
Washington und Teheran nähern sich einer Übergangsregelung für die Straße von Hormus
Präsident Trump droht mit einem „sehr harten Schlag“, sollte die Wasserstraße nicht bald wieder geöffnet werden, während iranische Stellen direkte Gespräche mit den USA dementieren.
Die Vereinigten Staaten, Iran und das Sultanat Oman stehen nach übereinstimmenden Berichten kurz vor einer befristeten Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Das Nachrichtenportal Axios meldete unter Berufung auf zwei regionale Quellen und einen US-Beamten, Washington strebe eine Verkündung noch am Mittwoch an. US-Finanzminister Scott Bessent sprach in einem Interview mit CNBC von der Möglichkeit einer Einigung „heute oder morgen“. Präsident Donald Trump selbst hatte zuvor erklärt, ein Abschluss könne „morgen oder übermorgen“ erfolgen, und zugleich gewarnt: „Die Straße wird sehr bald geöffnet, oder sie werden sehr hart getroffen – und dann wird die Straße geöffnet sein.“
Die skizzierte Übergangslösung, die auf 60 Tage befristet und verlängerbar sein soll, sieht nach Angaben der von Axios zitierten Quellen eine Aufteilung der Schifffahrtsrouten vor: Eingehender Verkehr in den Persischen Golf würde eine nördliche Fahrspur durch iranische Hoheitsgewässer nutzen, ausgehender Verkehr eine südliche Route durch omanische Gewässer, koordiniert mit Teheran. Während dieser Zeit sollen keine Durchfahrtsgebühren erhoben werden. Innerhalb von 30 Tagen sei zudem die Räumung der mittleren Fahrrinne von Seeminen vorgesehen, die anschließend Grundlage einer dauerhaften Regelung zwischen Iran und Oman werden könnte. Aus Teheran verlautete über die staatliche Nachrichtenagentur IRNA, die Gespräche mit Maskat konzentrierten sich auf die Festlegung sicherer Ein- und Ausfahrtskorridore, die sowohl die souveränen Rechte als auch die nationalen Sicherheitsinteressen beider Anrainerstaaten wahrten.
Die iranische Führung bestreitet indes jegliche direkte Verhandlungen mit Washington. Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei betonte, die Gespräche fänden ausschließlich bilateral mit Oman statt. Ein informierter iranischer Kreise zitierter Vertreter fügte hinzu, eine Einigung werde sich so lange verzögern, wie die USA mit militärischen Drohungen operierten. Gleichzeitig bekräftigte Trump in einem Interview mit Fox News, man habe am Dienstag „den ganzen Tag verhandelt“ und führe „sehr gute Gespräche“. Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, erörterte in einem Telefonat mit Trump nach Angaben seines Büros Bemühungen, die Differenzen zwischen Washington und Teheran zu verringern. Katar, Pakistan und Oman vermitteln in dem Konflikt und tauschen nach Darstellung des katarischen Außenministeriumssprechers Majed al-Ansari bereits Entwürfe für ein mögliches Abkommen aus.
Die Straße von Hormus, über die vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels abgewickelt wurde, ist seit der iranischen Blockade im März weitgehend für den kommerziellen Schiffsverkehr gesperrt. Die USA halten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen aufrecht. Die Aussicht auf eine Wiedereröffnung ließ die Rohölpreise deutlich sinken; die Sorte Brent fiel zeitweise unter 79 US-Dollar je Barrel. Eine endgültige Einigung steht noch aus. Während Washington auf eine rasche Verkündung drängt, machen iranische Stellen den Fortgang der Gespräche von einem Ende der US-Drohungen und der Aufhebung der Blockade abhängig. Die nächsten 48 Stunden gelten als entscheidend für den weiteren Verlauf des Dossiers.
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
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| Kontinentaleuropäische Presse | +0.40 | aligned |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Trumps Drohungen sind der eigentliche Kern der Nachricht; der Deal ist nur eine entfernte Möglichkeit.
Indem sie die Härte von Trumps Sprache betont und den Begriff „beispiellos“ wiederholt, erzeugt die russische Presse ein Gefühl von Dringlichkeit und Unvermeidlichkeit des Konflikts.
Sie lässt Einzelheiten der möglichen 60-Tage-Vereinbarung und die optimistischen Äußerungen von Finanzminister Bessent sowie den Ölpreisverfall aufgrund der Hoffnungen auf eine Einigung aus.
Europa sieht in der Diplomatie den einzigen Weg und begrüßt das Abkommen als konkreten Schritt nach vorn.
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Sie lässt Trumps harte Drohungen (wie den „beispiellosen“ Angriff) und den Kontext des laufenden Krieges aus und konzentriert sich nur auf die positive Seite.
Die angelsächsische Welt warnt: Trotz Anzeichen von Entspannung bleibt die Lage explosiv und die Drohungen sind real.
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