
Aung San Suu Kyi trifft erstmals seit dem Putsch einen Rotkreuz-Vertreter
Die 81-jährige Friedensnobelpreisträgerin traf am Montag in Naypyitaw den ICRC-Residenten Arnaud de Baecque – das erste öffentlich bestätigte Treffen seit ihrem Sturz 2021.
Die frühere myanmarische Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat am Montag in der Hauptstadt Naypyitaw einen Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) getroffen. Es war die erste öffentlich bekanntgewordene Begegnung der 81-jährigen Friedensnobelpreisträgerin mit einem ausländischen Funktionär seit ihrer Absetzung durch den Militärputsch im Februar 2021. Die Regierungssprecherin Khine Khine Soe bestätigte das Treffen über den Nachrichtendienst Telegram und veröffentlichte vier Fotografien, die Suu Kyi in traditioneller birmanischer Kleidung zusammen mit dem IKRK-Residenten Arnaud de Baecque zeigen, sowie ein Bild der Nobelpreisträgerin beim Anschneiden einer Geburtstagstorte. Das IKRK selbst äußerte sich zunächst nicht zu dem Termin.
Der Sohn Suu Kyis, Kim Aris, zeigte sich gegenüber der Zeitung „The Independent“ erleichtert über den ersten unabhängigen Beleg, dass seine Mutter noch lebt. „Nach fünf qualvollen Jahren, in denen meine Mutter von einem Diktaturregime zu Unrecht eingesperrt war, habe ich nun den Beweis, dass sie noch lebt“, sagte Aris. Er forderte die sofortige Freilassung seiner Mutter und warf der Junta vor, Suu Kyi seit mehr als fünf Jahren in Einzelhaft festzuhalten. Die Militärregierung hatte wiederholt erklärt, Suu Kyi befinde sich bei guter Gesundheit. Ihre Anwälte hatten sie zuletzt im Dezember 2022 gesehen, als die Junta sie zu 33 Jahren Haft verurteilte, später auf 27 Jahre reduziert. Seit April dieses Jahres ist Suu Kyi nach Angaben der Behörden offiziell in Hausarrest, ihr genauer Aufenthaltsort ist jedoch weiterhin unbekannt.
Der erzwungene Rückzug Suu Kyis aus der Öffentlichkeit hatte international Besorgnis über ihren Gesundheitszustand ausgelöst. Die Militärjunta unter Min Aung Hlaing hatte die gewählte Regierung im Februar 2021 durch einen Staatsstreich entmachtet und Suu Kyi wegen einer Reihe von Anklagepunkten verurteilt, die Menschenrechtsorganisationen als politisch motiviert betrachten. Aus dem Kreis der südostasiatischen ASEAN-Staaten war mehrfach die Forderung nach Zugang zu Suu Kyi laut geworden, zuletzt im Mai durch einen Sondergesandten der Philippinen. Die Militärbehörden lehnten dies ab. Die von der Junta nach einer manipulierten Wahl im April gebildete neue Regierung gab Ende April eine teilweise Begnadigung Suu Kyis bekannt, ließ aber weiterhin keine unabhängige Überprüfung ihres Zustands zu.
Das Treffen mit dem IKRK-Vertreter ist der erste bestätigte Kontakt Suu Kyis zur Außenwelt seit einem Brief an ihren Sohn vor zweieinhalb Jahren. Wie es mit dem Zugang zu der prominentesten politischen Gefangenen des Landes weitergeht, ist offen. Die Junta hat sich bislang nicht zu weiteren Besuchen geäußert. Kim Aris mahnte, der internationale Druck für eine Freilassung seiner Mutter dürfe nicht nachlassen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | −0.50 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Myanmar's junta, with its photos, tries to placate calls for a proof of life, but concerns for Suu Kyi's health remain high. It is a propaganda move.
The official version is called into question by emphasising that the photos are a response to international pressure, not a gesture of transparency.
No weight is given to the possibility that the meeting could signal improved detention conditions, focusing solely on distrust.
Myanmar's junta holds Suu Kyi hostage with fabricated charges while civil war rages. The Red Cross meeting is merely a faint light in a context of repression.
Historical context and the junta's violence are invoked to reaffirm the regime's responsibility, trivialising the meeting as irrelevant to the overall situation.
The possibility that the meeting might have been granted for genuine humanitarian reasons is ignored, focusing only on the repressive framework.
Myanmar's junta releases photos of Suu Kyi with the Red Cross, demonstrating her state of health.
The news is presented as an objective fact, without adding interpretations or doubts about its reliability.
The ongoing civil war and the accusations of persecution against Suu Kyi are not mentioned, elements that would cast doubt on the junta's good faith.
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