotzte man dem morgendlichen Regen und füllte die Plaza Liberación bis auf den letzten Platz, wie das eigens eingerichtete Monitoring-System vermeldete. Ähnliche Bilder aus Monterrey, wo der Parque Fundidora zum kollektiven Wohnzimmer wurde. Diese landesweite Mobilisierung spiegelte eine geeinte Nation wider, die nach Jahren der Vorbereitung endlich Gastgeberin des mit Spannung erwarteten Turniers wurde.
Sportlich knüpfte die Eröffnungspartie an eine denkwürdige Vorgeschichte an: Vor genau sechzehn Jahren hatten Mexiko und Südafrika bereits die WM 2010 mit einem 1:1 eröffnet; nun wiederholte sich das Duell im Zeichen einer grundlegend veränderten Fußballwelt. Mit 48 Mannschaften und 104 Spielen ist dies die größte Endrunde aller Zeiten, ein Abbild der globalisierten Ambitionen des Weltverbands. Die brasilianische Schiedsrichtercrew um Wilton Pereira Sampaio leitete das Spiel, während Trainer Javier Aguirre auf eine bewährte Elf setzte – die Hoffnungen eines ganzen Landes ruhten auf Schultern, die bereits 2010 die Last trugen. Für Beobachter aus Europa, insbesondere aus dem deutschsprachigen Raum, war es der Auftakt zu einem Turnier, das durch seine schiere Größe und die Verteilung auf drei Gastgeberländer neue Maßstäbe setzt.
Mit dem Schlusspfiff begann nicht nur ein einziges Spiel, sondern ein Monat, der den Planeten in Atem halten wird. Die organisatorischen Bewährungsproben des Eröffnungstages – von der Lenkung der Fanströme bis zur Wahrung der Sicherheit – geben einen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen. Die mexikanische Hauptstadt, aber auch die Co-Gastgeber in den USA und Kanada stehen vor der Aufgabe, die Euphorie zu kanalisieren und gleichzeitig die Kontrolle zu behalten. Die Welt blickt nun auf ein Fußballfest, das historische Dimensionen hat und doch ganz im Zeichen des Moments steht: der erste Ball rollt, und die Träume von 48 Nationen nehmen Fahrt auf.
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