
Netanjahu ordnet Ausweitung der Gaza-Kontrolle auf 70 Prozent an
Offener Bruch des Waffenstillstands: Israelische Truppen sollen 70 Prozent des palästinensischen Küstenstreifens besetzen – internationale Empörung und Eskalationsgefahr.
Mit einem öffentlichen Befehl zur Ausweitung der militärischen Kontrolle auf 70 Prozent des Gazastreifens hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu das brüchige Waffenstillstandsabkommen vom Oktober 2025 offen infrage gestellt. Auf einer Konferenz in einer Siedlung im besetzten Westjordanland erklärte er, man „quetsche die Hamas aus“, kontrolliere derzeit 60 Prozent des Küstenstreifens und werde Schritt für Schritt vorgehen – zunächst auf 70 Prozent. Der Zuruf „100“ aus dem Publikum quittierte er mit den Worten: „Der Reihe nach, erst einmal 70. Drücken wir sie von allen Seiten, um die Überreste werden wir uns später kümmern.“ Die Ansage markiert eine Zäsur, denn sie bricht mit der unter US-Vermittlung vereinbarten „Yellow Line“, die Israels Kontrolle auf 53 Prozent des Gebiets begrenzen sollte.
Tatsächlich hatte sich die israelische Armee bereits über die vertraglichen Grenzen hinaus ausgebreitet. Nach zwei Jahren verheerender Bombardements als Reaktion auf den Hamas-Überfall vom Oktober 2023 kontrolliert Israel Schätzungen zufolge nun etwa 64 Prozent des in Trümmern liegenden Küstenstreifens, in dem die palästinensische Bevölkerung auf einen schmalen Landsaum zusammengedrängt ist. Die erste Phase des Waffenstillstands hatte die Freilassung aller verbliebenen Geiseln gegen inhaftierte Palästinenser ermöglicht, doch weder die Entwaffnung der Hamas noch ein Ende israelischer Angriffe sind erreicht worden. Aus Washingtoner Sicht offenbart die Entwicklung ein Scheitern des von der Trump-Regierung vermittelten Deals, ohne dass die US-Administration bislang spürbaren Druck auf ihren Verbündeten ausübte.
In der arabischen Welt stieß Netanjahus Vorstoß auf breite Empörung. Medien wie die indonesische Viva sprachen von „Wut“ und einer neuerlichen Besatzungsoffensive, während die indonesische Republika von einer Fortsetzung der „Kolonialisierung“ Gazas berichtete und einen bevorstehenden Vertreibungsplan andeutete. In europäischen Hauptstädten werteten Beobachter die Ankündigung als vorhersehbaren Bruch des Völkerrechts; schon im Vorfeld hatten Experten auf die Erosion des Abkommens hingewiesen. Unterdessen sieht sich Israel auch an anderen Fronten bedroht. Ein namentlich nicht genannter IDF-Kommandeur sprach von einer „existenzgefährdenden“ Mehrfronten-Lage, die vom Libanon bis in den Gazastreifen reiche, und deutete tiefe Verunsicherung selbst innerhalb der Armeeführung an.
Die Frage nach den weiteren Schritten bleibt offen. Netanjahu deutete an, die 70 Prozent könnten nur ein Etappenziel sein, was eine vollständige Annexion denkbar erscheinen lässt. Beobachter in asiatischen Medien wie der South China Morning Post verwiesen auf die blockierten Verhandlungen um einen weitergehenden US-Plan und warnten vor einer noch tieferen humanitären Katastrophe. Angesichts der Tötung eines neuen Hamas-Militärführers, über die Ámbito Financiero aus Buenos Aires berichtete, ist eine weitere Eskalation wahrscheinlich. Für Deutschland und Europa bleibt die Krise ein drängendes diplomatisches Problem: Ein Ende der Waffenruhe würde nicht nur die ohnehin prekäre Versorgung der Zivilbevölkerung kollabieren lassen, sondern auch die Stabilität des östlichen Mittelmeerraums gefährden – mit potenziellen Auswirkungen auf Fluchtbewegungen und Energieversorgung.
| Südostasiatische Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
| Israelische Presse | −0.30 | critical |
Netanjahus Befehl, die militärische Kontrolle auf 70 Prozent des Gazastreifens auszuweiten, ist ein eklatanter Bruch des Waffenstillstands und ein deutlicher Schritt zur Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung. Die internationale Gemeinschaft muss sofort handeln, um diese Aggression zu stoppen, die die Belagerung eines bereits in einem winzigen Küstenstreifen gefangenen Volkes verschärft.
Ministerpräsident Netanjahu hat das Militär angewiesen, die Kontrolle über Gaza auf 70 Prozent auszuweiten, gegenüber derzeit 60 Prozent. Der Schritt erfolgt trotz des Waffenstillstands vom Oktober und laufender Gespräche in Kairo; Israel erklärt, es ziehe die Schlinge um die Hamas enger.
Netanjahus Anweisung, 70 Prozent des Gazastreifens einzunehmen, bedeutet eine scharfe Eskalation, die den Waffenstillstand vom Oktober verletzt und die bereits in einer engen Küstenenklave eingepferchte Zivilbevölkerung weiter erdrosselt. Der von den USA vermittelte Waffenstillstand hat die Angriffe nicht gestoppt, und diese Ausweitung vertieft die humanitäre Katastrophe und lässt Zweifel an jedem diplomatischen Weg aufkommen.
Der von Netanjahu verkündete Befehl, die Kontrolle auf 70 Prozent des Gazastreifens auszuweiten, spiegelt einen wachsenden militärischen Griff wider, offenbart aber auch das Scheitern der Oktober-Waffenruhe, Ruhe zu bringen. Während die Regierung dies als verstärkten Druck auf die Hamas darstellt, warnen Kritiker, dass weitere Gebietsgewinne die humanitäre Krise nur verschlimmern und Israel in eine kostspielige, endlose Besatzung verstricken werden.
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