
Steigende Flugpreise treiben Reisende auf die Strasse – ein globaler Trend zu Nahreisen
Roadtrips und Staycations boomen weltweit. Hohe Flugkosten und stabile Benzinpreise lassen Urlauber vermehrt aufs eigene Land setzen.
Fliegen wird teurer, das Auto bleibt günstig – und das verändert das Reiseverhalten rund um den Globus. In den Vereinigten Staaten rechnet der Automobilclub AAA für den kommenden Sommer mit einer Rekordzahl an Roadtrips: über 75 Prozent der Amerikaner planen eine Ferienfahrt mit dem eigenen Wagen. Treibstoffpreise, die trotz eines Anstiegs auf 4,457 Dollar pro Gallone noch unter dem Niveau des Vorjahres liegen, machen das Reisen auf der Strasse erschwinglicher als Flugreisen, deren Preise unter anderem durch die Insolvenz der Fluggesellschaft Spirit Airlines und die Folgen des Konflikts mit dem Iran in die Höhe schnellen. Von den Overseas Highways Floridas bis zur Valley of Fire in Nevada erstreckt sich ein Netz von landschaftlich spektakulären Routen, die dem Trend zusätzlichen Auftrieb geben.
Auch auf der anderen Seite des Pazifiks setzen Australier auf das eigene Land. Nachdem sich die Benzinpreise stabilisiert haben, appellieren regionale Tourismusverbände an Reisende, ihre Pläne für Inlandstrips nicht aufzugeben. Der Nullarbor, eine 1200 Kilometer lange Strecke von Norseman in Western Australia nach Ceduna in South Australia, lockt mit dramatischen Steilklippen der Great Australian Bight und einer Begegnung mit der unberührten Natur des Outbacks. Die Wahlmöglichkeiten scheinen endlos: von weissen Sandstränden bis zu roten Wüstenpisten.
Europa zeigt ein ähnliches Bild, wenngleich mit anderen Akzenten. In Grossbritannien erfreuen sich Staycations grösster Beliebtheit, da die Mai-Ferien nahen und Flughafenschlangen vermieden werden wollen. Cornwall, der Lake District und andere Regionen bieten familienfreundliche Unterkünfte zu erschwinglichen Preisen. Wer dennoch einen Ausflug auf eine Mittelmeerinsel wagen möchte, dem bietet Malta eine kompakte Alternative: Geschichte, Strände und Gastronomie auf engem Raum, und Pauschalreisen mit Jet2holidays inkludieren Gepäck und Transfers – ein Angebot, das den Aufwand minimiert.
Aus deutscher, österreichischer und Schweizer Perspektive bestätigt sich der Trend zur regionalen Urlaubsplanung. Während die Nachfrage nach Reisen an die Nord- und Ostsee, in die Alpen oder an die heimischen Seen steigt, beobachten Analysten zugleich eine Renaissance des Autourlaubs. Die Frage, ob sich ein Flug in ferne Länder noch lohnt, wird zunehmend pragmatisch beantwortet. Vorausschauend betrachtet könnte die Verschiebung hin zu Nahreisen und Roadtrips nachhaltige Folgen haben: Sie stärkt den regionalen Tourismus, entlastet überlastete Flughäfen und verändert langfristig die Investitionsstrategien von Reiseveranstaltern. Ob sich die hohen Erwartungen der Branche an den Sommer 2026 erfüllen, wird nicht zuletzt von der weiteren Entwicklung der Treibstoff- und Flugpreise abhängen.
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