
Brasiliens Präsidentschaftswahl: Lulas Vorsprung schmilzt in neuen Umfragen
Zwei am Mittwoch veröffentlichte Erhebungen zeigen ein sich verengendes Rennen zwischen Amtsinhaber Lula und Herausforderer Flávio Bolsonaro, während die Zustimmung zur Regierung knapp unter der 50-Prozent-Marke verharrt.
Die am 5. August publizierten Umfragen der Institute Genial/Quaest und Meio/Ideia zeichnen das Bild eines sich zuspitzenden Wahlkampfs in Brasilien. In der ersten Runde führt Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (PT) laut Quaest mit 39 Prozent (minus 1 Punkt) vor Senator Flávio Bolsonaro (PL) mit 30 Prozent (plus 2 Punkte). Meio/Ideia sieht Lula bei 43 Prozent und Bolsonaro bei 35 Prozent. In der Stichwahl verringert sich der Abstand: Quaest misst 44 zu 39 Prozent (zuvor 45 zu 37), Meio/Ideia 48,5 zu 43 Prozent. Beide Erhebungen wurden zwischen dem 31. Juli und 3. August durchgeführt; die Fehlertoleranz beträgt 2 (Quaest) beziehungsweise 2,5 Prozentpunkte (Meio/Ideia).
Die Bewertung der Regierung bleibt polarisiert. Bei Quaest halten sich Zustimmung (48 Prozent) und Ablehnung (47 Prozent) die Waage; Meio/Ideia weist 48,5 Prozent Zustimmung und 49 Prozent Ablehnung aus. Die Wahrnehmung von Lulas Reaktion auf die im Juli in Kraft getretene 25-prozentige US-Sonderabgabe auf brasilianische Produkte hat sich indes verschlechtert: 43 Prozent der von Quaest Befragten bewerten sie nun als schlecht, ein Anstieg um 7 Punkte gegenüber Mai.
Der Zugewinn für Flávio Bolsonaro wird von Felipe Nunes, dem Leiter von Quaest, auf zwei Faktoren zurückgeführt: die öffentliche Versöhnung mit seiner Stiefmutter Michelle Bolsonaro sowie die Empörung über das vom Obersten Gerichtshof (STF) verhängte Besuchsverbot bei seinem inhaftierten Vater Jair Bolsonaro. „Meine Lesart ist, dass sich die Rechte neu organisiert und der Anti-PT-Wähler Flávio wieder in Betracht zieht“, wird Nunes zitiert. In der Tat stieg die Wahlabsicht für den Senator im Lager der nicht-bolsonaristischen Rechten von 74 auf 81 Prozent. Gleichzeitig verlor Lula unter unabhängigen Wählern deutlich an Boden (von 40 auf 33 Prozent).
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor über interne Schwierigkeiten des Herausforderers berichtet, darunter den Konflikt mit Michelle Bolsonaro und eine Affäre um eine Tonaufnahme mit einem Bankier. Dass Flávio Bolsonaro nun wieder aufholt, deutet auf eine Konsolidierung des rechten Lagers hin, dem es trotz der Ablehnung durch Teile des mächtigen „Centrão“-Blocks gelingt, das anti-petistische Wählerpotenzial zu mobilisieren. Die nächsten richtungsweisenden Schritte sind die offizielle Bekanntgabe des Vizepräsidentschaftskandidaten durch Flávio Bolsonaro sowie die Fortsetzung des Wahlkampfs mit Blick auf den ersten Wahlgang im Oktober.
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
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| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
| Japanisch-koreanische Presse | 0.00 | neutral |
Die Umfragen sprechen für sich: Lula kommt voran, verliert aber an Schwung, während Flávio bei den nicht-bolsonaristischen rechten Wählern an Boden gewinnt.
Die Anhäufung von Daten aus mehreren Erhebungen erweckt den Eindruck einer objektiven und unvermeidlichen Momentaufnahme der Wahlrealität.
Die Vorwürfe der Einmischung von Trump und Milei sowie der Kontext der lateinamerikanischen Rechten werden nicht erwähnt, anders als in anderen Berichten.
Flávio Bolsonaro stützt sich auf das väterliche Image und die Rhetorik der globalen Rechten, doch die Zahlen und die Nachrichten verweigern ihm den Schwung.
Die ironische Überschrift und der kritische Ton schwächen die Ambitionen des Kandidaten ab, indem sie sie in einen Rahmen struktureller Schwäche setzen.
Die konkreten Daten zu Wahlabsichten und Ablehnungsquoten werden nicht genannt, was Raum für eine eher qualitative Erzählung lässt.
Lula kämpft an zwei Fronten: der Wahlurne und der ausländischen Einmischung durch Trump und Milei.
Indem der Wettbewerb als Kampf gegen ausländische Einmischung neu definiert wird, verlagert der Bericht die Aufmerksamkeit von inländischen Zahlen auf die internationale Politik.
Umfragedaten fehlen vollständig und werden durch einen Rahmen diplomatischer Anschuldigungen ersetzt.
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