
Nintendo-Gewinn steigt um 53,5 Prozent – US-Zollrückerstattung treibt Ergebnis
Ein Nachschlag aus Washington beschert dem japanischen Spielekonzern im ersten Quartal einen Nettogewinn von 147,4 Milliarden Yen, während der Konsolenabsatz nachlässt.
Der Nettogewinn von Nintendo ist im Zeitraum April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um 53,5 Prozent auf 147,4 Milliarden Yen (rund 930 Millionen US-Dollar) gestiegen. Das Unternehmen übertraf damit die von Bloomberg erhobenen Analystenschätzungen von 77,8 Milliarden Yen deutlich. Als wesentlicher Treiber gilt die Rückerstattung von US-Einfuhrzöllen, nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die von Präsident Donald Trump im Vorjahr verhängten „Liberation Day“-Handelsabgaben für rechtswidrig erklärt hatte.
Der Umsatz des Konzerns sank indes um 9,5 Prozent auf 517,8 Milliarden Yen. Der Absatz der im vergangenen Sommer eingeführten Konsole Switch 2 ging um rund 30 Prozent auf 3,82 Millionen Einheiten zurück. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Nintendo mit einem weiteren Rückgang der Hardware-Verkäufe auf 16,5 Millionen Geräte, ein Minus von etwa 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis schnellte dennoch um das Zweieinhalbfache auf 142,6 Milliarden Yen hoch, begünstigt auch durch Wechselkursgewinne infolge des schwächeren Yen.
Stützend wirkten zudem robuste Software-Verkäufe. Titel wie „Yoshi and the Mysterious Book“, „Star Fox“ und „Pokémon Pokopia“ verzeichneten eine stabile Nachfrage; das Lebenssimulationsspiel „Tomodachi Life: Living the Dream“ setzte nahezu acht Millionen Exemplare ab. Der im April gestartete Animationsfilm „The Super Mario Galaxy Movie“ avancierte laut IMDBPro zum weltweit viertumsatzstärksten Kinofilm des Jahres.
Die Trump-Administration hat nach dem Gerichtsurteil rund 100 Milliarden Dollar der zuvor erhobenen 165 Milliarden Dollar an Zöllen zurückgezahlt. Nintendo hatte wenige Wochen nach dem Richterspruch Klage auf vollständige Erstattung zuzüglich Zinsen eingereicht. Parallel sieht sich der Konzern in den USA mit einer Sammelklage von Kunden konfrontiert, die eine Weitergabe der Rückerstattungen an die Verbraucher fordern. Nintendo bezeichnet die Klage als unbegründet. Unterdessen hat die US-Regierung im vergangenen Monat neue Zölle auf mehr als 80 Länder, darunter Japan, verhängt; eine Koalition aus 25 Bundesstaaten klagt dagegen.
Nintendo hält an seiner unveränderten Jahresprognose fest. Für das im März 2027 endende Geschäftsjahr wird ein Nettogewinn von 310 Milliarden Yen erwartet, ein Rückgang von fast 27 Prozent. Die Aktie notierte am Donnerstag in Tokio nach Bekanntgabe der Zahlen rund 2,9 Prozent fester.
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Nintendo erzielt einen Glücksfall aus Trumps Zollrückerstattung, während die Switch-2-Verkäufe sinken – ein glücklicher Zufall, der die Zahlen großartig aussehen lässt.
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