
Irlands neuer Führer kündigt neue Hormuz-Ordnung an und droht den USA mit Eskalation
Der iranische Revolutionsführer Mojtaba Khamenei hat mit einer schriftlichen Botschaft zum Tag des Persischen Golfs die Weichen für eine grundlegende Neuordnung der Region gestellt. In der am Donnerstag über das Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung spricht Khamenei von einer „schmachvollen Niederlage“ der Vereinigten Staaten und einem „neuen Kapitel“ für die Straße von Hormuz – eine der wichtigsten Seerouten des globalen Ölhandels. Der seit dem US‑israelischen Angriff Ende Februar nicht mehr öffentlich aufgetretene Khamenei, der nach westlichen Geheimdienstberichten schwer verletzt und entstellt sein soll, verspricht zugleich den Nachbarstaaten am Golf eine „strahlende Zukunft ohne Amerika“ und die Wahrung der iranischen Nuklear- und Raketenfähigkeiten als „nationales Kapital“.
Aus Washingtoner Sicht ist die Erklärung eine offene Provokation. Präsident Trump hatte erst kürzlich eine Verschärfung der Seeblockade gegen iranische Schiffe angedroht und eine vollständige Aufgabe des Atomprogramms zur Bedingung für eine Waffenruhe gemacht. Dass Khamenei nun die neuen Rechtsrahmen für die Kontrolle der Meerenge ankündigt und die USA als „Fremdlinge“ bezeichnet, die nur auf den Meeresgrund gehörten, untergräbt jede diplomatische Perspektive. Beobachter in Peking wiederum sehen in der Eskalation eine Gefahr für die globale Energieversorgung: Die Ölpreise waren bereits auf über 126 Dollar je Barrel gestiegen, ein Niveau, das zuletzt 2022 erreicht worden war.
Für die Golfstaaten selbst, die traditionell zwischen Washington und Teheran lavieren, stellt die Botschaft einen doppelten Test dar. Khamenei bietet ihnen wirtschaftliche Zusammenarbeit und Sicherheitsgarantien durch die neue Hormuz-Verwaltung an – doch die Drohung, Außenstehende zu versenken, zeigt zugleich die Bereitschaft zur militärischen Durchsetzung dieser Ordnung. Aus Teheraner Sicht soll die Initiative die eigene Verhandlungsposition stärken, nachdem die USA und Israel mit ihren Luftangriffen sowohl den alten Führer Ali Khamenei getötet als auch seinen Nachfolger schwer verletzt hatten.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die ihre Energieimporte zum Teil über den Seeweg beziehen, zeichnet sich eine prekäre Lage ab. Die Blockade und die Gegendrohungen könnten die Ölpreise weiter in die Höhe treiben und die Inflation in Europa befeuern. Zugleich fehlen Berlin, Wien und Bern eigene militärische Mittel, um auf die Entwicklungen am Hormuz Einfluss zu nehmen. Langfristig, so scheint es, bahnt sich ein neuer Machtkampf an, bei dem Iran seine geografische Lage als Druckmittel nutzt – mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft und die regionale Stabilität.
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