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Gesellschaft & KulturDienstag, 26. Mai 2026

Ferraris erste Elektro-Revolution: Luce spaltet die Gemüter und belastet die Börse

Mit dem fünfsitzigen Luce wagt Ferrari den Sprung ins vollelektrische Zeitalter. Der Preis von 550.000 Euro und das ungewohnte Design sorgen für Kontroversen – die Aktie fällt.

Exakt 79 Jahre nach dem ersten offiziellen Sieg eines Ferrari auf dem Circuit der Caracalla-Thermen hat der Sportwagenbauer aus Maranello am selben Ort in Rom sein erstes vollelektrisches Modell enthüllt – und damit ein historisches Kapitel aufgeschlagen, das die Börse vorerst mit Skepsis quittierte. Die Aktie des im Mailänder Leitindex notierten Unternehmens verlor im frühen Handel am Dienstag zeitweise bis zu acht Prozent an Wert, nachdem am Vorabend der Ferrari Luce präsentiert worden war. Aus Washingtoner Sicht spiegelte die Kursreaktion die Sorge wider, dass selbst eine Marke wie Ferrari die hohen Erwartungen an den Elektroauto-Markt nicht mühelos erfüllen könne, während Analysten in Mailand vor allem den stolzen Einstiegspreis von 550.000 Euro als Hemmschuh für eine breitere Nachfrage identifizierten.

Technisch bricht der Luce mit nahezu jeder Tradition des Cavallino Rampante. Erstmals bietet ein Ferrari fünf Sitzplätze, angetrieben von vier radnahen Elektromotoren mit einer Systemleistung von über 1.000 PS, die den Zweieinhalb-Tonner in 2,5 Sekunden auf Tempo 100 und auf über 310 km/h Spitze beschleunigen. Die vom früheren Apple-Designchef Jony Ive und seiner Agentur LoveFrom entworfene Karosserie trägt großflächig Glas und verzichtet bewusst auf die klassischen Proportionen eines Sportwagens. In sozialen Medien wurde das Design prompt verrissen, man verglich es mit einem Nissan Leaf. Aus Pekinger Beobachterkreisen hieß es, der Luce offenbare die Schwierigkeit, elektrische Tradition mit emotionaler Aufladung zu verbinden – ein Problem, das chinesische Hersteller mit aggressiver Preispolitik zu überspielen versuchten.

Während Konkurrenten wie Porsche und Lamborghini ihre Elektropläne zuletzt zurückgestutzt haben, hält Ferrari-Chef Benedetto Vigna an der Strategie fest, bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent vollelektrischer Modelle zu erreichen. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nannte Vigna den Luce ein „sich aufbäumendes Pferd – kein Elefant“ und betonte, dass Emotion und Ingenieurskunst auch ohne Verbrennermotor bestehen könnten. Für den deutschsprachigen Markt, in dem Schweizer Käufer umgerechnet rund 530.000 Franken zu zahlen hätten, bleibt der Wagen ein Prestigeprojekt; das Stuttgarter und Münchner Luxussegment beobachtet Ferraris Wette auf eine exklusive Elektro-Nische mit einer Mischung aus Respekt und Sorge um die eigene Positionierung.

Staatspolitisch wurde Luce am Tag nach der Präsentation ins Quirinal gebracht, wo Präsident Sergio Mattarella am Steuer Platz nahm – ein Symbol für den industriepolitischen Stellenwert des Projekts in Italien. Doch die entscheidende Frage lautet, wie viele Kunden tatsächlich bereit sind, für eine batterieelektrische Ferrari-Familienlimousine diesen Preis zu zahlen. Aus Mailänder Finanzkreisen verlautet, der Luce werde im Modellmix ein Nischenangebot bleiben, dessen Erfolg sich nicht an der Börsenreaktion, sondern an den konkreten Bestelleingängen der kommenden Monate messen lasse. Ferrari selbst sieht darin keinen Traditionsbruch, sondern einen evolutionären Schritt, mit dem die Marke das Versprechen der „Licht“-Metapher einlösen will – eine neue emotionale Ära des Automobilbaus.

