
Bellingham verwirft eigene Prämierung – England müht sich zu torlosem Remis gegen Ghana
Jude Bellingham nannte die Auszeichnung als Spieler des Spiels unverdient, während England an Ghanas Fünferkette scheiterte und der Mittelfeldspieler dennoch einen Altersrekord für Länderspiele aufstellte.
Als der Schlusspfiff im Boston Stadium das torlose 0:0 zwischen England und Ghana besiegelte, trat Jude Bellingham vor die Kameras der FIFA und tat etwas, das im modernen Fußball selten geworden ist: Er wies die ihm soeben verliehene Trophäe für den Spieler des Spiels öffentlich zurück. „Um ehrlich zu sein, ich habe es nicht verdient“, sagte der 22-Jährige, „die Auszeichnung hätte an einen ihrer Jungs gehen sollen, die so gut verteidigt haben.“ Der Mittelfeldspieler von Real Madrid, der im ersten Gruppenspiel gegen Kroatien noch als Torschütze geglänzt hatte, fand gegen das kompakte ghanaische Abwehrbollwerk kaum Räume und haderte mit der eigenen Leistung – und doch schrieb er an diesem Abend Geschichte.
Die Partie selbst war eine Lehrstunde in defensiver Disziplin. Ghana, von englischen Beobachtern als „5-4-1 ohne Ball, sehr kompakt“ beschrieben, zog sich in eine tiefe, gestaffelte Formation zurück und erstickte das Angriffsspiel der Three Lions über weite Strecken. Englands Co-Trainer Anthony Barry konstatierte in der Halbzeitpause, die ghanaische Abwehrkette stehe „tief, tief, tief – wahrscheinlich tiefer, als wir erwartet hatten“. Tatsächlich produzierte die erste Hälfte als erste bei diesem Turnier keinen einzigen Torschuss aufs Gehäuse. Harry Kane, der in der Schlussphase die beste Chance der Engländer kläglich über das Tor jagte, sprach später von einem Abend, an dem er als Stürmer nur auf einen Abpraller wartete – und als er kam, brachte er den Ball nicht unter Kontrolle.
Aus Londoner Sicht verdichtete sich damit ein vertrautes Muster. Bellingham selbst sprach von „Second-Game-Fieber“ und verwies darauf, dass England nun zum vierten Mal in Folge bei einem großen Turnier das zweite Gruppenspiel unentschieden gestaltete. Declan Rice bemühte sich um Gelassenheit und erinnerte daran, dass zahlreiche Spitzennationen ebenfalls mit Remis gestartet seien. In Accra hingegen überwog der Stolz auf eine taktisch reife Leistung, auch wenn die Black Stars eine späte Elfmetersituation nach einem Kontakt zwischen Ezri Konsa und Prince Adu reklamierten, die der Schiedsrichter ungeahndet ließ. Mit nun jeweils vier Punkten liegen beide Teams in Gruppe L gleichauf.
Jenseits der kollektiven Frustration setzte Bellingham einen individuellen Meilenstein. Mit seinem 50. Länderspieleinsatz im Alter von 22 Jahren und 359 Tagen unterbot er Wayne Rooneys bisherige Bestmarke (23 Jahre, 159 Tage) und ist nun der jüngste englische Nationalspieler, der diese Schwelle erreicht hat. Der frühere Dortmunder, der den Rekord im Trikot der Three Lions feierte, steht damit sinnbildlich für eine Generation, von der in der Heimat viel erwartet wird – und die sich gegen tief stehende Gegner noch schwer tut.
Die Gruppe L bleibt vor dem letzten Spieltag offen. England trifft am Samstag auf Panama, Ghana misst sich mit Kroatien. Beide Kontrahenten haben den Einzug in die K.o.-Runde in der eigenen Hand, doch der Abend von Boston hat gezeigt, dass der Weg dorthin nicht allein über spielerische Dominanz führt.
| Subsaharisch-afrikanische Presse | 0.00 | neutral |
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| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | −0.10 | neutral |
Ghana showed that with discipline and organization you can stop a favorite. The draw is a moral and tactical victory.
It highlights the defensive performance as a conscious and successful choice, turning a negative result into a success.
It omits Bellingham's self-criticism and the narrative of England's 'second match syndrome'.
England hit an unexpected obstacle; Bellingham takes responsibility, but the result remains bitter.
It focuses on the player as an emblem of the moment, humanizing the disappointment and shifting attention from tactical analysis.
It fails to acknowledge Ghana's defensive merit or the possibility of a 'curse'.
Ghana won thanks to occult forces; England was defeated by superstition, not football.
It introduces a folkloric element to explain the result, turning the match into a story of cultural and mystical revenge.
It omits statistical data on possession and chances, and Bellingham's self-criticism.
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