
Russische Börsen starten uneinheitlich bei steigenden Ölpreisen und geopolitischen Spannungen
Die Moskauer Börsen zeigen sich zum Handelsauftakt uneinheitlich, während steigende Ölpreise und geopolitische Risiken die Märkte bewegen.
Die russischen Aktienmärkte haben am Donnerstag einen uneinheitlichen Start hingelegt. Während der Leitindex IMOEX2 in der Frühsession leicht nachgab, legten die Indizes MosBirsch und RTS in der Hauptsitzung moderat zu. Hintergrund sind widersprüchliche Signale von der Inflationsfront, eine schwächere internationale Börsenstimmung und zugleich steigende Ölpreise, die den russischen Markt stützen. Der August-Future auf die Nordseesorte Brent notierte zeitweise über 94,7 Dollar pro Barrel, angetrieben durch die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Schließung der Straße von Hormus.
Aus Moskauer Sicht dominieren derzeit geopolitische Risiken das Geschehen. Die neuen gegenseitigen Angriffe zwischen Washington und Teheran sowie die Blockade der strategischen Meerenge haben die Ölpreise in die Höhe getrieben, was russischen Exporteuren zugutekommt. Gleichzeitig belasten die unsichere Inflationsentwicklung und die schwache internationale Konjunktur die Stimmung. Am Devisenmarkt profitiert der Rubel von den hohen Ölpreisen: Der chinesische Yuan gab zum Handelsauftakt leicht nach, während der Dollar bei rund 72 Rubel notierte. Analysten rechnen angesichts des bevorstehenden Wochenendes mit einer Seitwärtsbewegung der Währungspaare.
Unter den Einzelwerten zeigten sich deutliche Unterschiede. In der Frühsession führten Papiere von Rosneft mit einem Plus von 1,1 Prozent die Gewinnerliste an, während die Aktien der PIK-Gruppe um 1,5 Prozent nachgaben. In der Hauptsitzung drehten die Vorzeichen: Hier waren PhosAgro mit plus 0,8 Prozent und Novatek mit plus 0,7 Prozent die stärksten Titel, während Lukoil um 0,6 Prozent zulegte. Die uneinheitliche Entwicklung spiegelt die Unsicherheit der Anleger wider, die zwischen positiven Ölpreiseffekten und konjunkturellen Risiken abwägen.
Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von der geopolitischen Lage im Nahen Osten und den Inflationsdaten abhängen. Sollten die Spannungen zwischen den USA und dem Iran anhalten, könnten die Ölpreise weiter steigen und den russischen Markt stützen. Gleichzeitig bleibt die internationale Börsenstimmung angesichts der globalen Konjunktursorgen fragil. Beobachter in Moskau rechnen kurzfristig mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung, wobei die Richtung von neuen Impulsen aus dem Energiesektor und der Geldpolitik bestimmt wird.
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