
Natalie Portman mit 45: Schwangerschaft zwischen Hoffnung und Warnung
Die Schauspielerin erwartet ihr drittes Kind. Ihre öffentliche Freude weckt Hoffnungen, doch Fachleute warnen vor falschen Schlüssen über die biologische Uhr.
In einem Restaurant bemerkte Natalie Portman während einer Schwangerschaft einen Gas- oder Rauchgeruch, den sie als störend empfand. In einem Interview mit dem französischen Magazin ELLE erklärte die Schauspielerin, ihr Geruchssinn werde bei jeder Schwangerschaft deutlich stärker – eine womöglich natürliche Wachsamkeit des Körpers. Die Episode zeigt, wie sehr die Schwangerschaft ihre Wahrnehmung verändert.
Die 45-Jährige erwartet ihr drittes Kind, ihr erstes mit dem französischen Musiker Tanguy Destable. Kürzlich veröffentlichte sie ein intimes Foto aus ihrer Pariser Wohnung mit der Bildunterschrift „Counting the days until we meet you“. Die Reaktionen darauf waren überwältigend freudig, berichtet die australische Nachrichtenseite 7NEWS. Doch solche prominenten Schwangerschaften werfen auch Fragen auf: Sie können Hoffnung geben, aber auch den Eindruck erwecken, die biologische Uhr ticke nicht so laut, wie Generationen von Frauen geglaubt haben.
Die Fertilitätsspezialistin Dr. Anne Clark, die international ausgebildet wurde, beobachtet in Australien einen deutlichen Trend zu späteren Geburten. Gründe seien Karriere, Lebenshaltungskosten und Lebenswege, die nicht der traditionellen Reihenfolge folgen. Die Geburtenrate des Landes sei auf ein Rekordtief von 1,48 Geburten pro Frau gefallen. Clark betont jedoch, dass die Öffentlichkeit bei Prominenten selten erfahre, ob die Schwangerschaft natürlich, per IVF, mit eingefrorenen Embryonen oder Eizellspende zustande kam – Details, die die Bedeutung für andere Frauen dramatisch verändern könnten. Auch Portmans Schwangerschaft folgt auf eine Reihe ähnlicher Ankündigungen: Melissa George brachte mit 49 ihren vierten Sohn zur Welt, Anne Hathaway erwartet mit 43 ihr drittes Kind.
Portman selbst beschreibt die Schwangerschaft in dem ELLE-Interview als eine Art Reinigungsprozess: Sie trinke keinen Alkohol und reduziere Koffein, als sei sie noch nie so sauber gewesen. Sie versuche, sich täglich zu bewegen; üblicherweise schwimme sie, gehe spazieren und praktiziere Gyrotonics, bei veganer Ernährung. Diese persönlichen Einblicke bleiben jedoch die Ausnahme; bei den meisten Prominenten bleibe unklar, wie die Schwangerschaft zustande kam, warnt Clark. „Sie wissen nicht, ob sie in der Vergangenheit IVF hatten und nun gefrorene Embryonen verwenden“, sagte sie gegenüber 7NEWS.
Ob Portmans Schwangerschaft auf natürlichem Wege oder mit medizinischer Hilfe entstand, bleibt unklar – wie bei den meisten prominenten Fällen. Das Bild, das sie mit ihrer wachsenden Kugel zeigt, ist daher zugleich ein Versprechen und eine Unbekannte. ‚Die Tage bis zu unserem Treffen zähle ich‘, schrieb sie – eine Zählung, deren Ausgangspunkt die Öffentlichkeit nicht kennt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Subsaharisch-afrikanische Presse | +0.80 | aligned |
| Südostasiatische Presse | +0.40 | aligned |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
Fertilitätsexperten warnen vor dem Optimismus, der durch prominente Fälle genährt wird.
Es reduziert den Fall Portman auf einen statistischen Datenpunkt, indem es das Einzelbeispiel den Durchschnittswahrscheinlichkeiten gegenüberstellt und so die Kraft des persönlichen Beispiels untergräbt.
Es verschweigt die emotionalen und feierlichen Aspekte der späten Mutterschaft und reduziert sie auf ein statistisches Problem.
Afrikanische Frauen bezeugen ihre Freude: Nach Jahren des Wartens ist das Kind ein Segen und ein Beweis des Glaubens.
Es konstruiert weibliche Identität durch Fruchtbarkeit und Religion, verschiebt den Diskurs vom Körper zur göttlichen Vorsehung und löscht so jede Ambivalenz aus.
Es erwähnt weder medizinische Risiken noch Alternativen und hinterfragt auch nicht den gesellschaftlichen Druck auf Mutterschaft.
Die Schönheitsindustrie integriert Portmans Schwangerschaft in ihre Botschaft: Mutterschaft ist eine weitere Form von Wohlbefinden und Anziehungskraft.
Sie verbindet die Schwangerschaft mit einem kommerziellen Produkt und normalisiert sie durch die Ästhetik der Marke, wodurch jeder kritische oder persönliche Aspekt gelöscht wird.
Sie lässt jede Diskussion über Risiken einer späten Schwangerschaft und Ungleichheiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung aus; Mutterschaft wird als Lifestyle-Entscheidung präsentiert.
Schauspielerinnen prangern ein System an, das sie zwingt zu gefallen: Späte Schwangerschaft ist eine weitere auferlegte Performance.
Es geht vom Einzelfall aus, um eine universelle Kategorie der Unterdrückung zu konstruieren, und verlagert die Aufmerksamkeit von persönlichen Entscheidungen auf soziale Strukturen.
Es berücksichtigt nicht die Möglichkeit, dass die Schwangerschaft gewünscht und glücklich war, und ignoriert die Stimmen der Frauen, die sie feiern.
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