
Toronto durchbricht Negativserie: Raptors besiegen Cavaliers mit dominantem Schlussviertel
Die Toronto Raptors haben im dritten Spiel der ersten Playoff-Runde gegen die Cleveland Cavaliers nicht nur einen 126:104-Heimsieg eingefahren, sondern auch eine historische Niederlagenserie beendet. Zwölf aufeinanderfolgende Playoff-Niederlagen gegen die Cavaliers lasteten auf dem Team – ein Bann, der am Donnerstagabend in der Scotiabank Arena mit einem furiosen Schlussviertel gebrochen wurde. Aus nordamerikanischer Perspektive war dies der bislang entscheidendste Moment einer Serie, die Cleveland weiterhin mit 2:1 anführt, deren Dynamik sich aber grundlegend verschoben hat.
Die Offensive der Raptors trug dabei die Handschrift zweier Spieler, die ihre Karriere-Bestleistungen in der Postseason aufstellten. Scottie Barnes erzielte 33 Punkte und elf Assists, RJ Barrett ebenfalls 33 Zähler – wobei für den aus Mississauga (Ontario) stammenden Barrett der Auftritt eine besondere Note hatte. Zum ersten Mal in seiner Karriere durfte er Playoff-Basketball in seiner Heimatstadt spielen. „Ich fühle mich wie ein kleiner Junge“, sagte Barrett nach dem Aufwärmen. „Ich spiele nicht nur vor den Fans, sondern vor meiner Familie und Freunden.“ Aus Torontoer Sicht verbindet sich mit diesem Sieg die Hoffnung, dass ein Team, das vier Jahre lang die Playoffs verpasst hatte, nun reif für eine Überraschung sein könnte.
Einen wesentlichen Anteil daran hatte der unerfahrene Teil des Kaders. Collin Murray-Boyles, ein Rookie, erzielte 22 Punkte und ist damit der erste Neuling in der Geschichte der Raptors, der in einem Playoff-Spiel die 20-Punkte-Marke knackte. Noch bemerkenswerter war jedoch der Auftritt von Jamison Battle, der im gesamten Spiel nicht einmal als Starter auflief. Der Flügelspieler punktete im Schlussviertel alle seine 14 Zähler – bei einer Trefferquote von hundert Prozent aus dem Feld, darunter vier Dreier. „Das Wichtigste ist, bereit zu sein, bereit zu bleiben“, erklärte Battle nach dem Spiel. „Das ist es, was es braucht, um in dieser Liga zu bestehen.“ Mit diesem Ausbruch gewannen die Raptors das letzte Viertel mit 43:23 und demontierten die zuvor so souverän wirkenden Cavaliers.
Aus Clevelander Sicht dürfte die Niederlage als Warnschuss verstanden werden. Die Cavaliers, die die Serie dominiert hatten, ließen in der entscheidenden Phase jegliche defensive Stabilität vermissen. Zwar führt der Meisterschaftsanwärter aus Ohio noch, doch der Heimvorteil wechselt nun zurück nach Toronto – das vierte Spiel findet am Sonntag ebenfalls in der Scotiabank Arena statt. Beobachter in der NBA verweisen darauf, dass die Serie nun eine völlig andere werden könnte: Die Raptors haben nicht nur ihr Selbstvertrauen zurückgewonnen, sondern mit der Tiefe ihres Kaders eine taktische Option entdeckt, die den Cavaliers Kopfzerbrechen bereiten dürfte.
Für das deutschsprachige Publikum mag dies ein ferner Schlagabtausch sein, doch die hier gezeigte Teamdynamik und die Frage, ob ein Außenseiter Momentum in eine Best-of-seven-Serie tragen kann, sind universelle Themen des Sports. Die Raptors haben bewiesen, dass sie hungrig sind – die Frage ist, ob sie diesen Hunger auch in den kommenden Partien stillen können.
Erweitere deinen Horizont
US-Senat verabschiedet Sanktionspaket mit Zolldrohung gegen Russland-Energiekäufer
7 Sprachen · 40 Quellen
Aus Economy & MarketsSteigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
2 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyAmazon finanziert riesiges Gaskraftwerk in Texas für KI-Rechenzentren
5 Sprachen · 10 Quellen