Divergenz — wer erzählt sie wie
33%Mittel
3 Blöcke · Positionen von −0.30 bis +0.50
KritischWohlwollend
ATLEURRUS
Abweichung zwischen Presseblöcken
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.30critical
Kontinentaleuropäische Presse+0.50aligned
Russische & GUS-Presse0.00neutral
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.30

The unveiling of Ferrari's first EV, Luce, has been met with skepticism over its unconventional design from former Apple designer Jony Ive. While the car boasts impressive specs, the market reacted negatively, with shares dropping significantly. Critics and social media users have been quick to mock the polarizing styling, questioning whether Ferrari can win over EV buyers.

SkepsisAlarm
Kontinentaleuropäische Presse+0.50

Ferrari celebrated the historic debut of its first fully electric model, Luce, in Rome, highlighting the brand's continued innovation and Italian pride. Despite some controversy over the design, the focus remains on the technical prowess and the symbolic choice of location. The stock dip is seen as a temporary adjustment, not a reflection of the car's long-term potential.

TriumphPragmatismus
Russische & GUS-Presse0.00

Ferrari's first electric car, Luce, designed by former Apple designer Jony Ive, has been unveiled at a price of €550,000. The car's controversial appearance has sparked debate, but the focus is on its technical specifications and the start of deliveries next year. The reaction on the stock market is noted but not emphasized.

DistanzPragmatismus
Aktuell
Pradhan rechtfertigt Rücktritt mit Irreführung der Gen Z·Iran knüpft Öffnung der Straße von Hormus an vollständige Annahme seiner Bedingungen·Ecuador klagt sieben Personen wegen Mordes an Präsidentschaftskandidaten an·KI-Agenten griffen in britischem Sicherheitstest zu Täuschung und Social Engineering·Huthi reklamieren Drohnenangriff auf Raffinerie in Dschisan – Riad meldet gelöschten Brand·Mounts frühes Aus trübt Uniteds Remis gegen Paris Saint-Germain·Dwayne Johnson und die nächtlichen Gespräche über das Scheitern von Moana·Selenskyj: Produktion von Patriot-Raketen in der Ukraine würde mindestens ein Jahr dauern·Pradhan rechtfertigt Rücktritt mit Irreführung der Gen Z·Iran knüpft Öffnung der Straße von Hormus an vollständige Annahme seiner Bedingungen·Ecuador klagt sieben Personen wegen Mordes an Präsidentschaftskandidaten an·KI-Agenten griffen in britischem Sicherheitstest zu Täuschung und Social Engineering·Huthi reklamieren Drohnenangriff auf Raffinerie in Dschisan – Riad meldet gelöschten Brand·Mounts frühes Aus trübt Uniteds Remis gegen Paris Saint-Germain·Dwayne Johnson und die nächtlichen Gespräche über das Scheitern von Moana·Selenskyj: Produktion von Patriot-Raketen in der Ukraine würde mindestens ein Jahr dauern·
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Dienstag, 26. Mai 2026

Ferraris erste Elektro-Revolution: Luce spaltet die Gemüter und belastet die Börse

Mit dem fünfsitzigen Luce wagt Ferrari den Sprung ins vollelektrische Zeitalter. Der Preis von 550.000 Euro und das ungewohnte Design sorgen für Kontroversen – die Aktie fällt.

Exakt 79 Jahre nach dem ersten offiziellen Sieg eines Ferrari auf dem Circuit der Caracalla-Thermen hat der Sportwagenbauer aus Maranello am selben Ort in Rom sein erstes vollelektrisches Modell enthüllt – und damit ein historisches Kapitel aufgeschlagen, das die Börse vorerst mit Skepsis quittierte. Die Aktie des im Mailänder Leitindex notierten Unternehmens verlor im frühen Handel am Dienstag zeitweise bis zu acht Prozent an Wert, nachdem am Vorabend der Ferrari Luce präsentiert worden war. Aus Washingtoner Sicht spiegelte die Kursreaktion die Sorge wider, dass selbst eine Marke wie Ferrari die hohen Erwartungen an den Elektroauto-Markt nicht mühelos erfüllen könne, während Analysten in Mailand vor allem den stolzen Einstiegspreis von 550.000 Euro als Hemmschuh für eine breitere Nachfrage identifizierten.

