
Sojus MS-28 mit US-amerikanisch-russischer Besatzung nach 241 Tagen im All gelandet
Die erfolgreiche Rückkehr der drei Raumfahrer in Kasachstan bekräftigt die fortwährende Kooperation der Raumfahrtbehörden beider Länder trotz der politischen Spannungen.
Am Sonntag, dem 26. Juli, ist das Raumschiff Sojus MS-28 mit einer gemischten Besatzung aus den Vereinigten Staaten und Russland nach 241 Tagen auf der Internationalen Raumstation (ISS) sicher in der kasachischen Steppe gelandet. An Bord befanden sich der NASA-Astronaut Chris Williams sowie die Roskosmos-Kosmonauten Sergei Kud-Swerchkow und Sergei Mikajew. Die Kapsel setzte um 13:27 Uhr Moskauer Zeit südöstlich von Schesqasghan auf, wie die russische Raumfahrtbehörde mitteilte. Die Mission hatte am 27. November 2025 mit einem Start vom Kosmodrom Baikonur begonnen; für Williams und Mikajew war es der erste Raumflug, für Kud-Swerchkow der zweite. Während der 241 Tage legte die Besatzung mehr als 160 Millionen Kilometer zurück und umkreiste die Erde 3.856 Mal.
Die Rückkehr erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen zwischen Washington und Moskau, insbesondere seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022. Dennoch setzen beide Seiten die Zusammenarbeit auf der ISS fort, wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten. Grundlage ist ein im Juli 2022 unterzeichnetes Abkommen über sogenannte Sitzplatztausch-Flüge, das es US-Astronauten ermöglicht, mit russischen Sojus-Kapseln zu fliegen, und russischen Kosmonauten, an US-Missionen teilzunehmen. Aus Sicht der beteiligten Raumfahrtagenturen dient dies der Aufrechterhaltung eines dauerhaften Betriebs der Station, die seit mehr als 25 Jahren ununterbrochen bemannt ist.
Während ihres Aufenthalts absolvierten die Kosmonauten Kud-Swerchkow und Mikajew einen Außenbordeinsatz, empfingen zwei Progress-Frachtraumschiffe und arbeiteten an 42 wissenschaftlichen Experimenten. Williams beteiligte sich an zwei Weltraumspaziergängen, darunter Arbeiten am Roboterarm der Station. Vor dem Abflug übergab Kud-Swerchkow das Kommando an die NASA-Astronautin Jessica Meir, womit offiziell die Expedition 75 begann. An Bord verbleiben neben Meir die NASA-Astronauten Jack Hathaway und Anil Menon, die ESA-Astronautin Sophie Adenot sowie die Roskosmos-Kosmonauten Pjotr Dubrow, Anna Kikina und Andrei Fedjajew. Menon, Dubrow und Kikina waren erst am 14. Juli mit Sojus MS-29 zur Station gestoßen.
Nach der Landung wurden die drei Rückkehrer von Rettungskräften aus der Kapsel geholt und ersten medizinischen Untersuchungen unterzogen. „Mir geht es von Moment zu Moment besser“, sagte Kud-Swerchkow nach der Ankunft. Anschließend standen Hubschraubertransporte nach Karaganda an; von dort aus wird Williams zum Johnson Space Center der NASA in Houston weiterreisen, während Kud-Swerchkow und Mikajew zur Rehabilitation ins Sternenstädtchen bei Moskau zurückkehren. Die Sojus-Landekapsel soll nach Koroljow bei Moskau gebracht werden, wo Spezialisten des RKK-Energija-Konzerns die zur Erde gebrachten Frachtgüter entladen. Die nächste Rotation der Langzeitbesatzung ist für September vorgesehen, wenn eine neue NASA-geführte Crew von Florida aus starten soll.
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