
Indische Jugendproteste gegen Modi: „Kakerlaken“-Bewegung fordert Rücktritt des Bildungsministers
Tausende junge Inder campieren in Neu-Delhi und fordern den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan nach einer Prüfungsaffäre – die erste große Herausforderung für Premier Modi seit seiner Wiederwahl.
Seit Wochen protestieren in Indien zehntausende junge Menschen gegen die Regierung von Premierminister Narendra Modi. Auslöser war die Verschiebung des Medizinstudien-Eingangstests NEET, nachdem die Prüfungsfragen durchgesickert waren. Die Bewegung, die sich selbst „Cockroach Janta Party“ (CJP) nennt, verlangt den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan. Am Montag versuchten Demonstranten, zum Parlament zu marschieren; die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein. Nach Polizeiangaben wurden 180 Menschen verletzt, darunter 118 Sicherheitskräfte; die Demonstranten sprechen von „mehreren Hundert“ Verletzten. Die Proteste sind die größte Straßenkundgebung in der Hauptstadt seit 2019.
Die Opposition hat die Bewegung aufgegriffen. Der Kongressabgeordnete Rahul Gandhi forderte am Mittwoch eine Entschuldigung Modis für das polizeiliche Vorgehen und den Rücktritt Pradhans. „Was haben unsere Studenten falsch gemacht, dass Sicherheitskräfte Waffen auf sie richten und sie verprügeln?“, fragte Gandhi. Er und seine Schwester Priyanka Gandhi Vadra waren am Dienstag vor Modis Residenz festgenommen und später wieder freigelassen worden. Der Oberste Gerichtshof lehnte es am Mittwoch ab, eine Petition zur angeblichen Polizeigewalt dringlich zu behandeln; der Vorsitzende Richter Surya Kant erklärte, man sei „nicht an Videos interessiert“. Das Gericht hatte die Bewegung indirekt ausgelöst, als Kant im Mai arbeitslose Jugendliche als „Kakerlaken“ bezeichnet hatte.
Die Regierung zeigt sich zunächst unbeeindruckt. Bildungsminister Pradhan erklärte am Dienstag, die Regierung bleibe „zu 100 Prozent“ verpflichtet, die NEET-Probleme im Parlament zu diskutieren. „Wir schulden den Studenten Antworten, Reformen und Rechenschaft“, schrieb er auf sozialen Medien. Zugleich warf er der Opposition vor, die Proteste für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Premierminister Modi selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Demonstrationen geäußert. Ein Kabinettsminister sagte jedoch, Modi habe zugesagt, die „stärksten möglichen Schritte“ zum Schutz der Studenteninteressen zu unternehmen. Der Politologe Nilanjan Mukhopadhyay erklärte gegenüber AFP, die Regierung sei überrascht worden; sie habe nicht mit mehr als zweitausend Teilnehmern gerechnet.
Die CJP-Bewegung entstand im Mai als satirische Antwort auf Kants „Kakerlaken“-Äußerung und gewann innerhalb weniger Tage Millionen Follower auf Instagram. Ihr Gründer Abhijeet Dipke, ein Absolvent der Boston University, versucht, die Wut über die Prüfungsaffäre und die hohe Jugendarbeitslosigkeit zu bündeln. Nach offiziellen Angaben sind 40 Prozent der Hochschulabsolventen unter 25 Jahren ohne Arbeit. Die Bewegung fordert neben Pradhans Rücktritt eine Entschädigung von umgerechnet 104.000 Dollar für die Familien der Studenten, die nach dem Prüfungsleck Suizid begangen haben – die Angaben über die Zahl der Todesfälle schwanken zwischen etwa einem Dutzend und rund zwanzig. Die Proteste haben sich auf Mumbai, Bengaluru und Goa ausgeweitet. Die CJP-Führung hat angekündigt, den Sitzstreik in Jantar Mantar fortzusetzen, bis ihre Forderungen erfüllt sind.
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| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
The Chinese press frames the protests as a rare political opening for India's opposition, highlighting the Congress party's failure to fully capitalize on youth discontent. The movement is seen as a potential generational shift, but the opposition's hesitation reveals missed opportunities. The tone is analytical, focusing on long-term political implications rather than immediate violence.
The European press reports on opposition leader Rahul Gandhi's call for Prime Minister Modi's resignation, emphasizing the youth-led nature of the protests and the forceful police response. The coverage adopts a moderate tone, conveying urgency without explicit condemnation, and positions the events as a significant political challenge to the government.
The Indian press covers the Supreme Court's refusal to take cognizance of police violence, quoting the Chief Justice's dismissive remark. The framing is factual and legalistic, focusing on the judicial rejection of the protesters' complaints. There is an implicit criticism of the court's attitude, but the article remains within a detached reporting style.
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