
Israelische Bevölkerung sieht Iran als Gewinner des Krieges – Netanjahus Rückhalt schwindet
Umfragen in Israel und den USA belegen massive Unzufriedenheit mit dem Kriegsausgang und der politischen Führung – während die Region vor weiteren Verhandlungen steht.
Eine unter der israelischen Bevölkerung durchgeführte Umfrage der Hebräischen Universität Jerusalem und des Agam-Instituts zeigt eine tiefe Verunsicherung über den Ausgang der militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran und die Folgen des amerikanisch-iranischen Rahmenabkommens. 92,1 Prozent der 3.644 Befragten gaben an, Iran sei als Gewinner aus dem Konflikt hervorgegangen oder habe am meisten profitiert. 82,9 Prozent sehen die langfristige Sicherheit Israels geschwächt, und 86 Prozent bewerten das Ergebnis negativ. Selbst unter den Wählern des rechten Blocks, der politischen Basis von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, teilen 93,1 Prozent diese Einschätzung. Die Ablehnung des Abkommens zwischen Washington und Teheran fällt mit 63,2 Prozent deutlich aus, während nur 12,1 Prozent es befürworten.
Die Ergebnisse dokumentieren zugleich eine Vertrauenskrise in die politische Führung. 72,5 Prozent der Befragten schenken Netanjahus Aussagen über bedeutende militärische Erfolge und die Beseitigung einer existenziellen Bedrohung keinen Glauben. 56,4 Prozent bewerten sein Management des Feldzugs als gescheitert oder schlecht. Der Rückhalt für Netanjahu als Premierminister sank von 40,5 Prozent Anfang März auf 29,4 Prozent im Juni – ein Rekordtief. Gleichzeitig befürworten 48,2 Prozent der Israelis eine erneute großangelegte Militäraktion gegen die libanesische Hisbollah, selbst wenn diese einen Konflikt mit US-Präsident Donald Trump riskieren würde; nur 21 Prozent lehnen ein solches Vorgehen ab.
Auch in den Vereinigten Staaten spiegeln Umfragen Unzufriedenheit wider. Laut einer Erhebung des Associated Press-NORC Center for Public Affairs Research missbilligen 65 Prozent der Erwachsenen Trumps Umgang mit dem Iran. 53 Prozent der Amerikaner sehen die US-Militärintervention als überschießend an, während republikanische Wähler gespaltener sind: Rund vier von zehn halten das Vorgehen für angemessen, 37 Prozent sogar für nicht ausreichend. Aus Washingtoner Sicht verdeutlicht dies, dass Trumps Wechsel von Eskalationsdrohungen zu Diplomatie keinen Stimmungsumschwung bewirkt hat.
Die regionale Dynamik bleibt angespannt. Teheran erklärte die jüngsten israelischen Angriffe im Libanon zum Bruch des im Rahmenabkommen vereinbarten Waffenstillstands und schloss erneut die strategisch bedeutsame Straße von Hormus. Der Iran stellt die Wiederöffnung der Meeresenge und den Fortgang der Gespräche unter die Bedingung, dass Israel seine Militäroperationen einstellt. Die Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen, die ursprünglich für Freitag in der Schweiz geplant waren, verzögerten sich und sollten am Sonntag aufgenommen werden – unter dem Schatten der gegenseitigen Schuldzuweisungen.
Während Netanjahu innenpolitisch unter Druck steht, mehren sich aus amerikanischen Geheimdienstkreisen Signale, dass er ein Friedensabkommen aus politischem Kalkül hintertreiben könnte. Die am Sonntag in der Schweiz anlaufenden Gespräche sind von dieser Hypothek belastet. Der Ausgang des Vermittlungsprozesses bleibt ungewiss; die nächste Etappe wird zeigen, ob es Washington und Teheran gelingt, die Krise einzudämmen, oder ob die Gewalt im Libanon und der offene Dissens zwischen den USA und Israel eine Eskalation forcieren.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
The West watches with concern the growing Israeli pessimism, which undermines the victory narrative.
The poll figure is used to question the effectiveness of Israeli strategy, presenting the data as evidence of a strategic failure.
Southeast Asia takes note of the changed Israeli sentiment, assessing the regional repercussions.
The poll is framed as an indicator of a broader geopolitical shift, linking it to possible effects on international relations.
India views the poll as a signal of Israeli vulnerabilities, relevant to its own regional balances.
The data is interpreted as confirmation of Israeli difficulties, used to justify a cautious stance in relations with Iran.
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