
Kanada wendet sich von Boeing ab – Saab vor historischem Überwachungsflugzeug-Deal
Ottawa verhandelt mit dem schwedischen Konzern über GlobalEye-Systeme. Die Entscheidung gegen die USA fällt inmitten arktischer Spannungen, Saab will die Produktion mindestens verdoppeln.
Die kanadische Regierung hat auf der Rüstungsmesse CANSEC in Ottawa überraschend angekündigt, exklusiv mit dem schwedischen Unternehmen Saab über die Lieferung von luftgestützten Frühwarn- und Leitsystemen des Typs GlobalEye zu verhandeln. Premierminister Mark Carney begründete die Abkehr vom konkurrierenden amerikanischen Modell, der Boeing E-7 Wedgetail, mit den fortschrittlichen Sensoren und Missionssystemen der schwedischen Plattform, die entscheidend zur Abschreckung in der Arktis beitragen würden. Das Boeing-System war zuvor durch Verzögerungen und Kostenüberschreitungen aufgefallen.
Aus Washingtoner Sicht markiert der Vorgang einen schmerzhaften Rückschlag für den ohnehin angeschlagenen Flugzeugbauer Boeing und signalisiert wachsendes Misstrauen gegenüber amerikanischen Rüstungslieferungen. Ottawa will seine Abhängigkeit von den USA reduzieren und zugleich die heimische Industrie stärken, denn das GlobalEye basiert auf dem kanadischen Bombardier-Jet Global 6500. Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson begrüßte die Entscheidung und verwies darauf, dass mit Schweden, Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits mehrere Staaten auf das „hochmoderne und leistungsfähige“ System setzten.
Für den schwedischen Konzern bedeutet die kanadische Offerte einen gewaltigen Sprung. Saab-Chef Micael Johansson sagte der Dagens Industri, man werde die jährliche Produktion von GlobalEye mindestens verdoppeln, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Dem Vernehmen nach geht es um sechs Maschinen. Eine solche Stückzahl würde nicht nur den Auftragsbestand massiv ausweiten, sondern auch die Position Saabs im globalen Markt für luftgestützte Aufklärung nachhaltig festigen.
Aus europäischer Perspektive nährt der Vorgang die Diskussion über strategische Autonomie. Während Deutschland, Österreich und die Schweiz bislang nicht über vergleichbare fliegende Gefechtsstände verfügen, könnte das schwedische System künftig auch für gemeinsame europäische Fähigkeiten im Rahmen von NATO und EU eine Rolle spielen. Die Arktis, in der sich Russland und China zunehmend militärisch engagieren, wird zur sicherheitspolitischen Bühne, auf der Ottawa mit der Entscheidung für Saab ein deutliches Zeichen der Selbstbehauptung setzt.
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Der schwedische Saab-Konzern steht vor einem historischen Abschluss zur Lieferung von GlobalEye-Überwachungsflugzeugen an Kanada und sticht damit US-Angebote aus. Der auf dem kanadischen Bombardier Global 6500 basierende Deal wird als Triumph für die europäische Verteidigungsindustrie gefeiert und wird die Produktion mindestens verdoppeln. Politische Spitzen begrüßen die wachsende Global Eye-Familie und die verbesserte Fähigkeit, arktische Bedrohungen zu überwachen.
Kanada wendet sich von Boeing und US-Rüstungsfirmen ab und entscheidet sich für schwedische Flugzeuge – ein klares Signal, die Abhängigkeit von amerikanischer Militärtechnik zu verringern. Der Schritt der Regierung Carney verändert den transatlantischen Verteidigungsmarkt und ist ein Rückschlag für die US-Industrie, der Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Angebote in einem wichtigen verbündeten Markt aufwirft.
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