
Shaun Mannaghs Sternstunde: Geelong feiert Statement-Sieg gegen Brisbane
Mit fünf Toren führt der 28-jährige Shaun Mannagh Geelong zu einem 41-Punkte-Erfolg. Trainer Scott sieht noch Jahre in dem Spätstarter.
Shaun Mannagh hat sich in der Australian Football League mit einer Vorstellung in die Herzen der Fans gespielt, die an diesem Donnerstagabend im Gabba von Brisbane Maßstäbe setzte. Der 28-Jährige, der erst spät den Weg in die höchste Spielklasse fand, erzielte fünf Tore und sammelte 30 Ballbesitze, womit er die Geelong Cats zu einem 41-Punkte-Sieg (17.15:117 gegen 11.10:76) über die Brisbane Lions führte. Es war eine Demonstration, die nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Moral des Teams unterstrich, das sich für die Grand-Final-Niederlage des Vorjahres revanchierte.
Aus Sicht des Geelong-Trainers Chris Scott ist Mannagh ein Musterbeispiel dafür, dass Spätstarter im Profisport noch eine lange Karriere vor sich haben können. Scotts Einschätzung, dass der körperlich frische und robuste Mannagh „physisch stark und unverbraucht“ sei, verleiht dem Sieg eine strategische Note: Die Cats haben einen weiteren Trumpf in der Hinterhand. Die gegnerische Perspektive, vertreten durch Brisbane-Coach Chris Fagan, fiel dagegen nüchtern aus. Fagan sparte nicht mit Kritik an seinen Stars, deren „Hunger“ hinter dem der Geelong-Spieler zurückgeblieben sei. Er warnte jedoch davor, aus einer Niederlage zu viel abzuleiten; die Saison sei noch lang. Die Aufstellung der Lions, die auf den verletzten L. McCarthy verzichten mussten, warf aus Brisbaner Sicht die Frage auf, ob die Offensive ohne ihren Schlüsselspieler auskommt.
Die Begegnung am 14. Mai 2026 offenbarte auch taktische Details, die über das Ergebnis hinausweisen. Geelong musste zwar auf den angeschlagenen Jeremy Cameron Rücksicht nehmen, der trotz Kniebeschwerden benannt wurde, doch die Mannschaftsleistung um den überragenden Mannagh kompensierte diese Unsicherheit. In Brisbane hingegen zeigte sich, dass die Abhängigkeit von einzelnen Leistungsträgern wie Lachie Neale und Josh Dunkley zur Achillesferse werden kann, wenn diese nicht ihr gewohntes Niveau erreichen. Für die deutschsprachige Beobachterperspektive ist bemerkenswert, wie der australische Profisport mit Spätstartern umgeht – ein Thema, das auch im europäischen Fußball, etwa beim schottischen Pokalfinale, immer wieder aufkommt, wenn junge Talente oder erfahrene Routiniers plötzlich aufblühen.
Der Sieg von Geelong ist ein Ausrufezeichen in der laufenden Saison und könnte das Kräfteverhältnis in der Liga verschieben. Die Cats haben nun nicht nur einen psychologischen Vorteil gegenüber dem letztjährigen Endspielgegner, sondern auch eine verlässliche Offensivwaffe mehr. Brisbane hingegen steht vor der Aufgabe, die formstarken Stars wieder auf Kurs zu bringen. Die kommenden Runden werden zeigen, ob Fagans Mannschaft die Lektion annimmt oder ob der Druck wächst. Aus australischer Sicht bleibt die Frage, ob Mannagh dieses Niveau halten kann – Scott ist zuversichtlich, und die Zahlen geben ihm recht.
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