
Trump erwartet iranische Antwort – und droht mit „Project Freedom Plus“
Washington rechnet noch am Freitag mit einer Antwort Teherans auf den US-Vorschlag zur Kriegsbeendigung. Trump deutet eine verschärfte Seeblockade an.
Die Trump-Administration wartet auf ein Lebenszeichen aus Teheran. Am Freitagabend teilte der amerikanische Präsident Reportern vor dem Weißen Haus mit, man erwarte noch im Laufe des Abends eine Antwort Irans auf den von Washington über einen pakistanischen Mittelsmann übermittelten Vorschlag zur Beendigung des seit zehn Wochen andauernden Konflikts. Auf die Frage, ob Teheran bewusst die Entscheidung hinauszögere, antwortete Trump ausweichend: „Das werden wir bald genug wissen.“ Aus Washingtoner Sicht ist die Lage zugleich von wachsender Ungeduld geprägt. Außenminister Marco Rubio hatte zuvor in Rom betont, die Vereinigten Staaten seien auf eine Antwort bis Freitag eingestellt – und zugleich eine klare „rote Linie“ gezogen: Sollte Iran die USA bedrohen, werde es vernichtet. Die Drohung ist Teil einer Strategie, die auf maximalen Druck setzt, aber auch einen diplomatischen Ausweg offenlässt.
Aus Teheraner Perspektive stellt sich die Lage anders dar. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, bestätigte am Freitag den Eingang des US-Vorschlags, äußerte sich jedoch nicht zu den Konditionen. Beobachter in der Region deuten das Zögern als taktisches Kalkül. Iran dürfte versuchen, die Unsicherheit über den einzuschlagenden Kurs zu nutzen, um Zugeständnisse herauszuhandeln, ohne das Gesicht zu verlieren. Die von Trump in den Raum gestellte Eskalation – die Wiederaufnahme und Ausweitung der als „Project Freedom“ bekannten Mission zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus – wäre für die islamische Republik existentiell. „Project Freedom Plus“, wie der Präsident es nannte, bedeute nicht nur die Begleitung von Handelsschiffen, sondern zusätzliche, nicht näher bezeichnete Maßnahmen.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz steht in diesem Krisenszenario viel auf dem Spiel. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Routen für den globalen Öl- und Gasverkehr. Sollte Trump seine Drohung wahr machen und die Durchfahrt militärisch kontrollieren, droht ein Sprung der Energiepreise, der Europa unmittelbar träfe. Die europäischen Außenministerien verfolgen die Entwicklung mit Sorge, haben aber bisher keine Vermittlungsinitiative ergriffen. Aus diplomatischen Kreisen in Berlin und Wien heißt es, man hoffe auf eine Deeskalation, sei aber für den Fall eines Scheiterns auf Notfallplanungen angewiesen. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob Teheran auf das von Washington gesetzte Ultimatum eingeht. Sollte die Antwort ausbleiben oder negativ ausfallen, dürfte die nächste Eskalationsstufe nicht lange auf sich warten lassen.
| Iranische & verwandte Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
Trump stellt Iran ein Ultimatum: Er erwartet heute Abend eine Antwort, andernfalls droht er mit dem 'Project Freedom Plus'. Seine Aussagen werden als widersprüchlich bezeichnet, der Druck auf Teheran wächst.
Trump sagt, er erwarte innerhalb weniger Stunden eine Antwort Irans auf einen US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Er äußert sich nicht dazu, ob Teheran absichtlich verzögert.
Trump kündigt die Möglichkeit einer Operation jenseits von 'Project Freedom' an, genannt 'Project Freedom Plus', falls das Abkommen nicht unterzeichnet wird. Er erwartet heute Abend ein Schreiben aus Iran.
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