
Lexus TZ, Chevrolet Sonic und Jaecoo 5: Die globale SUV-Offensive nimmt Fahrt auf
Lexus bringt 2027 einen sechssitzigen Elektro-SUV nach Europa, während Chevrolet in Südamerika den kompakten Sonic und Jaecoo einen Hybriden lancieren.
Die wohl bedeutendste Ankündigung dieser Woche kommt aus Japan: Lexus hat den TZ vorgestellt, ein vollelektrisches Sport Utility Vehicle mit Platz für sechs Passagiere, das 2027 in Europa auf den Markt kommen soll. Mit einer Länge von 5,10 Metern, einer Batteriekapazität von 95,8 Kilowattstunden und einer Reichweite von bis zu 530 Kilometern zielt das Modell auf ein Segment ab, das bislang kaum von batteriebetriebenen Fahrzeugen bedient wird: große Familien-SUVs, die Komfort und Langstreckentauglichkeit mit emissionsfreiem Antrieb verbinden. Die Japaner bezeichnen den Innenraum als „Driving Lounge“ – ein Konzept, das auf maximalen Reisekomfort und Geräuschdämmung setzt. Aus Tokioter Sicht ist der TZ ein entscheidender Schritt, um im europäischen Premiummarkt gegen etablierte Konkurrenz wie BMW oder Mercedes zu bestehen, die ebenfalls an elektrischen Großraumlimousinen arbeiten.
Während Lexus die Zukunft in Europa plant, drängt Chevrolet in Südamerika mit einem neuen Modell in die Gegenwart. Der in Gravataí, Brasilien, gefertigte Sonic ist ein kompakter SUV, der zwischen dem Onix Activ und dem Tracker positioniert wird. Angetrieben wird er von einem 1,0-Liter-Turbomotor mit Direkteinspritzung, der 18,9 kgfm Drehmoment liefert und mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe kombiniert ist. Aus brasilianischer Perspektive ist der Sonic Teil einer aggressiven Marktoffensive: Das Fahrzeug soll im Juni auch in Argentinien zu einem Einstiegspreis von umgerechnet rund 38.400.000 argentinischen Pesos angeboten werden. Die Maße von 4,23 Metern Länge und ein Kofferraumvolumen von 392 Litern platzieren ihn im hart umkämpften Segment der kompakten Geländewagen.
Parallel dazu bereitet die chinesische Marke Jaecoo ihren Eintritt in den lateinamerikanischen Markt vor. Beim Jaecoo 5 handelt es sich um einen kompakten Hybrid-SUV, den die CNN Brasil im Rahmen einer Testfahrt auf chinesischen Straßen erproben konnte. Auf einer rund 600 Kilometer langen Strecke durch Wuhu und Umgebung, die zu achtzig Prozent aus Autobahnen bestand, zeigte das Fahrzeug ein bemerkenswert niedriges Verbrauchsniveau, das auf die Effizienz des Hybridantriebs zurückzuführen ist. Der Preis soll in Brasilien unter 160.000 Real liegen – ein Niveau, das den Wagen für eine breite Käuferschicht attraktiv macht. Beobachter in Peking sehen darin einen Beleg für die Strategie chinesischer Hersteller, mit erschwinglichen elektrifizierten Modellen in die Lücke zwischen konventionellen Verbrennern und reinen E-Autos zu stoßen.
Die drei Ankündigungen zeichnen ein Bild eines globalen Automobilmarktes, der sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten elektrifiziert. Während Lexus im hochpreisigen europäischen Luxussegment auf reine Batterietechnik setzt, bedienen Chevrolet und Jaecoo mit Turbobenzinern und Hybriden die volumenstarken Märkte Südamerikas. Für deutschsprachige Leser ist vor allem der Lexus TZ von Belang, da er ab 2027 auch in Deutschland und der Schweiz erhältlich sein wird. Dass Chevrolet in Europa nicht mehr präsent ist, zeigt die Fragmentierung der Branche: Jede Region erhält die Modelle, die zu ihren Ladeinfrastrukturen und Kaufkraftverhältnissen passen. Die Zukunft gehört der Elektromobilität, doch der Übergang bleibt ein Flickenteppich – und neue Modelle wie Sonic und Jaecoo 5 sind die Pflastersteine auf diesem unebenen Weg.
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