
ICE weitet verdeckte Festnahmen an Flughäfen auf Personen ohne Vorstrafen aus
Seit Mai 2025 greifen Beamte der Einwanderungsbehörde an mindestens 15 US-Flughäfen auch Reisende mit abgelaufenen Visa auf – darunter Ehepartner von Bürgern und Fachkräfte –, während die Transportsicherheitsbehörde TSA verstärkt Daten an ICE weitergibt.
In den Vereinigten Staaten vollzieht sich eine Wende in der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze. Wie The New York Times berichtet, haben Agenten des Immigration and Customs Enforcement (ICE) in Zivilkleidung seit Mai 2025 an mindestens fünfzehn Flughäfen Dutzende Personen festgenommen. Die Betroffenen, so Anwalt Ghassan Shamieh gegenüber der Zeitung, verfügten über keine Vorstrafen und hätten teils legitime Anträge auf Aufenthalt gestellt. Unter den Festgenommenen befanden sich ausländische Ehepartner von US-Bürgern, Arbeitnehmer aus dem Technologiesektor und Personen mit abgelaufenen Visa. Ein auch in sozialen Medien millionenfach aufgerufenes Video zeigt die Festnahme der Ecuadorianerin Chantal Morales Rojas am 20. Juli am Denver International Airport, deren Visum im Januar 2025 auslief und die eine Anpassung ihres Status beantragt hatte. Ein Richter ordnete ihre Freilassung gegen eine Kaution von 3000 US-Dollar an.
Aus Washingtoner Sicht begründet das Department of Homeland Security (DHS) das Vorgehen mit der Notwendigkeit, den Luftverkehr zu schützen. Ein Sprecher erklärte, es gehe darum, zu identifizieren, wer im Land reist; wer sich illegal in den USA aufhalte, könne fortan nur noch zur Selbstabschiebung fliegen. Die Zusammenarbeit zwischen der Transportation Security Administration (TSA) und ICE, die zuvor vor allem Personen mit kriminellem Hintergrund oder endgültigen Abschiebungsbefehlen betraf, wurde im Mai 2025 durch ein Memorandum of Agreement formalisiert und umfasst nun auch Reisende ohne Vorstrafen, die lediglich ziviler Einwanderungsverstöße verdächtigt werden. Eine nicht namentlich genannte Quelle aus dem ICE bezeichnete Passagiere laut CBS News als „leichte Ziele“, mit deren Festnahme sich das Tagesziel von 2000 Verhaftungen erreichen lasse.
Kritik kommt von Einwanderungsanwälten und aus der Politik. Charles Kuck, Anwalt in Atlanta, sagte, er habe in 38 Berufsjahren eine derartige Praxis noch nie erlebt. Shannon Shepherd von der American Immigration Lawyers Association in Chicago rät Klienten, deren Statusänderung läuft, inzwischen von Inlandsflügen ab. Die demokratische Senatorin Jacky Rosen aus Nevada verurteilte die Festnahme des australischen Staatsbürgers Phu Nguyen am Flughafen von Las Vegas, der nach dem Eingreifen empörter Passanten zunächst entkam, später jedoch in Los Angeles wegen Überschreitung eines 2015 ausgelaufenen Visums verhaftet wurde. Rosen schrieb, das Vorgehen des ICE schüre Angst und schade der Tourismuswirtschaft.
Die Flughafenoperationen sind Teil einer beschleunigten Vollzugsoffensive. Laut Daten, die The Washington Post vorliegen, verzeichnete der ICE im Juli 2026 mit über 1400 täglichen Festnahmen den höchsten Stand seit Beginn der zweiten Amtszeit Präsident Donald Trumps; an manchen Tagen wurden mehr als 2000 Personen verhaftet. Die Zahl der monatlichen Einweisungen in Haftanstalten lag im Juni bei über 39.500. Die Regierung hält an ihrem Ziel fest, jährlich eine Million Menschen abzuschieben. Während das DHS bestreitet, dass Beamte sich als Handwerker tarnten, um Zielpersonen zu überraschen, und einen weithin berichteten Fall in Los Angeles dem U.S. Marshals Service zuschreibt, ist die Ausweitung der verdeckten Festnahmen an Flughäfen durch Zeugenaussagen und behördliche Verlautbarungen dokumentiert. Die Überwachungsgruppe American Oversight erzwang die Freigabe des Abkommens zwischen TSA und ICE gerichtlich und wirft der amtierenden TSA-Chefin widersprüchliche Aussagen vor.
| Lateinamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
Lateinamerikanische Reisende werden von einem zunehmend aggressiven und hinterhältigen Einwanderungskontrollsystem ins Visier genommen.
Durch die Schilderung konkreter Festnahmen und detaillierter Anweisungen zur Vermeidung von Abschiebung wird eine abstrakte Politik in eine unmittelbare persönliche Bedrohung verwandelt.
Es wird nicht erwähnt, dass ICE ein Ziel von 2.000 Festnahmen pro Tag hat und Passagiere als 'leichte Ziele' betrachtet werden, was die Wahrnehmung willkürlicher Verfolgung verringern könnte.
ICE verstärkt Flughafenoperationen in Zusammenarbeit mit der TSA und betrachtet Passagiere als 'leichte Ziele', um ein Ziel von 2.000 Festnahmen pro Tag zu erreichen.
Durch die Zitierung einer internen Quelle, die Passagiere als 'leichte Ziele' bezeichnet, wird die operative Effizienz legitimiert, während gleichzeitig eine implizite Kritik an der Unmenschlichkeit des Systems geäußert wird.
Es werden keine verdeckten Operationen mit als Arbeiter verkleideten Agenten erwähnt, noch werden praktische Ratschläge zur Vermeidung von Abschiebung gegeben, sondern der Fokus liegt auf verfahrenstechnischen und statistischen Aspekten.
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