
New Yorks Bürgermeister Mamdani provoziert Milliardär: Steuerpläne spalten die Stadt
Ein Video vor Ken Griffins Penthouse löst eine Welle aus: New York erhebt eine Luxusimmobiliensteuer, während der Investor Jobs nach Miami verlagert.
Ein scharfes Gefecht zwischen New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani und Hedgefonds-Milliardär Ken Griffin hat die politische Landschaft der Stadt in Aufruhr versetzt. Auslöser war ein Video, das Mamdani im April vor Griffins Penthouse in Manhattan aufnahm, um für eine Steuer auf Luxusimmobilien zu werben – ein zentrales Element seiner Wahlkampfplattform. Der Clip, der über fünfzig Millionen Mal aufgerufen wurde, zeigt den Bürgermeister, wie er vor dem Wohnsitz des Citadel-Gründers die Einführung einer Steuer für die Reichsten der Stadt anpreist.
Griffin konterte auf der Milken-Konferenz in Beverly Hills mit ungewöhnlicher Schärfe: Er nannte das Video „gruselig und merkwürdig“ und verwies auf Sicherheitsrisiken. Der Milliardär, der selbst das teuerste Apartment der USA bewohnt, zog eine unmissverständliche Konsequenz: Sein Unternehmen werde seine Expansion in Miami beschleunigen und in den kommenden Jahren „weitaus mehr Arbeitsplätze“ dorthin verlagern. Das sei die „unmittelbare und direkte Folge der schlechten Entscheidung des Bürgermeisters“, so Griffin.
Aus Sicht der New Yorker Stadtverwaltung ist die Steuer ein notwendiges Instrument, um ein Haushaltsdefizit zu bekämpfen. Unterdessen hat Gouverneurin Kathy Hochul, die sonst neuen Abgaben skeptisch gegenübersteht, die Abgabe auf millionenschwere Zweitwohnungen in den Haushaltsentwurf des Bundesstaats aufgenommen. Angestrebt werden fünfhundert Millionen Dollar jährlich.
Die Washington Post verurteilte Mamdanis Vorgehen als „Politik des Neides“ und prognostizierte ein fiskalisches wie moralisches Scheitern. Aus Washingtoner Perspektive hingegen erhält der Bürgermeister prominente Rückendeckung. Der frühere Präsident Barack Obama würdigte Mamdani in einem Interview als „außergewöhnliches Talent“ und relativierte die innerparteilichen Zerwürfnisse zwischen progressiven und liberalen Flügeln der Demokraten.
Beobachter in Peking registrieren das Schauspiel mit Interesse: Die Debatte über Besteuerung von Superreichen und Kapitalflucht ist längst ein globales Politikum. Das Tauziehen zwischen Mamdani und Griffin zeigt, wie empfindlich die Städte auf das Signal der Steuerpolitik reagieren. Während New York auf Einnahmen hofft, profitiert Miami bereits von der Abwanderung von Kapital und Talent.
Die Frage bleibt, ob die Rechnung aufgeht: Kann eine Stadt durch Umverteilung mehr gewinnen, als sie durch den Exodus ihrer reichsten Bewohner verliert? Die nächsten Jahre werden weisen, ob Mamdanis Kurs die progressive Vision stärkt oder das Gegenteil bewirkt.
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