
Israel-Libanon-Abkommen: Hisbollah und Berri lehnen Rahmenvertrag ab
Das Abkommen knüpft den israelischen Rückzug an die Entwaffnung der Hisbollah – eine Bedingung, die Beirut nicht erfüllen kann und die den Widerspruch zum parallel geschlossenen US-Iran-Deal offenbart.
Am Freitag unterzeichneten Israel und Libanon in Washington ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen, das den schrittweisen Rückzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon an die Entwaffnung der Hisbollah bindet. Wenige Stunden später erklärte die Hisbollah das Abkommen für „null und nichtig“, und der libanesische Parlamentssprecher Nabih Berri kündigte an, es werde die verfassungsmäßigen Institutionen nicht passieren. Aus israelischer Sicht sichert die Vereinbarung den Verbleib in einer sogenannten Sicherheitszone, bis die vom Iran gestützte Miliz ihre Waffen niedergelegt hat; Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem „schweren Schlag gegen den Iran“.
Die libanesische Regierung unter Präsident Joseph Aoun begrüßte das Abkommen als ersten Schritt zur Wiederherstellung der Souveränität, geriet jedoch umgehend in eine innenpolitische Zwickmühle. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Axios, der sich auf amerikanische, israelische und libanesische Beamte stützt, war die Furcht vor einem wachsenden iranischen Einfluss das treibende Motiv beider Seiten, den Vertrag noch vor dem Wochenende abzuschließen. Parlamentssprecher Berri, ein Verbündeter der Hisbollah, warf Ministerpräsident Nawaf Salam in einem Telefonat vor, mit dem Abkommen „Zwietracht säen“ zu wollen, und forderte ihn zum Rücktritt von der Vereinbarung auf. Salam habe Berri daraufhin seine Flexibilität signalisiert, berichtete die pro-Hisbollah-Zeitung Al-Akhbar.
Aus Teheraner Sicht steht das Abkommen im Widerspruch zu dem wenige Tage zuvor geschlossenen US-iranischen Memorandum of Understanding, das einen sofortigen Waffenstillstand an allen Fronten und die Achtung der territorialen Integrität Libanons vorsah. Iran beharrt auf einem vollständigen israelischen Abzug. Analysten in Beirut, darunter Michael Young und der Londoner Wissenschaftler Fawaz Gerges, werten die Konstruktion des Abkommens als strukturellen Fehler: Die libanesische Armee sei weder ausgerüstet noch willens, die Hisbollah zu entwaffnen, und die Bedingung schaffe eine dauerhafte Legitimation für die israelische Besetzung des Südlibanon. Gerges nannte das Abkommen „tot geboren“ und sprach von einem politischen „Geschenk“ an Israel.
Die widersprüchlichen Signale aus Washington – einerseits die Einbindung Irans in eine Deconfliction-Zelle für Libanon, andererseits ein separates Abkommen, das Teheran und die Hisbollah ausschließt – deuten aus Sicht regionaler Beobachter auf interne Spannungen in der US-Administration hin. Berri verwies auf eine Rivalität zwischen Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance, deren Ausgang die Region in eine „schwierige und langwierige Phase“ stürzen könne. Die libanesische Regierung hat das Abkommen noch nicht dem Parlament vorgelegt; Berri verfügt dort über eine Sperrminorität. Die Kämpfe im Südlibanon dauern unterdessen an.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.90 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
The Israeli government systematically violates the framework agreement, continuing to strike southern Lebanon and establish checkpoints, showing that the pact is merely a cover for occupation.
Instead of presenting the agreement as a step toward peace, it highlights Israeli violations to delegitimize the initiative and question Israel's good faith.
The attack on the Dena is a war crime that will be recorded in history, and Iran will pursue those responsible without hesitation.
Iran is portrayed as an innocent victim and the enemy's action is labeled a war crime, delegitimizing any pretext for the attack.
The Gulf states view the new regional order with anxiety, aware that the war has permanently changed power dynamics.
It emphasizes instability and the transitory nature of the current peace, questioning the long-term stability of the agreement.
Erweitere deinen Horizont
Ölkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“
2 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyVereinigte Arabische Emirate führen nationale Zahlungslösungen für Bundesgebühren ein
1 Sprache · 8 Quellen
Aus Science & HealthZeitfenster von acht Stunden beim Essen verbessert kognitive Fähigkeiten
4 Sprachen · 10 Quellen