
Russischer Botschafter in Rom greift italienische Führung an und wirft ihr Falschbeschuldigungen vor
Alexei Paramonov bezeichnet Vorwürfe aus dem Quirinal als „puren Unsinn“ und betont Russlands Offenheit für Dialog – unter Bedingungen.
Der russische Botschafter in Italien, Alexei Paramonov, hat bei einem Empfang zum russischen Nationalfeiertag scharfe Kritik an der italienischen Staatsführung geübt. Ohne das Quirinal namentlich zu nennen, sprach er von „hohen römischen Hügeln“, die Russland für sämtliche aktuellen Probleme der Weltordnung verantwortlich machten – von Osteuropa über den Nahen Osten bis nach Afrika. Diese Anschuldigungen seien „puren Unsinn“ und entsprächen nicht den Tatsachen, so der Diplomat vor rund 500 Gästen in der Villa Abamelek. Aus Moskauer Sicht sei es vielmehr der Westen, der mit einer hybriden Kriegsführung gegen Russland agiere; die russische Militäroperation in der Ukraine sei lediglich eine Antwort darauf.
Gleichzeitig signalisierte Paramonov Gesprächsbereitschaft: Russland bleibe offen für Dialog und Zusammenarbeit mit westlichen Ländern, einschließlich Italiens – allerdings nur, wenn diese ihre feindselige Haltung aufgäben und die legitimen Interessen Russlands respektierten. Die Logik einer „belagerten Festung“ sei Russland fremd, betonte er. Beobachter in Rom werten dies als Versuch Moskaus, die italienische Regierung zu spalten und für eine gemäßigtere Position gegenüber Russland zu gewinnen. Die italienische Führung hatte zuletzt wiederholt die russische Aggression in der Ukraine verurteilt und sich hinter die EU-Sanktionen gestellt.
Die Rede fiel in eine Zeit zunehmender Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Während ukrainische Streitkräfte weiterhin Ziele tief im russischen Hinterland angreifen, bemüht sich Moskau, seine außenpolitische Isolation zu durchbrechen. Aus Berliner Perspektive ist die russische Rhetorik ein weiteres Zeichen für die anhaltende Konfrontationsbereitschaft des Kremls. Die deutsche Bundesregierung hält an ihrer Unterstützung für die Ukraine fest und sieht in den russischen Dialogangeboten keine glaubwürdige Grundlage für eine Entspannung.
Die Zukunft der Beziehungen zwischen Russland und Italien bleibt ungewiss. Während Paramonovs Äußerungen auf eine gewisse Frustration in Moskau hindeuten, dürfte die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kaum von ihrem prowestlichen Kurs abweichen. Analysten erwarten, dass der diplomatische Schlagabtausch anhält, solange der Krieg in der Ukraine andauert. Ein Durchbruch ist nicht in Sicht – weder in Rom noch in anderen westlichen Hauptstädten.
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