
Anschlag auf Drohnenhersteller bei Jekaterinburg – Fahrer getötet, Direktor schwer verletzt
Bei der Explosion eines Autos in der Nähe von Jekaterinburg ist der Fahrer des Direktors eines Drohnenherstellers ums Leben gekommen, der Direktor selbst wurde schwer verletzt.
Am Abend des 4. August wurde in der Siedlung Bolschoi Istok bei Jekaterinburg ein Mercedes-Benz durch eine Explosion zerstört. Nach übereinstimmenden Berichten russischer Medien, darunter TASS und der Nachrichtenagentur Kommersant, handelte es sich um einen gezielten Anschlag. Das Fahrzeug gehörte Wladimir Tkatschuk, dem Generaldirektor des Unternehmens UralDronzavod, das unter anderem die FPV-Drohne „Upyr“ herstellt. Tkatschuk erlitt schwere Verletzungen und befindet sich nach Angaben von Rettungskräften in der Intensivstation. Sein Fahrer, der ebenfalls im Wagen saß, kam bei dem Anschlag ums Leben. Die Ermittlungsbehörden leiteten ein Strafverfahren wegen Mordes ein, wie TASS unter Berufung auf eine Quelle in den Sicherheitsbehörden meldete.
Nur wenige Tage zuvor, am 29. Juli, war in Tula ein weiterer Drohnenentwickler angegriffen worden. Andrej Tscheresow, Gründer der Unternehmen „Wosduschny Traktat“ und „Russische Labor für Luftverkehr“, die FPV-Drohnen der Baureihe „Owod“ herstellen, wurde nach Angaben von TASS und Kommersant durch drei Schüsse verletzt. Über seinen Zustand liegen widersprüchliche Angaben vor: Während die Nowaja Gaseta von einem schweren Zustand spricht, bezeichnen ihn andere Quellen, darunter Kommersant, als stabil.
Tkatschuk ist nicht nur als Rüstungsunternehmer bekannt, sondern auch als Betreiber des einflussreichen prorussischen Telegram-Kanals „Powjornutyje na woine“ („Verrückt nach dem Krieg“) mit mehr als 650.000 Abonnenten. Sein Unternehmen UralDronzavod steht unter EU- und US-Sanktionen. Die genauen Hintergründe des Anschlags sind noch unklar. Die Ermittlungen dauern an.
| Russische & GUS-Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
Russland verurteilt den Angriff als ukrainischen Terrorismus und fordert Vergeltung.
Indem das Ereignis als Terroranschlag dargestellt und einem externen Feind die Schuld gegeben wird, wird eine militärische Reaktion legitimiert und der innere Zusammenhalt gestärkt.
Die Rolle des Opfers als Kriegspropagandist wird ausgelassen, was den Angriff als Widerstandsakt rechtfertigen könnte.
Europa betrachtet den Angriff als Folge des russischen Krieges, ohne Partei zu ergreifen.
Durch die Kontextualisierung des kriegsbefürwortenden Hintergrunds des Opfers und die Feststellung mangelnder Klarheit vermeidet der Bericht eine vereinfachende Opfer-Täter-Erzählung und eröffnet Raum für mehrere Interpretationen.
Die unmittelbare Anschuldigung russischer Beamter gegen die Ukraine wird ausgelassen, sodass die Ursache mehrdeutig bleibt.
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