
Pentagon unterschätzt Kriegskosten: Iran-Feldzug könnte 50 Milliarden Dollar verschlingen
Die tatsächlichen Kosten des amerikanischen Militäreinsatzes gegen Iran könnten dramatisch höher liegen als offiziell zugegeben. Während Jules J. Hurst, der oberste Finanzbeamte des Pentagons, dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses am Mittwoch eine Gesamtsumme von 25 Milliarden Dollar nannte, berichten drei mit der Sache vertraute Quellen dem Nachrichtensender CNN, dass diese Zahl die massiven Schäden an US-Stützpunkten im Nahen Osten völlig ausklammere.
In Washington wird der wahre Betrag daher auf 40 bis 50 Milliarden Dollar geschätzt – fast das Doppelte der offiziellen Angabe. Allein in den ersten 48 Stunden des Konflikts Ende Februar hätten iranische Vergeltungsschläge mindestens neun Militärbasen in Bahrain, Kuwait, Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar schwer getroffen. Zahlreiche Radarsysteme, darunter eine THAAD-Batterie, seien zerstört worden, ebenso andere unersetzliche Ausrüstung.
Die Reparatur dieser Anlagen und der Ersatz des Abschussgeräts treiben die Rechnung in die Höhe – eine Belastung, die das Pentagon in seinen Haushaltsplänen offenbar nicht abbilden will. Aus Teheraner Sicht sind diese Enthüllungen ein Beleg für die Verwundbarkeit der amerikanischen Militärpräsenz in der Golfregion. Die iranische Führung dürfte die hohen Kosten als strategischen Erfolg verbuchen, zumal die Angriffe gezielt Logistik und Luftabwehr trafen.
Für die Golfstaaten, die als Gastgeber der Basen fungieren, entsteht ein Dilemma: Einerseits sehen sie sich durch iranische Raketen bedroht, andererseits fürchten sie eine dauerhafte militärische Eskalation auf ihrem Boden. Aus europäischer, insbesondere deutscher Perspektive wirft die Kostenexplosion Fragen auf. Berlin und Wien, die lange auf diplomatische Lösungen setzten, müssen nun mit einem langwierigen, teuren Konflikt rechnen, der die Energiepreise treibt und die Sicherheitsarchitektur am Persischen Golf erschüttert.
Die Schweiz als traditionelle Vermittlerin könnte neue Anläufe für eine Deeskalation unternehmen. Blickt man nach Moskau, so fällt auf, dass der Kremlchef zeitgleich seinen amerikanischen Amtskollegen zur Siegesparade am 9. Mai eingeladen hat.
Ob diese Geste einer Annäherung dient oder die Aufmerksamkeit von den wachsenden Kriegskosten ablenken soll, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die tatsächliche Rechnung für den Iran-Feldzug wird die Haushaltsdebatte in Washington und die strategische Planung des gesamten Westens noch lange beschäftigen.
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