
Die größte WM aller Zeiten: FIFA und UEFA setzen auf radikale Reformen – aber die Herausforderungen wachsen
Erstmals wird eine Weltmeisterschaft von drei Ländern ausgerichtet. Die UEFA plant eine Revolution der Qualifikation. Logistik und Kommerz werfen Fragen auf.
Der Weltfußball steht vor einem epochalen Umbruch: Die FIFA hat die Weltmeisterschaft 2026 zur bislang größten, längsten und teuersten Ausgabe ihres Flaggschiff-Wettbewerbs erklärt. Erstmals teilen sich drei Länder – die USA, Kanada und Mexiko – die Ausrichtung, was nicht nur eine logistische Herkulesaufgabe darstellt, sondern auch tiefgreifende Anpassungen in den Bereichen Transport, Sicherheit und Regelharmonisierung erzwingt. Aus nordamerikanischer Perspektive ist der Zusammenhalt der drei unterschiedlichen Rechts- und Verkehrssysteme eine noch nie dagewesene Bewährungsprobe. Dazu kommen kommerzielle Erwartungen: Die FIFA hofft auf Rekordeinnahmen durch ein auf 48 Teams aufgestocktes Turnier.
Parallel dazu treibt die UEFA eine grundlegende Neugestaltung der Qualifikation für die WM 2030 und die Europameisterschaft 2032 voran. Nach dem Vorbild der Champions League sollen die 36 stärksten Nationalmannschaften in drei Gruppen zu je zwölf Teams spielen, eine zweite Liga die restlichen 18 aufnehmen. UEFA-Präsident Aleksander Čeferin begründet den Schritt mit sinkendem Interesse an einseitigen Partien – zuletzt hatten Frankreich und Österreich zweistellige Siege gegen Gibraltar und San Marino gefeiert. Doch aus Sicht kleinerer Fußballnationen – fünf von ihnen haben bereits Protest angemeldet – droht eine dauerhafte Exklusion von der großen Bühne. Die Reform, die ab 2028 greifen soll, würde die Nations League faktisch abschaffen und den Druck auf die Verbände erhöhen, sich sportlich und finanziell zu behaupten.
Indessen rücken die konkreten Herausforderungen vor Ort in den Fokus. In Mexiko warnt die lokale Presse eindringlich vor Fan-Frustration: Studien zeigen, dass 45 Prozent der Stadionbesucher wegen überlanger Wartezeiten an Kassen und Eingängen aufgeben – ein Problem, das sich bei der zu erwartenden Besucherzahl vervielfachen könnte. Am anderen Ende des Kontinents setzt das Levi’s Stadium in Santa Clara, Austragungsort von sechs Spielen, auf Nachhaltigkeit als Alleinstellungsmerkmal. Die Arena im Herzen des Silicon Valley soll zeigen, wie sich Großveranstaltungen mit ökologischer Verantwortung vereinbaren lassen. Die US-Nationalmannschaft selbst geht unter dem argentinischen Trainer Mauricio Pochettino mit ambitionierten Zielen in das Heimturnier – nach dem Achtelfinal-Aus 2022 in Katar will das Team vor eigenem Publikum reüssieren.
Die Entwicklungen offenbaren einen grundlegenden Wandel: FIFA und UEFA setzen auf Maximierung von Kommerz und Spitzenleistung, während die Stimmen der kleineren Verbände und der Fans in den Hintergrund zu geraten drohen. Ob die geplanten Reformen tatsächlich zu mehr Spannung oder nur zu mehr Ungleichheit führen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Sicher ist: Das System des internationalen Fußballs wird 2026 und 2032 nicht wiederzuerkennen sein.
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Die WM 2030 könnte eine historische Ausweitung auf 66 Teams erleben, um das 100-jährige Jubiläum des Turniers zu feiern. Der Vorschlag, der vom südamerikanischen Verband CONMEBOL kam, zielt darauf ab, die globale Repräsentation zu erhöhen. Die Ausgabe 2026 hat bereits drei Gastgeberländer und 48 Teilnehmer, was logistische Herausforderungen mit sich bringt.
Die UEFA schlägt eine Reform der Qualifikation für die WM 2030 und die EM 2032 vor, die ein Format ähnlich der Champions League einführt, um Ungleichgewichte zwischen starken und schwachen Teams zu reduzieren. UEFA-Präsident Ceferin sagt, die Reform sei nötig, um das Interesse von Fans und Sendern wiederzubeleben, da viele Qualifikationsgruppen vorhersehbar geworden seien. Einseitige Ergebnisse wie Frankreichs 14:0-Sieg gegen Gibraltar haben Besorgnis ausgelöst.
Die FIFA erwägt angeblich eine WM mit 64 oder 66 Teams im Jahr 2030, eine weitere Ausweitung nach der 48-Team-WM 2026. Inzwischen hat das UEFA-Exekutivkomitee eine radikale Reform der Nationalmannschaftswettbewerbe ab 2028 beschlossen, die ein Zweiligensystem schafft und die Nations League abschafft. Fünf Nationalmannschaften rebellieren gegen die Reform und behaupten, sie benachteilige kleinere Nationen.
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