
Rekordstart für Spider-Man, Boykott gegen Produzent weitet sich aus
Der neue Spider-Man-Film bricht Kassenrekorde, während eine Boykottbewegung gegen den Produzenten Avi Arad in arabischen und westlichen Ländern wächst.
Am 4. August mieteten sich Zendaya und Tom Holland das gesamte Beaverbrook Hotel im englischen Surrey, um ihre Hochzeit nachzufeiern. Rund 200 Gäste, darunter Robert Downey Jr. sowie Timothée Chalamet mit Kylie Jenner, folgten der Einladung zu einem Fest, das nach Angaben des ‚Sun‘ umgerechnet rund 584.000 Euro kostete. Handys waren strikt verboten – weder Gäste noch Personal durften sie benutzen, wie eine Quelle dem Boulevardblatt sagte. Die Inszenierung einer abgeschirmten Privatheit passt zum Status des Paares, das derzeit die Kinos beherrscht.
Das Paar ist in der Hauptbesetzung von „Spider-Man: Brand New Day“ zu sehen. Der Film, der am 31. Juli in den nordamerikanischen Kinos startete, spielte am Eröffnungswochenende 360 Millionen Dollar ein – ein Rekord, der den bisherigen Bestwert von „Avengers: Endgame“ (357,7 Millionen) übertraf. Bereits am Dienstag überschritt das Werk die Milliardengrenze im weltweiten Einspielergebnis, am Donnerstag war es der erste Film der Geschichte, der innerhalb einer Woche 500 Millionen Dollar im Inland einnahm. Das laufende weltweite Ergebnis beziffert Forbes auf 1,216 Milliarden Dollar; für das zweite Wochenende rechnet das Branchenmagazin Deadline mit 135 bis 140 Millionen Dollar.
Der kommerzielle Erfolg steht in einem auffälligen Kontrast zu einer Bewegung, die sich gegen den Film richtet. In Jordanien, Libanon und Tunesien rufen Aktivisten zum Boykott auf. Der Grund ist der Produzent Avi Arad, dem eine Unterstützung der israelischen Regierung vorgeworfen wird. Die palästinensische Journalistin und Filmemacherin Bisan Ouda rief auf den sozialen Netzwerken zur Boykott auf; ihre Botschaft wurde tausendfach geteilt. Im Libanon fand die Kampagne besonderen Anklang. Die Aktivisten betonen, es gehe nicht um die Schauspieler oder die Handlung, sondern um die wirtschaftliche Wirkung auf den Produzenten. Der Boykott wird als kulturelle Erweiterung eines wirtschaftlichen und akademischen Boykotts verstanden.
Die Gegenbewegung bleibt nicht auf die arabische Welt beschränkt. Auch in den USA und in Europa verbreiten Aktivisten entsprechende Aufrufe. Derweil konkurriert „Spider-Man“ mit Christopher Nolans „Die Odyssee“, die am Donnerstag ebenfalls die Milliardengrenze überschritt. Während die Kinokassen eine ungebrochene Nachfrage signalisieren, zeigt die Boykottkampagne, wie sehr die Filmindustrie in politische Debatten verstrickt ist – die Wahl der Konsumenten wird zur politischen Aussage.
Das Bild der abgeschirmten Hochzeitsfeier in der englischen Landschaft bleibt dabei im Gedächtnis: Während dort Handys verboten waren, verbreiteten sich die Boykottaufrufe über ebendiese Kanäle in alle Welt. Die private Feier und der öffentliche Protest gehören zu demselben Phänomen – zwei Sphären, die sich um denselben Film drehen, ohne sich je zu berühren.
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.30 | aligned |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.80 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.80 | aligned |
| Russische & GUS-Presse | +0.40 | aligned |
Wir feiern die menschliche, märchenhafte Seite der Stars: Die heimliche Hochzeit ist die wahre Geschichte, die das Publikum verfolgen will, fern von Zahlen und Kontroversen.
Eine private Märchenerzählung wird aufgebaut, mit exklusiven Details und prominenten Gästen, um die Aufmerksamkeit von kommerziellen und politischen Fragen abzulenken.
Es verschweigt völlig die Kassenerfolge und die Boykottkampagne, die den Klatsch zu einer Randnotiz machen würden.
Wir weigern uns, Kunst von Politik zu trennen: Wer die Besatzung finanziert, darf nicht von unserem Geld profitieren. Volksmobilisierung ist die einzige Sprache, die die Mächtigen verstehen.
Der Boykott wird als moralische Pflicht universalisiert, indem ein einzelner Film mit einer Kette politischer Verantwortung verbunden wird und das Publikum aufgerufen wird, Akteur des Kampfes zu werden.
Es erwähnt nicht die Rekordeinnahmen des Films, denn der kommerzielle Erfolg würde die Vorstellung untergraben, dass die Kampagne ihr Ziel tatsächlich trifft.
Wir erleben einen außergewöhnlichen Erfolg, der die Gesundheit des kommerziellen Kinos beweist: Die Zahlen sprechen für sich und die Qualität des Films überzeugt.
Rekordzahlen und offizielle Aussagen werden betont, um eine Atmosphäre unvermeidlichen Triumphes zu schaffen und Marktanalyse in epische Erzählung zu verwandeln.
Es ignoriert die Boykottkampagne gegen den Produzenten, die eine unbequeme politische Variable in die Geschichte des reinen kommerziellen Erfolgs einbringen könnte.
Wir registrieren die wirtschaftliche Tatsache: Nolans Kino funktioniert weiterhin auf globaler Ebene, und die Zahlen bestätigen seine Stärke.
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Es ignoriert den Boykott und die Hochzeit der Stars und reduziert die Nachricht auf reine kommerzielle Leistung.
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