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Ausgabe von 06:00 CETSonntag, 9. August 2026
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Dienstag, 12. Mai 2026

Stromsparoffensive in Kolumbien und Iran: Regierungen reagieren auf El Niño und Hitzewellen

Angesichts drohender Versorgungsengpässe durch El Niño und extreme Hitze verordnen Kolumbien und Iran verbindliche Stromsparmaßnahmen für öffentliche Einrichtungen.

Die größte unmittelbare Wirkung entfaltet derzeit Iran. In Teheran hat die Regierung verfügt, dass alle staatlichen Stellen, Banken und Gemeinden ihren Stromverbrauch während der Dienstzeit um mindestens dreißig Prozent gegenüber dem Vorjahr senken müssen – außerhalb der Arbeitszeiten sogar um siebzig Prozent. Die Klimaanlagen sind auf fünfundzwanzig Grad Celsius einzustellen und eine Stunde vor Feierabend abzuschalten. Die Einhaltung wird über intelligente Messsysteme und Vor-Ort-Kontrollen überwacht. Es handelt sich um eine der schärfsten Energiesparverordnungen der jüngeren Zeit, ausgelöst durch eine Hitzewelle, die das Netz an seine Grenzen bringt.

Parallel dazu verschärft auch Kolumbien seine Vorsorge. Das Bergbau- und Energieministerium hat die Behörden der Exekutive mit einer Verwaltungsanweisung zu verstärkten Sparmaßnahmen aufgefordert. Hintergrund sind die Frühwarnungen des nationalen Instituts für Hydrologie, Meteorologie und Umweltstudien sowie internationale Klimaprognosen, die für das zweite Halbjahr ein starkes El-Niño-Ereignis erwarten. Minister Edwin Palma betonte, dass Energieeffizienz nicht nur in klimatischen Extremsituationen praktiziert werden dürfe, sondern zur Daueraufgabe werden müsse. Die Behörden sollen den Einsatz erneuerbarer Energien vorantreiben und regelmäßig über ihre Fortschritte berichten.

Während die Regierungen auf makroökonomischer Ebene handeln, zeigt sich das Problem auf Haushaltsebene nicht minder eindrücklich. Argentinische Verbraucherberater machen darauf aufmerksam, dass der größte Stromfresser in vielen Wohnungen oft unbemerkt bleibt: der elektrische Warmwasserbereiter. Mit einem monatlichen Verbrauch von einhundertfünfzig bis dreihundert Kilowattstunden verursacht er Kosten zwischen fünfundzwanzig und fünfundfünfzig Euro – weit mehr als Fernseher oder Computer. Der Hinweis ist nicht nur für argentinische Haushalte relevant. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo Energiepreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, könnten ähnliche Effizienzpotentiale gehoben werden.

Die Entwicklungen in Kolumbien und Iran deuten auf eine global zunehmende Sensibilität für Energieknappheit hin. Der Klimawandel und die zunehmende Häufigkeit von Wetterextremen wie El Niño zwingen Staaten zu kurzfristigen Eingriffen, die langfristig in eine grundlegende Transformation der Energiepolitik münden könnten. Für die DACH-Region ergeben sich Lehren: Die dortige Diskussion um Lastmanagement und saisonale Speicherung erhält durch solche Beispiele zusätzliche Dringlichkeit. Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern wie schnell sich die Abhängigkeit von fossilen und wetterabhängigen Energiequellen verringern lässt.

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Dienstag, 12. Mai 2026

Stromsparoffensive in Kolumbien und Iran: Regierungen reagieren auf El Niño und Hitzewellen

Angesichts drohender Versorgungsengpässe durch El Niño und extreme Hitze verordnen Kolumbien und Iran verbindliche Stromsparmaßnahmen für öffentliche Einrichtungen.

Die größte unmittelbare Wirkung entfaltet derzeit Iran. In Teheran hat die Regierung verfügt, dass alle staatlichen Stellen, Banken und Gemeinden ihren Stromverbrauch während der Dienstzeit um mindestens dreißig Prozent gegenüber dem Vorjahr senken müssen – außerhalb der Arbeitszeiten sogar um siebzig Prozent. Die Klimaanlagen sind auf fünfundzwanzig Grad Celsius einzustellen und eine Stunde vor Feierabend abzuschalten. Die Einhaltung wird über intelligente Messsysteme und Vor-Ort-Kontrollen überwacht. Es handelt sich um eine der schärfsten Energiesparverordnungen der jüngeren Zeit, ausgelöst durch eine Hitzewelle, die das Netz an seine Grenzen bringt.

Parallel dazu verschärft auch Kolumbien seine Vorsorge. Das Bergbau- und Energieministerium hat die Behörden der Exekutive mit einer Verwaltungsanweisung zu verstärkten Sparmaßnahmen aufgefordert. Hintergrund sind die Frühwarnungen des nationalen Instituts für Hydrologie, Meteorologie und Umweltstudien sowie internationale Klimaprognosen, die für das zweite Halbjahr ein starkes El-Niño-Ereignis erwarten. Minister Edwin Palma betonte, dass Energieeffizienz nicht nur in klimatischen Extremsituationen praktiziert werden dürfe, sondern zur Daueraufgabe werden müsse. Die Behörden sollen den Einsatz erneuerbarer Energien vorantreiben und regelmäßig über ihre Fortschritte berichten.

Während die Regierungen auf makroökonomischer Ebene handeln, zeigt sich das Problem auf Haushaltsebene nicht minder eindrücklich. Argentinische Verbraucherberater machen darauf aufmerksam, dass der größte Stromfresser in vielen Wohnungen oft unbemerkt bleibt: der elektrische Warmwasserbereiter. Mit einem monatlichen Verbrauch von einhundertfünfzig bis dreihundert Kilowattstunden verursacht er Kosten zwischen fünfundzwanzig und fünfundfünfzig Euro – weit mehr als Fernseher oder Computer. Der Hinweis ist nicht nur für argentinische Haushalte relevant. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo Energiepreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, könnten ähnliche Effizienzpotentiale gehoben werden.

Die Entwicklungen in Kolumbien und Iran deuten auf eine global zunehmende Sensibilität für Energieknappheit hin. Der Klimawandel und die zunehmende Häufigkeit von Wetterextremen wie El Niño zwingen Staaten zu kurzfristigen Eingriffen, die langfristig in eine grundlegende Transformation der Energiepolitik münden könnten. Für die DACH-Region ergeben sich Lehren: Die dortige Diskussion um Lastmanagement und saisonale Speicherung erhält durch solche Beispiele zusätzliche Dringlichkeit. Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern wie schnell sich die Abhängigkeit von fossilen und wetterabhängigen Energiequellen verringern lässt.

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