
Gemischte Konjunktursignale im Juni und Juli: Argentinien und Kolumbien erholen sich, Brasilien und Schweden schwächeln
Ende Juli veröffentlichte Frühindikatoren zeigen ein uneinheitliches Bild: In Argentinien wächst die Wirtschaftsaktivität, Kolumbiens Handel ist optimistisch, während das Vertrauen in Brasilien schwindet und Schwedens BIP sinkt.
Im Juni 2026 legte die argentinische Wirtschaftsaktivität gemäß dem Indikator IGA-OJF des Beratungsunternehmens Ferreres im Monatsvergleich um 0,4 Prozent zu und lag um 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Kolumbiens Handelsvertrauen (Icco) stieg im selben Monat um 8,1 Prozentpunkte auf 28,6 Prozent, getrieben von deutlich verbesserten Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Halbjahr.
Angeführt wurde die argentinische Expansion erneut vom Bergbau und der Landwirtschaft: Der Sektor Minen und Steinbrüche verzeichnete ein Jahresplus von 9,8 Prozent, die Agrarproduktion wuchs um 7,4 Prozent, wobei die Erdöl- und Gasförderung in Vaca Muerta Rekordwerte erreichte. Die Bauwirtschaft zog um 3,5 Prozent an, während das Verarbeitende Gewerbe im Jahresvergleich nur um 1,4 Prozent zulegte und zum Vormonat um 0,3 Prozent nachgab. In Kolumbien verbesserte sich die Industriezuversicht (ICI) von minus 2,9 Prozent im Mai auf minus 0,1 Prozent, begünstigt durch steigende Produktionserwartungen und einen Abbau der Lagerbestände.
In Brasilien trübte sich die Stimmung dagegen ein. Der Index des Handelsvertrauens (Icec) der CNC fiel im Juli um 0,8 Prozent auf 101,9 Punkte. Belastend wirkten der hohe Leitzins Selic von 14,25 Prozent und der Inflationsdruck; besonders das Vertrauen in den Absatz langlebiger Konsumgüter sank. Auch das Industrievertrauen (ICI) der FGV gab kräftig um 2,9 Punkte auf 97,2 Punkte nach, mit Rückgängen in 14 von 19 untersuchten Branchen.
Schwedens Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Juni saisonbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, nachdem es zuvor drei Monate in Folge gestiegen war, wie das Statistikamt SCB mitteilte. Im Quartalsvergleich ergibt sich jedoch ein Plus von 1,4 Prozent. Alexandra Stråberg, Chefökonomin von Länsförsäkringar, wertete die Zahlen als Zeichen einer anhaltenden Erholung innerhalb der Rezession.
Für Argentinien erwarten die Analysen von Ferreres eine „sanfte positive Tendenz“, sobald der Inlandskonsum anzieht. In Brasilien ruhen die Hoffnungen auf einer Fortsetzung der Zinssenkungen, um die Investitionsneigung zu stützen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Erholungstendenzen in den Schwellenländern verfestigen.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
Swedish economy shows a slowdown in June, but analysts interpret it as a pause within a recovery phase from recession. GDP fell 0.2% month-on-month, but the quarter was positive. Data is presented with caution, emphasizing that the underlying trend remains improving.
In Latin America, economic indicators for June-July 2026 are mixed: Brazilian industrial confidence falls sharply, while Colombian commercial confidence rises. In Argentina, economic activity grows 0.4% month-on-month, marking a second positive month. The overall picture highlights vulnerabilities linked to inflation and high interest rates.
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