
Irans neuer Führer droht den USA mit Vernichtung und verteidigt Atomprogramm
Der iranische Revolutionsführer Mojtaba Khamenei hat sich erstmals öffentlich mit einer unmissverständlichen Drohung an die Adresse der Vereinigten Staaten gewandt. In einer am Donnerstag vom Staatsfernsehen verlesenen Erklärung hieß es, der Platz der Amerikaner im Persischen Golf sei nicht an der Seite der Anrainer, sondern „am Grund des Wassers“. Die Wortwahl ist keine rhetorische Eskalation, sondern Strategie: Khamenei, der nach dem Tod seines Vaters Ali Khamenei bei einem US-Luftangriff am 28. Februar die Führung übernommen hat, signalisiert damit Kontinuität und Härte. Aus Washingtoner Sicht bleibt die Lage unübersichtlich, da Geheimdienste den neuen Machthaber für schwer verletzt halten und annehmen, dass er seine Befehle von einem Krankenbett aus erteilt. Ein direktes. öffentliches Auftreten Khameneis hat bislang nicht stattgefunden, was Spekulationen über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand weiter anheizt.
Die Botschaft aus Teheran ist gleichwohl eindeutig: Irans Nuklear- und Raketenprogramm wird als unverhandelbarer nationaler Besitz verteidigt. Khamenei beschrieb die technologischen und militärischen Errungenschaften als „Identität und spirituelle Souveränität“ von neunzig Millionen Iranern. Gleichzeitig kündigte er eine Neuordnung der Straße von Hormus an – jener Meerenge, durch die ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert wird. „Das neue Management der Straße von Hormus wird Ruhe bringen und die Missbräuche des Feindes beseitigen“, hieß es in der Erklärung, die sich direkt gegen US-Präsident Donald Trump richtete. Beobachter in Peking und Moskau verfolgen die Entwicklung mit Sorge, denn jede militärische Konfrontation im Persischen Golf würde die globalen Energieversorgungsketten empfindlich treffen.
Für Europa, insbesondere für Deutschland, Österreich und die Schweiz, stellt sich die Frage nach der Sicherheit der Seewege und der Zukunft diplomatischer Kanäle. Die Islamische Republik hat deutlich gemacht, dass sie unter der neuen Führung weder bei der Urananreicherung noch bei der ballistischen Raketenabwehr zu Zugeständnissen bereit ist. Sollte der von Trump zuletzt forcierte Druck auf Teheran nicht nachlassen, droht eine Wiederholung der gefährlichen Pattsituationen der vergangenen Jahre – nur diesmal mit einem Führer, dessen Gesundheitszustand und Machtbasis ungewiss sind. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Drohungen Teil einer innenpolitischen Konsolidierung sind oder den Auftakt zu einer neuen Eskalationsstufe im Nahen Osten bilden.
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