
Frankreich drängt auf Sanktionen gegen gewalttätige Siedler im Westjordanland
Paris bereitet eine Koalition gleichgesinnter Staaten vor, um gegen die eskalierende Siedlergewalt vorzugehen – auch ohne EU-Einstimmigkeit.
Die französische Regierung treibt die Bemühungen um neue Strafmaßnahmen gegen israelische Siedler voran, die für Gewalt gegen Palästinenser im besetzten Westjordanland verantwortlich sind. Außenminister Jean-Noël Barrot kündigte am Sonntag an, dass „in den kommenden Tagen“ weitere Sanktionen verhängt werden könnten. Die Europäische Union hatte bereits im Mai Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen drei Personen und vier Organisationen wegen „schwerwiegender und systematischer Missbräuche“ verhängt. Barrot betonte: „Wir können weiter gehen.“ Das französische Vorgehen erfolgt vor dem Hintergrund einer dramatischen Zunahme von Übergriffen durch extremistische Siedler, wie Beobachter in Ramallah bestätigen.
Die aufgeheizte Stimmung illustriert ein Lagebericht aus dem Dorf As-Sawiyah zwischen Ramallah und Nablus. Dort versuchen palästinensische Bauern unter großer Angst ihre Weizenernte einzubringen, weil Siedler aus drei nahegelegenen Siedlungen in den vergangenen Tagen mehrfach Felder in Brand gesetzt haben. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, klagte ein Landwirt gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Mehr als 500.000 israelische Siedler leben mittlerweile auf besetztem Gebiet, ihre Zahl wächst stetig – eine Entwicklung, die nach Ansicht vieler Diplomaten die Aussichten auf einen palästinensischen Staat gezielt unterminiert.
Während die EU aufgrund des Einstimmigkeitsprinzips im Rat keine schärferen gesamteuropäischen Maßnahmen durchsetzen kann – Länder wie Ungarn stellen sich regelmäßig quer –, verfolgt Paris einen alternativen Ansatz. Wie drei europäische Diplomaten der „Jerusalem Post“ bestätigten, arbeitet Frankreich mit mehreren Partnern an koordinierten nationalen Sanktionen. Dazu sollen Vermögenssperren und Reiseverbote für gewalttätige Siedler und deren Unterstützer gehören. Die Listen könnten von Land zu Land variieren. Damit schlüge die EU faktisch den Weg einer „Koalition der Willigen“ ein, ähnlich wie bereits bei anderen außenpolitischen Initiativen, bei denen keine Einstimmigkeit erzielt wurde.
Die erneute Sanktionsdrohung ist auch ein deutliches Signal an die Regierung Netanjahu, die den Siedlungsbau trotz internationaler Kritik vorantreibt. Barrot zeigte sich besonders besorgt: „Wir haben so etwas seit Jahren, vielleicht Jahrzehnten nicht gesehen.“ Es wäre bereits die dritte europäische Sanktionsrunde dieser Art. Aus israelischer Perspektive werden solche Maßnahmen als einseitige Einmischung betrachtet, doch die wachsende Ungeduld in europäischen Hauptstädten ist unübersehbar – nicht zuletzt, weil die Gewalt den Alltag der Palästinenser zunehmend prägt und die Zwei-Staaten-Lösung zunehmend zur Illusion verkommen lässt.
Mit Blick auf die kommenden Tage wird sich zeigen, ob es Paris gelingt, eine ausreichende Anzahl von Staaten hinter sich zu versammeln. Für Berlin, wo man traditionell einen engen Draht zu Israel pflegt, könnte die Initiative zu diplomatischen Verstimmungen führen, sollte sich Deutschland beteiligen. Die österreichische und schweizerische Haltung bleibt abzuwarten. Die Sanktionen haben zwar vor allem symbolischen Charakter, könnten jedoch die internationale Isolation Israels weiter verstärken – und dem Druck auf die Regierung Netanjahu, den Siedlungsausbau zu bremsen, mehr Nachdruck verleihen.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
| Iranische & verwandte Presse | −0.20 | neutral |
| Israelische Presse | −0.40 | critical |
Frankreichs Außenminister erklärt, die EU prüfe zusätzliche Sanktionen gegen israelische Siedler, die systematische Gewalt im Westjordanland verüben, aufbauend auf den Maßnahmen vom Mai. Paris sagt, man könne noch weiter gehen, und neue Schritte könnten binnen Tagen folgen, während man die tiefe Besorgnis über den illegalen Siedlungsbau betont. Brüssel betrachtet dies als verhältnismäßige Antwort auf dokumentierte Missstände.
Palästinensische Bauern im Westjordanland bringen unter sengender Sonne eilig den Weizen ein – aus Angst, dass israelische Siedler ihre Felder in Brand stecken, wie es mehrfach geschehen ist. Augenzeugen berichten von vorsätzlichen Bränden in Dörfern zwischen Ramallah und Nablus. Während Paris von möglichen neuen Sanktionen gegen gewalttätige Siedler spricht, zeigt die Berichterstattung vor Ort die tägliche Not und Schutzlosigkeit der ländlichen palästinensischen Gemeinschaften.
Frankreich und mehrere westliche Länder bereiten koordinierte Sanktionen gegen israelische Siedler vor, die an Gewalttaten im besetzten Westjordanland beteiligt waren. Die geplanten Maßnahmen, darunter Einfrieren von Vermögenswerten und Einreiseverbote, werden als zunehmender Druck auf Tel Aviv gewertet, ausgelöst durch Empörung über den Siedlungsausbau und Übergriffe auf Palästinenser. Aus diplomatischen Kreisen verlautet, die Schritte könnten bald ergriffen werden und Israels internationale Isolation vertiefen.
Der Beitrag hebt die von Frankreich vorangetriebenen Bemühungen um koordinierte Sanktionen hervor, die nicht nur als Maßnahme gegen einzelne Siedler, sondern als wachsender Druck auf Israel gesehen werden, wobei mehrere Länder ihre Wut über die Siedlungspolitik der Regierung Netanjahu äußern. Er erwähnt, dass Vermögenssperren und Reiseverbote noch ausgearbeitet werden, was eine diplomatische Eskalation als Reaktion auf die Gewalt im Westjordanland darstellt. Der Text spiegelt das innenpolitische Unbehagen über die internationalen Auswirkungen der Siedlungspolitik wider.
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