
Spielzeugrevolutionär, Schauspieler, Humorist: Drei Leben im Schatten der Krankheit
Der Mann, der mit einer kämpferischen Actionfigur eine ganze Generation prägte, ist im Alter von 91 Jahren einer neurodegenerativen Erkrankung erlegen: Roger Sweet, langjähriger Chefdesigner bei Mattel, starb am Dienstagmorgen in einem Pflegezentrum, wie seine Ehefrau Marlene mitteilte. Sweet hatte zuletzt an Demenz gelitten und nach einem Sturz mit zwei Hirnblutungen auf der Intensivstation gelegen – ein Schicksal, das die Familie mit einer monatlichen Pflegerechnung von zehntausend Dollar belastete und sie zu einem Spendenaufruf auf GoFundMe zwang. Dabei war es Sweet, der dem amerikanischen Spielzeugkonzern Anfang der achtziger Jahre einen Ausweg aus einer strategischen Demütigung wies: Nachdem Mattel die Lizenz für die „Star Wars“-Figuren ausgeschlagen hatte und den Erfolg des Rivalen Kenner mitansehen musste, griff Sweet in der Vorabentwicklung zu einer bestehenden Puppe, versetzte sie in eine martialische Kampfhaltung und verstärkte den Körperbau.
Das Ergebnis war He-Man, die muskelbepackte Ikone mit dem Kraftschwert, die 1982 auf den Markt kam und zusammen mit der kurz darauf gestarteten Zeichentrickserie sowie einer Flut an Begleitprodukten zur tragenden Säule des Mattel-Sortiments wurde. Aus Moskauer Sicht markierte die Figur eine kleine Revolution: Anders als die statischen Jedi-Ritter der Lichtschwert-Filme bot He-Man eine dynamische Pose, die das Körpergefühl des Spielens veränderte.
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