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Wissenschaft & GesundheitFreitag, 22. Mai 2026

Rekordhohe sexuell übertragbare Infektionen in Europa – und ein alarmierender Lyme-Befall in Montreal

Gonorrhö und Syphilis erreichen in Europa 2024 die höchsten Werte seit über zehn Jahren. Zugleich verzeichnet Montreal einen Rekord an Lyme-Fällen. Fachleute fordern mehr Prävention.

Die Zahl der bakteriellen Geschlechtskrankheiten in Europa hat neue Höchststände erreicht. Nach den jüngsten Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden im Jahr 2024 allein 106.331 Gonorrhö-Fälle registriert – ein Anstieg um 303 Prozent gegenüber 2015. Die Syphilis-Fälle haben sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt und liegen bei 45.557. Auch Chlamydien bleiben mit 213.443 gemeldeten Infektionen die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung. „Unbehandelt können diese Infektionen zu schweren Komplikationen wie chronischen Schmerzen, Unfruchtbarkeit und bei Syphilis zu Herz- oder Nervenschäden führen“, warnt Bruno Ciancio, Abteilungsleiter beim ECDC.

Besonders auffällig ist die Entwicklung aus schwedischer Perspektive: Während die Fallzahlen in den meisten EU-Ländern stark ansteigen, weicht Schweden vom Trend ab. Die Syphilis-Inzidenz ist dort vergleichsweise niedrig, dennoch rät der schwedische Sexualaufklärungsverband RFSU vor allem jungen Reisenden, im Ausland wachsam zu sein. „Die Einstellung zu Sex wird im Urlaub oft lockerer – es ist wichtig, einen Plan zu haben“, heißt es in einer Mitteilung. Die zunehmende Lockerheit beim Reisen könnte ein Faktor für die Ausbreitung sein, so Beobachter in Stockholm.

Die Ursachen für den europaweiten Anstieg sind vielschichtig. Das ECDC macht „wachsende Lücken bei Tests und Prävention“ verantwortlich und fordert dringende Maßnahmen. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg des Lymphogranuloma venereum (LGV), einer seltenen, aber schwerwiegenden STD: 3.490 Fälle wurden gemeldet. Die Behörde unterstreicht, dass viele Infektionen unentdeckt bleiben und so weiterverbreitet werden – ein Teufelskreis, der nur durch verbesserte Aufklärung und niedrigschwellige Testangebote durchbrochen werden könne.

Während Europa mit der STI-Welle kämpft, verzeichnet Montreal einen ganz anderen Infektionsrekord. Die Gesundheitsdirektion der Stadt meldet für 2025 mit 161 Fällen die höchste Zahl an Lyme-Borreliose seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2003. Besonders betroffen ist die Region Estrie mit 385 Fällen allein zwischen Januar und November – landesweit wurden 859 Fälle gemeldet. Als Hauptgrund nennen Experten die Klimaerwärmung: Mildere Temperaturen verlängern die Aktivitätsperiode der Zecken und begünstigen ihre Ausbreitung in städtische Gebiete.

Beide Entwicklungen weisen auf ein globales Muster hin: Infektionskrankheiten, ob durch sexuelle Kontakte oder Zecken übertragen, nehmen in vielen Regionen zu. Während in Europa die Gesundheitsbehörden vor allem auf mehr Tests und zielgerichtete Präventionskampagnen setzen, erfordert der Kampf gegen die Lyme-Borreliose auch Anpassungen an die Folgen des Klimawandels. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Alarmrufe der Epidemiologen zu konkreten politischen Maßnahmen führen – oder ob die Kurven weiter steigen.

Divergenz — wer erzählt sie wie
5%Niedrig
2 Blöcke · Positionen von −0.30 bis −0.20
KritischWohlwollend
EURATL
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.20neutral
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.30critical
Kontinentaleuropäische Presse−0.20

Cases of gonorrhea and syphilis in Europe have hit record highs in a decade, with gonorrhea up over 300%. Health authorities warn of complications like infertility and heart disease if untreated. In Sweden, RFSU urges young people to plan safe sex, especially when traveling.