Technisch bricht der Luce mit nahezu jeder Tradition des Cavallino Rampante. Erstmals bietet ein Ferrari fünf Sitzplätze, angetrieben von vier radnahen Elektromotoren mit einer Systemleistung von über 1.000 PS, die den Zweieinhalb-Tonner in 2,5 Sekunden auf Tempo 100 und auf über 310 km/h Spitze beschleunigen. Die vom früheren Apple-Designchef Jony Ive und seiner Agentur LoveFrom entworfene Karosserie trägt großflächig Glas und verzichtet bewusst auf die klassischen Proportionen eines Sportwagens. In sozialen Medien wurde das Design prompt verrissen, man verglich es mit einem Nissan Leaf. Aus Pekinger Beobachterkreisen hieß es, der Luce offenbare die Schwierigkeit, elektrische Tradition mit emotionaler Aufladung zu verbinden – ein Problem, das chinesische Hersteller mit aggressiver Preispolitik zu überspielen versuchten.

Während Konkurrenten wie Porsche und Lamborghini ihre Elektropläne zuletzt zurückgestutzt haben, hält Ferrari-Chef Benedetto Vigna an der Strategie fest, bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent vollelektrischer Modelle zu erreichen. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nannte Vigna den Luce ein „sich aufbäumendes Pferd – kein Elefant“ und betonte, dass Emotion und Ingenieurskunst auch ohne Verbrennermotor bestehen könnten. Für den deutschsprachigen Markt, in dem Schweizer Käufer umgerechnet rund 530.000 Franken zu zahlen hätten, bleibt der Wagen ein Prestigeprojekt; das Stuttgarter und Münchner Luxussegment beobachtet Ferraris Wette auf eine exklusive Elektro-Nische mit einer Mischung aus Respekt und Sorge um die eigene Positionierung.

Staatspolitisch wurde Luce am Tag nach der Präsentation ins Quirinal gebracht, wo Präsident Sergio Mattarella am Steuer Platz nahm – ein Symbol für den industriepolitischen Stellenwert des Projekts in Italien. Doch die entscheidende Frage lautet, wie viele Kunden tatsächlich bereit sind, für eine batterieelektrische Ferrari-Familienlimousine diesen Preis zu zahlen. Aus Mailänder Finanzkreisen verlautet, der Luce werde im Modellmix ein Nischenangebot bleiben, dessen Erfolg sich nicht an der Börsenreaktion, sondern an den konkreten Bestelleingängen der kommenden Monate messen lasse. Ferrari selbst sieht darin keinen Traditionsbruch, sondern einen evolutionären Schritt, mit dem die Marke das Versprechen der „Licht“-Metapher einlösen will – eine neue emotionale Ära des Automobilbaus.

Divergenz — wer erzählt sie wie
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The unveiling of Ferrari's first EV, Luce, has been met with skepticism over its unconventional design from former Apple designer Jony Ive. While the car boasts impressive specs, the market reacted negatively, with shares dropping significantly. Critics and social media users have been quick to mock the polarizing styling, questioning whether Ferrari can win over EV buyers.

SkepsisAlarm
Kontinentaleuropäische Presse+0.50

Ferrari celebrated the historic debut of its first fully electric model, Luce, in Rome, highlighting the brand's continued innovation and Italian pride. Despite some controversy over the design, the focus remains on the technical prowess and the symbolic choice of location. The stock dip is seen as a temporary adjustment, not a reflection of the car's long-term potential.

TriumphPragmatismus
Russische & GUS-Presse0.00

Ferrari's first electric car, Luce, designed by former Apple designer Jony Ive, has been unveiled at a price of €550,000. The car's controversial appearance has sparked debate, but the focus is on its technical specifications and the start of deliveries next year. The reaction on the stock market is noted but not emphasized.

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