
Jennifer Lopez: Oscar-Film als schlechtester Film und Trost im brasilianischen Kino
Im Podcast "Films to Be Buried With" kritisierte die US-Schauspielerin "Nomadland", offenbarte eine Fantasie zu "True Romance" und würdigte "Ainda Estou Aqui" als Hilfe bei ihrer Scheidung.
In einem bemerkenswert offenen Podcast-Auftritt hat die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez gleich mehrere überraschende filmische Bekenntnisse abgelegt. Im Gespräch mit Brett Goldstein, ihrem Co-Star aus der jüngsten Netflix-Komödie "Turbulencia en la oficina", nannte sie auf die Frage nach dem schlechtesten Film, den sie je gesehen habe, nicht etwa ein triviales Machwerk, sondern das oscarprämierte Drama "Nomadland". Chloé Zhaos vielfach ausgezeichnetes Werk, das 2021 unter anderem den Academy Award für den besten Film erhielt, sei für sie eine Zumutung gewesen: "Wenn ich ins Kino gehe, will ich unterhalten werden", rechtfertigte Lopez ihre Wahl. Diese Diskrepanz zwischen kritischem Renommee und subjektivem Publikumsgeschmack wirft ein Schlaglicht auf ihre eigene, von Höhen und Tiefen geprägte Filmografie – die laut Rotten Tomatoes mit dem verrissenen "Gigli" von 2003 ihren Tiefpunkt erreicht, während Lopez nun einen fremden, hochdekorierten Film als persönlichen Tiefpunkt markiert.
Eine ganz andere, heilsame Rolle spielte dagegen das brasilianische Drama "Ainda Estou Aqui" von Regisseur Walter Salles. Lopez schilderte, wie sie den Film während ihrer Scheidung von Ben Affleck im Bett liegend mit ihrem Vater ansah, ohne Vorkenntnisse über die Handlung. Die Geschichte über Verlust, Familie und Widerstandskraft habe sie tief bewegt und zum Nachdenken über ihre eigenen Kinder und die Krise, die sie durchlebte, angeregt. Die Wirkung blieb nicht einseitig: Der brasilianische Hauptdarsteller Selton Mello dankte Lopez öffentlich für ihre "bewegende Aussage" und unterstrich damit die transatlantische Resonanz des Werks, das bereits bei den Filmfestspielen in Cannes gefeiert worden war. Aus lateinamerikanischer Perspektive ist diese Anerkennung durch einen globalen Popstar ein weiterer Beleg für die wachsende Strahlkraft des brasilianischen Kinos.
Für zusätzliches Aufsehen sorgte Lopez' Geständnis zu Tony Scotts Kultfilm "True Romance – Una vita al massimo" von 1993, geschrieben von Quentin Tarantino. Auf die Frage, mit welchem Ensemble sie eine sexuelle Fantasie verbinde, antwortete sie ohne Zögern: "Ich hätte mit jedem einzelnen von ihnen geschlafen. Das ist die Wahrheit, und es sagt viel über mich – vielleicht über meine dunkle Seite." Sie zählte die Darsteller – Christian Slater, Patricia Arquette und weitere – einzeln auf und beschrieb, was jeden von ihnen so anziehend machte. Diese ungefilterte Offenheit, die in italienischen Medien als "scatenata" (entfesselt) beschrieben wurde, zeigt eine Lopez jenseits der kontrollierten Star-Persona.
Der Podcast, der als Plattform für intime Filmreflexionen konzipiert ist, erweist sich damit als Bühne für eine bemerkenswerte Selbstoffenbarung. Lopez' Kritik an "Nomadland" illustriert die Kluft zwischen cineastischem Anspruch und populärem Unterhaltungsbedürfnis, während ihre emotionale Verbindung zu "Ainda Estou Aqui" die universelle Kraft des Kinos in Lebenskrisen bezeugt. Die Mischung aus Provokation, Verletzlichkeit und transnationaler kultureller Bezugnahme dürfte das öffentliche Bild der 56-Jährigen nachhaltig nuancieren – und zeigt, dass selbst ein Weltstar im geschützten Raum eines Gesprächs unter Schauspielkollegen noch unerwartete Facetten preisgeben kann.
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Jennifer Lopez überraschte, indem sie den Oscar-prämierten Film 'Nomadland' als den schlechtesten bezeichnete, den sie je gesehen habe, und betonte, Kino müsse in erster Linie unterhalten. Zugleich lobte sie das brasilianische Drama 'Ainda Estou Aqui', das ihr durch die Scheidung geholfen habe, was Hauptdarsteller Selton Mello zu einem öffentlichen Dank veranlasste.
Ein datengestütztes Ranking sämtlicher Filme von Jennifer Lopez, basierend auf Kritikerwertungen, offenbart die enorme Kluft zwischen ihren gefeiertsten Darbietungen und ihren verrissenen Projekten. Die Liste wirkt wie eine nüchterne Bilanz einer Schauspielkarriere voller extremer Höhen und Tiefen.
Jennifer Lopez sorgte für Aufsehen, als sie in einem Podcast gestand, sie hätte mit jedem einzelnen Mitglied des 'True Romance'-Castings geschlafen, eine Wahrheit, die ihre dunkle Seite offenbare. Das intime Geständnis überlagerte rasch alle anderen Themen und machte das Interview zu einem viralen Moment prominenter Offenheit.
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