
Washington erwartet iranische Antwort auf Friedensvorschlag – Spannungen in der Straße von Hormuz
Die USA hoffen noch heute auf eine Antwort Teherans zu einem Waffenstillstandsabkommen. Zuvor hatten sich beide Seiten gegenseitig Angriffe in der Straße von Hormuz vorgeworfen.
Die Vereinigten Staaten warten nach den Worten von Außenminister Marco Rubio noch im Laufe dieses Tages auf eine Antwort Irans auf einen Vorschlag für ein ernsthaftes Friedensabkommen. „Die Hoffnung ist, dass es etwas ist, das uns in einen ernsthaften Verhandlungsprozess bringen kann“, sagte Rubio am Freitag nach einem Treffen mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom. Die Äußerungen fallen genau einen Monat nach Inkrafttreten einer fragilen Waffenruhe zwischen beiden Ländern und einen Tag, nachdem es in der Straße von Hormuz zu einer erneuten Eskalation gekommen war. Aus Washingtoner Sicht ist die Lage zwiespältig: Einerseits signalisiert man Gesprächsbereitschaft, andererseits verlangt Rubio ein Ende der iranischen Kontrollansprüche über die internationale Wasserstraße. „Iran kann nicht für sich beanspruchen, über eine internationale Schifffahrtsroute zu verfügen“, betonte der Minister.
Die jüngsten Zusammenstöße, bei denen beide Seiten einander gegenseitig Angriffe auf Militärschiffe und zivile Einrichtungen vorwarfen, hatten die Märkte verunsichert und Befürchtungen vor einer Wiederaufnahme offener Kampfhandlungen geschürt. Präsident Donald Trump bemühte sich zwar, die Zwischenfälle herunterzuspielen und erklärte die Waffenruhe für „weiterhin in Kraft“, drohte aber zugleich mit „noch heftigeren Angriffen“ für den Fall, dass Teheran das Angebot ablehne. Aus iranischer Perspektive hingegen ist der Vorschlag der USA mit Skepsis zu betrachten, zumal Teheran die jüngsten Angriffe als Bruch der Waffenruhe wertet.
Die Islamische Republik hat nach eigenen Angaben eine Behörde zur Kontrolle der Durchfahrt durch die Straße von Hormuz eingerichtet und sieht sich im Recht, diese zu regulieren. Beobachter in der Region bestätigen indes, dass Saudi-Arabien sich geweigert habe, den USA den Gebrauch seines Luftraums oder seiner Stützpunkte für eine militärische Öffnung der Passage zu gestatten. Dies deutet auf wachsende Vorbehalte selbst unter den arabischen Partnern hin, die eine direkte Konfrontation mit Iran scheuen.
Der vorliegende Vorschlag, über den auch pakistanische Vermittler nach Teheran gebracht haben, soll laut Angaben von Haaretz zunächst nur eine zeitlich befristete Waffenruhe vorsehen, ohne die strittigsten Punkte wie das iranische Urananreicherungsprogramm zu klären. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die als exportorientierte Volkswirtschaften auf freie Seewege angewiesen sind, bleibt die Entwicklung in der Straße von Hormuz von zentraler Bedeutung. Sollte es zu keiner Einigung kommen, drohen nicht nur steigende Ölpreise, sondern auch neue Spannungen in einem bereits krisengeschüttelten Nahen Osten.
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