
Schwerer Sturm in Chile fordert zehn Tote und löst Katastrophenzustand aus
Heftige Regenfälle in den sonst trockenen Nordregionen Chiles haben seit dem 15. Juli mindestens zehn Tote gefordert und den Katastrophenzustand ausgelöst.
Seit dem 15. Juli wütet ein schwerer Sturm in Chile, der besonders die sonst trockenen Nordregionen Coquimbo und Atacama trifft. Nach Angaben von Alicia Cebrián, der Direktorin des nationalen Notdienstes Senapred, sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, vier gelten als vermisst, 17 wurden verletzt. Über 100.000 Menschen sind infolge von überfluteten Straßen und unterbrochenen Verbindungen isoliert. Präsident José Antonio Kast verhängte am Montag den verfassungsmäßigen Katastrophenzustand für die Region Coquimbo und die Provinz Huasco in Atacama, um den Einsatz des Militärs und die beschleunigte Hilfe zu ermöglichen.
Der stellvertretende Innenminister Máximo Pavez bezeichnete die Niederschläge als „anormal und extrem“. In einer Stunde sei am Sonntag so viel Regen gefallen wie sonst in einem ganzen Monat. Arnaldo Zúñiga vom meteorologischen Dienst erklärte, Chile habe seit zwei Jahrzehnten keinen so ausgedehnten Sturm mit derart starken Regenfällen mehr erlebt.
Die materiellen Schäden sind erheblich. Offiziellen Angaben zufolge wurden über 1.100 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Die landwirtschaftlichen Verluste beziffert die Beratungsfirma Colliers auf rund 400 Millionen US-Dollar, vor allem durch überflutete Felder und zerstörte Bewässerungsinfrastruktur. Landesweit waren nach Angaben des Energieministeriums rund 150.000 Menschen ohne Strom. In Coquimbo führten Überschwemmungen und Erdrutsche zu Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung. In der Stadt Coquimbo stürzte während des Sturms ein Baukran auf Wohnhäuser; eine 13-Jährige wurde leicht verletzt. Der Bürgermeister kündigte eine Untersuchung an, ob die Baufirma die nötigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen habe.
Der Sturm hat mindestens zehn der 16 Regionen des Landes erfasst. Das Militär ist mit Traktoren und Hubschraubern im Einsatz, um eingeschlossene Bewohner zu retten. Die Suche nach den vier Vermissten dauert an. Die Regierung hat zudem die landwirtschaftliche und gesundheitliche Notlage in den betroffenen Gebieten ausgerufen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
| Arabische Golfpresse | +0.70 | aligned |
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