
Trump sieht Wählerzorn bei Republikanern, nicht bei sich selbst
Präsident Trump grenzt sich vor den Midterms von der Unzufriedenheit der Wähler ab und verweist auf die Partei – Umfragen zeigen jedoch anderes Bild.
Präsident Donald Trump hat sich in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit Punchbowl News von der wachsenden Unzufriedenheit der Wähler distanziert. Auf die Frage nach der Wahlbeteiligung im November sagte er: „Die Frage ist: Werden sie wählen? Denn viele von ihnen sind sehr wütend auf die Republikaner, um ehrlich zu sein.“ Er fügte hinzu: „Sie sind nicht wütend auf mich, sondern auf die Republikaner.“ Trump räumte ein, dass Midterm-Wahlen für die Partei des Präsidenten traditionell schwierig sind, zeigte sich aber zuversichtlich: „Ich denke, wir werden gewinnen.“
Aus Washingtoner Sicht widersprechen die Umfragedaten dieser Einschätzung. Laut einer New York Times/Siena-Umfrage vom Mai sind etwa 64 Prozent der registrierten Wähler mit der Republikanischen Partei unzufrieden, darunter 23 Prozent der Republikaner. Trumps eigene Zustimmungswerte liegen laut AP-NORC-Umfrage vom Juli bei nur 33 Prozent, ein Rückgang um vier Punkte gegenüber Juni. Eine Reuters/Ipsos-Umfrage dieser Woche ergab, dass 42 Prozent der registrierten Wähler bei einer sofortigen Wahl für einen demokratischen Kongresskandidaten stimmen würden, während nur 37 Prozent die Republikaner unterstützen würden. Eine CNN/SSRS-Umfrage zeigt einen ähnlichen Vorsprung der Demokraten von acht Punkten.
Die Unzufriedenheit wird nach Einschätzung von Beobachtern maßgeblich durch den Krieg mit Iran beeinflusst. Laut The Independent sind bei dem Konflikt mindestens 18 amerikanische Soldaten getötet worden, die Benzinpreise um einen Dollar gestiegen und die Inflation gestiegen. Eine AP-NORC-Umfrage vom Juli zeigt, dass 64 Prozent der Erwachsenen den Krieg im Nahen Osten für nicht lohnenswert halten, darunter 37 Prozent der Republikaner. Laut Reuters/Ipsos glauben 50 Prozent der Befragten, dass die Militäraktion die Region destabilisieren wird, während nur 17 Prozent eine Stabilisierung erwarten. Erstmals seit etwa einem Jahrzehnt trauen die Amerikaner laut derselben Umfrage den Demokraten mehr Kompetenz in der Wirtschaftspolitik zu.
Haussprecher Mike Johnson sagte, Trump verstehe die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts für die Bürger und deren Einfluss auf die Midterms gut und arbeite Vollzeit an einer Lösung. Trump selbst behauptete erneut, der Krieg werde bald enden und Amerika habe die Oberhand. Der Präsident wies Kritik aus den eigenen Reihen zurück, er kümmere sich nicht um den Kongress, und verwies auf seine Wahlkampfauftritte: „Ich hätte es viel einfacher haben können, ich musste nicht nach Nevada oder Los Angeles reisen.“ Die Midterms finden in etwa drei Monaten statt; die Republikaner verteidigen eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.70 | critical |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
Der Versuch des Präsidenten, die Schuld auf die eigene Partei abzuwälzen, hält den Umfragen nicht stand: Die Wut reicht bis zu ihm.
Der Rahmen stellt Trumps kategorische Verneinung unabhängigen Umfragezahlen gegenüber und lässt die Daten seine Behauptung widerlegen, ohne ausdrücklichen Kommentar.
Der Block lässt jeglichen Bezug zum Iran-Krieg aus, der für die iranische Presse zentral ist, und hält die Geschichte damit rein innenpolitisch.
Der Krieg des Weißen Hauses scheitert; Trumps Eingeständnis bestätigt, dass der Konflikt den Amerikanern schadet und ihn bei den Zwischenwahlen mitreißen wird.
Die Erzählung personalisiert den Krieg als Trumps impulsives Glücksspiel und verbindet ihn mit dem Beweis iranischer Widerstandskraft, um die erwartete Machthierarchie umzukehren.
Der Block lässt Trumps konkrete Behauptung aus, dass die Wähler auf die Republikaner wütend sind und nicht auf ihn, sowie den innenpolitischen Kampf um Wahlrechte; er ersetzt sie durch den Krieg als alleinige Ursache seiner Wahlprobleme.
Die Worte des Präsidenten werden festgehalten: Er ist nicht das Ziel, die Partei schon, und seine Zweifel an der Wahlbeteiligung bleiben offen.
Indem er Trump direkt zitiert und keine Gegenbeweise hinzufügt, lässt der Rahmen seiner Interpretation das letzte Wort.
Der Block lässt die Umfragedaten der atlantischen Presse aus, die Trumps Behauptung widersprechen würden, und lässt jede Verbindung zum Iran-Krieg weg.
Die eigenen Worte des Präsidenten dürfen stehen bleiben: Die Wut gehört den Republikanern, nicht ihm, und die Frage der Wahlbeteiligung bleibt unbeantwortet.
Indem nur das Zitat wiedergegeben wird, vermeidet der Rahmen jede Überprüfung und lässt Trumps Selbstfreisprechung als bloße Tatsache erscheinen.
Der Block lässt sowohl die Umfragedaten als auch den Kontext des Iran-Kriegs aus, sodass die Aussagen des Präsidenten keiner externen Prüfung unterliegen.
Erweitere deinen Horizont
Steigende Kreditvorsorgen belasten Bankbilanzen in Schwellenländern
2 Sprachen · 6 Quellen
Aus TechnologyWeißes Haus schließt offene KI-Modelle von Sicherheitstests aus
3 Sprachen · 11 Quellen
Aus Science & HealthMexiko meldet 33 Cyclosporiasis-Fälle und untersucht Salmonellose-Ausbruch bei Jalapeños
1 Sprache · 12 Quellen