
Kremlsprecher Peskow: Russlands Bankensektor trotz EU-Sanktionsplänen 'absolut stabil und profitabel'
Während Brüssel ein 21. Sanktionspaket gegen russische Banken vorbereitet, betont Kremlsprecher Peskow die ungebrochene Stabilität und hohe Profitabilität des Sektors – große Institute seien längst an Restriktionen gewöhnt.
Am 10. Juni hat die EU-Kommission vorgeschlagen, im Rahmen des 21. Sanktionspakets neue Restriktionen gegen den russischen Bankensektor zu verhängen. Geplant ist unter anderem ein Verbot von Transaktionen mit Banken, die alternative Zahlungssysteme zum SWIFT-Netz nutzen. Die Reaktion aus dem Kreml folgte prompt und fiel betont zuversichtlich aus. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Lage im Bankensektor als "absolut stabil und kontrolliert". Bereits am Vortag habe Präsident Wladimir Putin bei einer Regierungssitzung unterstrichen, dass die gesamtwirtschaftliche Situation trotz "gewisser Schwierigkeiten" und einer Tendenz zu Investitionszurückhaltung und leichter Abschwächung stabil und beherrschbar bleibe.
Peskow erinnerte daran, dass führende russische Banken schon seit Jahren unter westlichen Sanktionen stehen, ohne dass dies ihren Geschäften geschadet hätte. "Das hindert die Banken nicht daran, hohe Gewinne zu erzielen, sich weiterzuentwickeln, absolute Stabilität zu bewahren und ihre Höchstbewertungen bei der Zuverlässigkeit zu halten", sagte er. Diese Einschätzung deckt sich mit der Rolle der Zentralbank, die Peskow als "Megaregulator" bezeichnete, der die Entwicklungen aufmerksam verfolge und notwendige Maßnahmen ergreife, um die Stabilität des Sektors zu gewährleisten. Für die Abwicklung von Außenhandelsgeschäften stünden zudem spezialisierte Dienstleister bereit, die das gesamte Leistungsspektrum abdeckten – ein Hinweis darauf, dass Sanktionen zwar den Zahlungsverkehr erschweren, aber nicht unterbinden.
Aus europäischer Sicht offenbart die wiederholte Bekräftigung russischer Resilienz eine Kommunikationsstrategie, die sowohl innenpolitische Beruhigung als auch außenwirtschaftliche Signalwirkung erzielen soll. Brüssel verfolgt mit den Sanktionen das Ziel, die Finanzierungsmöglichkeiten der russischen Kriegswirtschaft spürbar einzuschränken. Doch die beharrliche Profitabilität der Großbanken und die Anpassungsfähigkeit über Mittelsmänner lassen Zweifel an der Durchschlagskraft der Maßnahmen aufkommen. Experten verweisen jedoch darauf, dass langfristig der erschwerte Zugang zu internationalen Kapitalmärkten und moderner Finanztechnologie die Effizienz des Sektors beeinträchtigen könnte.
Ungeachtet der neuen EU-Pläne bleibt Moskau also bei seiner Darstellung, dass die heimische Finanzindustrie robust und an Sanktionen gewöhnt sei. Tatsächlich deuten die jüngsten Gewinnmeldungen großer Institute darauf hin, dass das System – gestützt durch hohe Rohstoffeinnahmen und staatliche Eingriffe – bislang widerstandsfähig geblieben ist. Die Frage, ob die geplanten Verschärfungen diese Stabilität ins Wanken bringen können, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Kreml-Beobachter rechnen indes damit, dass die offizielle Rhetorik der Unerschütterlichkeit unabhängig von der realen Entwicklung fortgesetzt wird.
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