
Lula appelliert an Brasiliens Seleção: „Spielt mit Seele“ vor WM-Auftakt
Brasiliens Präsident forderte in einer Videobotschaft an Trainer Ancelotti und die Mannschaft Kampfgeist und Hingabe für das Volk – die Copa 2026 beginnt gegen Marokko.
Wenige Stunden vor dem ersten Spiel der brasilianischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 hat sich Präsident Luiz Inácio Lula da Silva mit einem ungewöhnlich emotionalen Appell an Trainer Carlo Ancelotti und die Spieler gewandt. In einem auf Instagram veröffentlichten Video forderte er das Team auf, nicht nur technisch zu glänzen, sondern „mit ein wenig Seele“ zu spielen. „Ihr tragt das Trikot eines ganzen Landes“, sagte Lula und betonte, dass Millionen Brasilianer auf den ersehnten sechsten Titel hofften. Die Botschaft, die in zahlreichen brasilianischen Medien wie CNN Brasil, Band und Agência Brasil aufgegriffen wurde, setzt den Ton für eine Kampagne, die weit über den Sport hinausweist.
Aus brasilianischer Sicht ist der Appell mehr als eine Durchhalteparole. Lula, der im Video ein Nationaltrikot mit dem Aufkleber „O Brasil é dos brasileiros“ trug, verknüpfte den sportlichen Erfolg direkt mit dem Gemütszustand der Nation. „Spielt für das brasilianische Volk, das einen Sieg braucht“, sagte er und fügte hinzu: „Eine Weltmeisterschaft bestreitet man nicht, man gewinnt sie.“ Der Präsident ermahnte die Spieler, nach jedem Sturz sofort aufzustehen und den Ball zurückzuerobern, und schloss mit der eindringlichen Bitte: „Um Gottes willen, schießt auf das gegnerische Tor.“ Diese Mischung aus Volkstümlichkeit und taktischer Direktive spiegelt eine Regierung, die den Fußball als sozialen Kitt versteht – ein Kontrast zur eher zurückhaltenden politischen Sportrhetorik im deutschsprachigen Raum.
International wurde die Intervention aufmerksam registriert. Die argentinische Nachrichtenagentur Noticias Argentinas griff die Aufforderung, „mit ein wenig Seele“ zu spielen, als Zeichen der Nervosität vor dem Duell mit Marokko auf. Aus Moskauer Perspektive berichtete Lenta.ru über den Instagram-Aufruf, obwohl die Plattform in Russland offiziell gesperrt ist – ein Hinweis auf die globale Strahlkraft des brasilianischen Fußballs selbst unter restriktiven Medienbedingungen. In Brasilien selbst blieb die Reaktion nicht unpolitisch: Während Lula seine Botschaft platzierte, meldete sich auch der frühere Präsidentensohn Flávio Bolsonaro als Fan zu Wort, was die anhaltende Politisierung des Nationalteams unterstreicht.
Die Wahl Ancelottis als Adressat ist bemerkenswert. Der Italiener, der als erster ausländischer Trainer eine brasilianische Mannschaft in eine WM führt, steht unter besonderem Druck. Lulas Worte lassen sich als öffentlicher Auftrag lesen, die oft kritisierte mentale Fragilität des Teams zu überwinden. Die Gruppe C mit Haiti, Marokko und Schottland gilt als machbar, doch das Auftaktspiel im MetLife Stadium von New Jersey gegen den Afrika-Vizemeister ist ein früher Härtetest. Beobachter in São Paulo und Rio de Janeiro werten die Videobotschaft als Versuch, die Mannschaft auf eine kollektive Mission einzuschwören, die über individuelle Klasse hinausgeht.
Für den weiteren Turnierverlauf könnte Lulas emotionaler Vorstoß zweischneidig sein. Gelingt der Start, wird er als inspirierender Impulsgeber gefeiert; bei einem Stolpern droht die Rhetorik als leere Geste nachzuhallen. Die deutschsprachige Fußballöffentlichkeit, die mit der Seleção stets eine ambivalente Faszination verbindet, blickt auf ein Team, das nun nicht nur sportlich, sondern auch symbolisch schwer beladen ist. Ob die „Seele“, die Lula einforderte, in Tore umgemünzt werden kann, entscheidet sich in den kommenden Wochen – und könnte den Ton für eine ganze Amtszeit prägen.
| Lateinamerikanische Presse | +0.40 | aligned |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
Präsident Lula nahm vor Brasiliens WM-Auftakt eine Videobotschaft an Trainer Ancelotti auf, in der er das Team dazu aufrief, mit Seele, Kampfgeist und Hingabe für das brasilianische Volk zu spielen. Er betonte, dass Brasiliens Mannschaft zwar nicht die beste der Welt, aber die beste Brasiliens sei und dass die Weltmeisterschaft nicht ausgetragen, sondern gewonnen werde. Der Appell verband kämpferische Pragmatik mit einem triumphierenden Selbstverständnis.
Brasiliens Präsident Lula da Silva wandte sich vor dem WM-Auftakt über Instagram an Spieler und Trainer Ancelotti — eine in Russland verbotene Plattform, da sie zu Meta gehört, das als extremistische Organisation eingestuft ist. Er rief dazu auf, mit Seele, Willen und Hingabe zu spielen, wünschte viel Glück und erinnerte daran, dass sie das Trikot einer ganzen Nation tragen. Die Meldung bleibt neutral und fügt einen sachlichen Hinweis zum rechtlichen Status der Plattform hinzu.
Erweitere deinen Horizont
Washington entzieht brasilianischer Botschafterin das Visum
3 Sprachen · 43 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“
2 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyWeißes Haus schließt offene KI-Modelle von Sicherheitstests aus
3 Sprachen · 11 Quellen