
Medal of Honor für drei Veteranen – Trump nutzt Feierstunde für Börsenlob und Selbstironie
Bei der Verleihung der höchsten US-Militärauszeichnung vermischte der Präsident Heldenehrung mit Kommentaren zur Wirtschaft und einer missglückten Schleifenbindung.
Im East Room des Weißen Hauses hat Präsident Donald Trump am Donnerstag drei Veteranen mit der Medal of Honor ausgezeichnet, der höchsten Tapferkeitsmedaille der amerikanischen Streitkräfte. Geehrt wurden der 88-jährige Marine-Major James Capers Jr. und der frühere Army-Major Nicholas Dockery für Einsätze in Vietnam und Afghanistan; posthum erhielt die Auszeichnung Marine-Colonel John W. Ripley, der 2008 verstarb. Die Ehrungen galten außergewöhnlichen Rettungsaktionen unter feindlichem Beschuss: Capers hatte 1967 trotz 17 Schrapnellwunden und gebrochenem Bein den Rückzug seiner überfallenen Aufklärungspatrouille organisiert; Ripley sprengte 1972 allein mit 250 Kilogramm Sprengstoff eine strategische Brücke bei Dong Ha und stoppte so eine nordvietnamesische Offensive; Dockery rettete 2012 in der afghanischen Provinz Kapisa einen verschleppten Kameraden aus den Händen zweier Taliban-Kämpfer und belebte ihn wieder.
Aus Washingtoner Sicht geriet die Zeremonie jedoch rasch zu einer Bühne für Trumps politische Agenda. Noch bevor er die Medaillen anlegte, verwies der Präsident auf neue Allzeithochs an den Aktienmärkten und behauptete, die privaten Rentenkonten der Amerikaner hätten ebenfalls Rekordstände erreicht; die Ölpreise fielen „wie ein Stein“. Verteidigungsminister Pete Hegseth, den Trump als „Secretary of War“ titulierte – eine Bezeichnung, die seit 1947 nicht mehr offiziell verwendet wird –, habe „zuletzt einige gute Siege errungen“. Mit einem Anflug von Selbstironie fügte Trump hinzu, er hätte die Medaille gern sich selbst verliehen, sei aber belehrt worden, dass dies nicht gehe, und habe „nichts gefunden, wofür ich tatsächlich würdig gewesen wäre“.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein unbeholfener Moment: Beim Anlegen der Auszeichnung an Major Dockery benötigte Trump fast eine Minute, um die Kordel zu einer Schleife zu binden, und zog sie schließlich so stramm, dass sie den Hals des Geehrten einschnürte. Der Präsident quittierte die Panne mit einem Lachen, das vom applaudierenden Publikum aufgenommen wurde. Zuvor hatte er bei Major Capers eine fast zärtliche Geste gezeigt, als er den Veteranen an den Schultern fasste und die Medaille sorgfältig ausrichtete – ein kurzer Moment stiller Verbundenheit, der Capers ein Lächeln entlockte.
In europäischen Hauptstädten dürfte die Vermischung von militärischem Pathos, wirtschaftspolitischer Eigenwerbung und slapstickhafter Unbeholfenheit Befremden auslösen. Während die Medal of Honor in den Vereinigten Staaten als nahezu sakrales Symbol für „auffällige Tapferkeit und Unerschrockenheit unter Einsatz des eigenen Lebens“ gilt, zeigte Trump einmal mehr seine Neigung, selbst feierlichste Anlässe für tagespolitische Botschaften zu nutzen. Dass die Zeremonie nur einen Tag nach der Unterzeichnung eines Memorandums zur Beendigung des von ihm selbst begonnenen Konflikts mit dem Iran stattfand, unterstrich den inszenatorischen Charakter. Für das deutschsprachige Publikum bleibt das Ereignis ein Lehrstück über den gegenwärtigen Stil des Weißen Hauses: Heldengedenken wird zur Projektionsfläche für einen Präsidenten, der die Grenze zwischen Staatsakt und Selbstinszenierung bewusst verwischt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
Bei der Zeremonie im Weißen Haus wurden drei Veteranen für ihren Heldenmut in Vietnam und Afghanistan mit der Medal of Honor ausgezeichnet. Der Präsident würdigte ihren außergewöhnlichen Mut, hochrangige Verteidigungsbeamte waren anwesend. Die Berichterstattung konzentrierte sich auf die Opfer der Geehrten und die Bedeutung der höchsten militärischen Auszeichnung.
Die feierliche Medal-of-Honor-Zeremonie nahm eine peinliche Wendung, als der Präsident über eine Minute lang damit kämpfte, das Band um den Hals des Geehrten zu befestigen. Grimassen und improvisierte Knoten machten den Moment zu einem unbeholfenen Schauspiel, wobei der Präsident scherzte, um die Verlegenheit zu überspielen. Der Vorfall überschattete die Ehrung der Kriegshelden.
Ein Video, das zeigt, wie der Präsident während der Zeremonie mit dem Band der Medaille herumfummelt und fast eine Minute braucht, um einen Knoten zu binden, der am Ende zu eng sitzt, ging viral. Der Präsident lachte unter Applaus über den peinlichen Moment. Die Berichterstattung behandelte den Fauxpas als unbeschwerte Ablenkung von den formellen militärischen Ehren.
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