AlarmPragmatismus
Atlantische / angloamerikanische Presse−0.30

Montreal recorded its highest number of Lyme disease cases in 2025, with 161 reported cases, the most since 2003. The regional public health directorate warns of tick bite risks even in urban areas and highlights the impact of climate change. The Estrie region remains the hardest hit with 385 cases.

AlarmPragmatismus
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Rekordhohe sexuell übertragbare Infektionen in Europa – und ein alarmierender Lyme-Befall in Montreal

Gonorrhö und Syphilis erreichen in Europa 2024 die höchsten Werte seit über zehn Jahren. Zugleich verzeichnet Montreal einen Rekord an Lyme-Fällen. Fachleute fordern mehr Prävention.

Die Zahl der bakteriellen Geschlechtskrankheiten in Europa hat neue Höchststände erreicht. Nach den jüngsten Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden im Jahr 2024 allein 106.331 Gonorrhö-Fälle registriert – ein Anstieg um 303 Prozent gegenüber 2015. Die Syphilis-Fälle haben sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt und liegen bei 45.557. Auch Chlamydien bleiben mit 213.443 gemeldeten Infektionen die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung. „Unbehandelt können diese Infektionen zu schweren Komplikationen wie chronischen Schmerzen, Unfruchtbarkeit und bei Syphilis zu Herz- oder Nervenschäden führen“, warnt Bruno Ciancio, Abteilungsleiter beim ECDC.

Besonders auffällig ist die Entwicklung aus schwedischer Perspektive: Während die Fallzahlen in den meisten EU-Ländern stark ansteigen, weicht Schweden vom Trend ab. Die Syphilis-Inzidenz ist dort vergleichsweise niedrig, dennoch rät der schwedische Sexualaufklärungsverband RFSU vor allem jungen Reisenden, im Ausland wachsam zu sein. „Die Einstellung zu Sex wird im Urlaub oft lockerer – es ist wichtig, einen Plan zu haben“, heißt es in einer Mitteilung. Die zunehmende Lockerheit beim Reisen könnte ein Faktor für die Ausbreitung sein, so Beobachter in Stockholm.

Die Ursachen für den europaweiten Anstieg sind vielschichtig. Das ECDC macht „wachsende Lücken bei Tests und Prävention“ verantwortlich und fordert dringende Maßnahmen. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg des Lymphogranuloma venereum (LGV), einer seltenen, aber schwerwiegenden STD: 3.490 Fälle wurden gemeldet. Die Behörde unterstreicht, dass viele Infektionen unentdeckt bleiben und so weiterverbreitet werden – ein Teufelskreis, der nur durch verbesserte Aufklärung und niedrigschwellige Testangebote durchbrochen werden könne.

Während Europa mit der STI-Welle kämpft, verzeichnet Montreal einen ganz anderen Infektionsrekord. Die Gesundheitsdirektion der Stadt meldet für 2025 mit 161 Fällen die höchste Zahl an Lyme-Borreliose seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2003. Besonders betroffen ist die Region Estrie mit 385 Fällen allein zwischen Januar und November – landesweit wurden 859 Fälle gemeldet. Als Hauptgrund nennen Experten die Klimaerwärmung: Mildere Temperaturen verlängern die Aktivitätsperiode der Zecken und begünstigen ihre Ausbreitung in städtische Gebiete.

Beide Entwicklungen weisen auf ein globales Muster hin: Infektionskrankheiten, ob durch sexuelle Kontakte oder Zecken übertragen, nehmen in vielen Regionen zu. Während in Europa die Gesundheitsbehörden vor allem auf mehr Tests und zielgerichtete Präventionskampagnen setzen, erfordert der Kampf gegen die Lyme-Borreliose auch Anpassungen an die Folgen des Klimawandels. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Alarmrufe der Epidemiologen zu konkreten politischen Maßnahmen führen – oder ob die Kurven weiter steigen.

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Cases of gonorrhea and syphilis in Europe have hit record highs in a decade, with gonorrhea up over 300%. Health authorities warn of complications like infertility and heart disease if untreated. In Sweden, RFSU urges young people to plan safe sex, especially when traveling.

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Montreal recorded its highest number of Lyme disease cases in 2025, with 161 reported cases, the most since 2003. The regional public health directorate warns of tick bite risks even in urban areas and highlights the impact of climate change. The Estrie region remains the hardest hit with 385 cases.

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