Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETFreitag, 7. August 2026
320 Quellen · 17 Sprachen85 Briefings heute
Freitag, 1. Mai 2026

Muschel-Post soll Trump bedroht haben: Comey stellt sich der Justiz

Der ehemalige FBI-Direktor James Comey hat sich am Mittwoch den Behörden gestellt, nachdem eine Grand Jury in North Carolina Anklage gegen ihn erhoben hatte. Der Vorwurf: Er habe Präsident Donald Trump mit einem Instagram-Post bedroht, der am Strand von North Carolina arrangierte Muscheln in der Form der Ziffern „86 47“ zeigte. Aus Sicht des Justizministeriums handelt es sich um einen chiffrierten Aufruf zur Tötung des 47. Präsidenten – ein Vorwurf, den Comey als absurd zurückweist. Die Prozedur in einem Bundesgericht in Virginia dauerte nur zehn Minuten; der Richter sah von Auflagen ab. Es ist das zweite Strafverfahren gegen Comey innerhalb eines Jahres, nachdem eine frühere Anklage wegen Falschaussage vor dem Kongress von einem Gericht verworfen worden war.

Bemerkenswert ist die Vorgeschichte des neuen Falls: Nach Informationen aus dem Justizministerium hatte die frühere Generalstaatsanwältin Pam Bondi die Muschel-Ermittlungen zunächst auf Eis gelegt, weil sie die Rechtslage für zu schwach hielt. Erst nach ihrer Entlassung durch Trump und der Berufung von Todd Blanche als Interimschef gewann der Fall an Fahrt – ein Wechsel, der in Washington als politische Einflussnahme gedeutet wird. Trump selbst schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die Zahl „86“ sei ein Mafia-Begriff für „Bring ihn um“ und bezeichnete Comey als „dreckigen Bullen“. In einem Interview mit CNN bekräftigte er, sein Leben sei durch den Post „wahrscheinlich“ in Gefahr gewesen.

Doch selbst in Trumps eigenem Lager stößt die Anklage auf Skepsis. Der texanische Kongressabgeordnete Troy Nehls, sonst einer der loyalsten Unterstützer des Präsidenten, räumte ein, die Anklage sei „weit hergeholt“. Ehemalige Bundesstaatsanwälte beider Parteien sprechen von einer „Peinlichkeit“ und einem „deprimierenden“ Rechtsmissbrauch. Aus europäischer Perspektive, insbesondere in Berlin, Wien und Bern, verfolgt man die Entwicklung mit Sorge: Die Instrumentalisierung der Strafjustiz gegen politische Gegner untergräbt das Vertrauen in rechtsstaatliche Prinzipien, die auch für die transatlantischen Beziehungen konstitutiv sind. Sollte der Fall Comey vor Gericht Bestand haben, droht ein weiterer Präzedenzfall, der die Grenzen des politischen Diskurses in den USA gefährlich verschiebt.

Aktuell
Mehr als 50 verwesende Leichen in Chicagoer Bestattungshaus entdeckt·Sprengstoffdrohne in Leipzig: Regierung beruft Sicherheitsrat ein·Trump unternimmt neuen Anlauf zur Entlassung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook·Chelsea und AC Mailand vor Duell in Jakarta: Alonso setzt auf Mentalität, Amorim auf Flexibilität·Netflix-Doku über Idaho-Morde dominiert Charts – Verurteilter will Geständnis widerrufen·ADNOC: 15 Schiffe in der Straße von Hormus attackiert, ein Besatzungsmitglied getötet·Selenskyjs erster offizieller Besuch in Serbien: Ein Signal an Russland und die EU·US-Finanzminister Bessent: Waffenruhe mit Iran könnte binnen Tagen stehen·Mehr als 50 verwesende Leichen in Chicagoer Bestattungshaus entdeckt·Sprengstoffdrohne in Leipzig: Regierung beruft Sicherheitsrat ein·Trump unternimmt neuen Anlauf zur Entlassung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook·Chelsea und AC Mailand vor Duell in Jakarta: Alonso setzt auf Mentalität, Amorim auf Flexibilität·Netflix-Doku über Idaho-Morde dominiert Charts – Verurteilter will Geständnis widerrufen·ADNOC: 15 Schiffe in der Straße von Hormus attackiert, ein Besatzungsmitglied getötet·Selenskyjs erster offizieller Besuch in Serbien: Ein Signal an Russland und die EU·US-Finanzminister Bessent: Waffenruhe mit Iran könnte binnen Tagen stehen·
Akt. 04:593 Sprachen · 8 Quellen
8 Quellen|3 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Freitag, 1. Mai 2026

