
Israels milliardenschwerer Kampfjetdeal: Neue F-35 und F-15 als Signal an Teheran
Israel hat die Beschaffung von zwei weiteren Staffeln moderner Kampfflugzeuge aus amerikanischer Produktion gebilligt – ein Schritt, der die Luftüberlegenheit des Landes für die kommenden Jahrzehnte sichern soll. Das Verteidigungsministerium in Tel Aviv gab am Sonntag grünes Licht für den Kauf einer vierten Staffel des Tarnkappenjets F-35 von Lockheed Martin sowie einer zweiten Staffel der F-15IA von Boeing. Die Transaktion ist Teil eines umfassenden Rüstungsprogramms im Umfang von 350 Milliarden Schekel (rund 119 Milliarden US-Dollar), das auf zehn Jahre angelegt ist. Aus israelischer Sicht folgt die Entscheidung unmittelbar aus den operativen Erfahrungen des jüngsten Krieges gegen den Iran. Verteidigungsminister Israel Katz betonte, die Lehren aus der Kampagne gegen Teheran machten eine beschleunigte Aufrüstung zwingend erforderlich. „Unsere Mission ist klar: Wir müssen unseren Feinden voraus sein“, erklärte Katz. Die neuen Maschinen sollen das Rückgrat der langfristigen Streitkräfteentwicklung bilden und angesichts sich wandelnder regionaler Bedrohungen die strategische Luftüberlegenheit wahren.
Beobachter in Washington sehen in dem Deal ein klares Bekenntnis zur engen militärischen Partnerschaft zwischen den USA und Israel, die über bloße Waffenlieferungen hinausgeht. Boeing und Lockheed Martin profitieren von einem Milliardenauftrag, der zugleich die industriepolitische Verflechtung vertieft. Die amerikanische Regierung hat die Endverhandlungen bereits eingeleitet, wie israelische Quellen vermelden. Aus Teheraner Perspektive wird der Schritt als weitere Eskalation in einem längst entbrannten Rüstungswettlauf gewertet. Kommentatoren in der Region verweisen auf die parallelen iranischen Bemühungen, eigene Luftabwehr- und Drohnenkapazitäten auszubauen. Die Entscheidung Israels, gezielt auf modernste Generation von Kampfjets zu setzen, unterstreicht das Bestreben, technologische Abstände zu vergrößern.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ergeben sich indirekte Konsequenzen. Während Berlin die israelische Sicherheit traditionell als deutsche Staatsräson betrachtet, könnte der massive Aufwuchs die Debatte über Rüstungsexportkontrollen neu anfachen. Vor allem die Schweiz, die selbst über die Beschaffung neuer Kampfjets entschieden hat, beobachtet die israelischen Erfahrungen mit der F-35 genau. Der israelische Schritt ist jedoch auch ein Signal an die Adresse der Europäer: In einer zunehmend multipolaren Welt setzt Tel Aviv auf eigenständige Abschreckungsfähigkeiten, ohne auf das Wohlwollen anderer Mächte angewiesen zu sein.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neue Luftflotte das Kräfteverhältnis im Nahen Osten nachhaltig verschiebt. Minister Katz sprach von einer „fordernden Dekade“ für die israelische Sicherheit. Analysten erwarten, dass die neuen Staffeln bis zum Ende des Jahrzehnts einsatzbereit sein sollen – rechtzeitig, um auf eine mögliche weitere Zuspitzung des Konflikts mit dem Iran vorbereitet zu sein. Der Deal ist damit weit mehr als eine bloße Rüstungsbeschaffung; er ist eine strategische Weichenstellung.
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