
Putin bietet Trump Waffenruhe zum Tag des Sieges an – Iran rückt in den Fokus
In einem eineinhalbstündigen Telefonat zwischen Wladimir Putin und Donald Trump am Mittwoch ist der russische Präsident nach Angaben des Kremls auf den amerikanischen Amtskollegen zugetreten und hat eine Feuerpause im Ukraine-Konflikt anlässlich des russischen „Tags des Sieges“ am 9. Mai vorgeschlagen. Aus Washingtoner Sicht zeigte sich Trump aufgeschlossen; ein Sprecher des Weißen Hauses ließ durchblicken, der Präsident halte eine Einigung für greifbar.
Die Initiative folgt auf das Osterwochenende, an dem Moskau bereits eine mehrtägige Kampfpause ausgerufen hatte, die von Kiew jedoch nicht mitgetragen wurde. Aus Moskauer Perspektive betonte Putin, die Ziele der „speziellen Militäroperation“ stünden außer Frage – man ziehe jedoch Verhandlungen vor, sofern der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf die mehrfach unterbreiteten Vorschläge eingehe. Zugleich wies Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow darauf hin, dass die Ukraine mit „terroristischen Methoden“ zivile Ziele angreife, und verwies auf den ungleichen Austausch von Gefallenen: Russland habe seit Jahresbeginn mehr als zwanzigtausend Leichen übergeben, von Kiew seien nur gut fünfhundert eingegangen.
Der Telefonkontakt beschränkte sich nicht auf die Ukraine. Beobachter in Teheran verfolgen mit Sorge, dass beide Staatschefs auch die Lage am Persischen Golf erörterten. Putin unterstützte Trumps Entscheidung, die Waffenruhe gegenüber Iran zu verlängern, und warnte zugleich vor den verheerenden Folgen einer Bodenoffensive der USA und Israels.
Der russische Präsident sicherte zu, die Kommunikation mit Iran, den Golfstaaten, Israel und Washington fortzusetzen. Aus israelischer Perspektive, so berichtet der öffentliche Rundfunk Kan, sehe man in Trump den treibenden Faktor, der eine Seeblockade gegen Iran aufrechterhalten wolle, um Teheran zum Einlenken zu zwingen. In Washington zeigte sich Trump zuversichtlich, dass eine Gesamtlösung für die Ukraine „näher denn je“ sei; er äußerte die Vermutung, Putin sei bereits früher zu einem Abkommen bereit gewesen, doch „gewisse Leute“ hätten ihn daran gehindert.
Die europäischen Hauptstädte – namentlich Berlin, Wien und Bern – beobachten die Annäherung zwischen Washington und Moskau mit gemischten Gefühlen. Eine Waffenruhe zum 9. Mai wäre vor allem symbolisch, könnte jedoch den Weg für eine breitere diplomatische Initiative ebnen.
Zugleich bleibt die Lage im Nahen Osten ein destabilisierender Faktor: Solange der Druck auf Iran steigt, wird Moskau kaum bereit sein, in der Ukraine entscheidende Zugeständnisse zu machen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Trump tatsächlich die Hebel besitzt, sowohl die Ukraine als auch Israel zu einer gemeinsamen Linie zu bewegen – oder ob die gleichzeitigen Krisenherde eine nachhaltige Entspannung verhindern.
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