Muschel-Post soll Trump bedroht haben: Comey stellt sich der Justiz

Der ehemalige FBI-Direktor James Comey hat sich am Mittwoch den Behörden gestellt, nachdem eine Grand Jury in North Carolina Anklage gegen ihn erhoben hatte. Der Vorwurf: Er habe Präsident Donald Trump mit einem Instagram-Post bedroht, der am Strand von North Carolina arrangierte Muscheln in der Form der Ziffern „86 47“ zeigte. Aus Sicht des Justizministeriums handelt es sich um einen chiffrierten Aufruf zur Tötung des 47. Präsidenten – ein Vorwurf, den Comey als absurd zurückweist. Die Prozedur in einem Bundesgericht in Virginia dauerte nur zehn Minuten; der Richter sah von Auflagen ab. Es ist das zweite Strafverfahren gegen Comey innerhalb eines Jahres, nachdem eine frühere Anklage wegen Falschaussage vor dem Kongress von einem Gericht verworfen worden war.

Bemerkenswert ist die Vorgeschichte des neuen Falls: Nach Informationen aus dem Justizministerium hatte die frühere Generalstaatsanwältin Pam Bondi die Muschel-Ermittlungen zunächst auf Eis gelegt, weil sie die Rechtslage für zu schwach hielt. Erst nach ihrer Entlassung durch Trump und der Berufung von Todd Blanche als Interimschef gewann der Fall an Fahrt – ein Wechsel, der in Washington als politische Einflussnahme gedeutet wird. Trump selbst schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die Zahl „86“ sei ein Mafia-Begriff für „Bring ihn um“ und bezeichnete Comey als „dreckigen Bullen“. In einem Interview mit CNN bekräftigte er, sein Leben sei durch den Post „wahrscheinlich“ in Gefahr gewesen.

Doch selbst in Trumps eigenem Lager stößt die Anklage auf Skepsis. Der texanische Kongressabgeordnete Troy Nehls, sonst einer der loyalsten Unterstützer des Präsidenten, räumte ein, die Anklage sei „weit hergeholt“. Ehemalige Bundesstaatsanwälte beider Parteien sprechen von einer „Peinlichkeit“ und einem „deprimierenden“ Rechtsmissbrauch. Aus europäischer Perspektive, insbesondere in Berlin, Wien und Bern, verfolgt man die Entwicklung mit Sorge: Die Instrumentalisierung der Strafjustiz gegen politische Gegner untergräbt das Vertrauen in rechtsstaatliche Prinzipien, die auch für die transatlantischen Beziehungen konstitutiv sind. Sollte der Fall Comey vor Gericht Bestand haben, droht ein weiterer Präzedenzfall, der die Grenzen des politischen Diskurses in den USA gefährlich verschiebt.

Divergenz der Quellen

— · 8 Quellen · 3 Sprachen

0%Niedrig

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Diese Nachricht erschien in

8 Quellen · 3 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

US-Senat verabschiedet umfassende Sanktionen gegen Russland und Iran

9 Sprachen · 25 Quellen

Aus Economy & Markets

Steigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern

2 Sprachen · 6 Quellen

Aus Technology

Weißes Haus schließt offene KI-Modelle von Sicherheitstests aus

3 Sprachen · 11 Quellen

Mehr lesen