
Trumps Wirtschaftskurs verliert Rückhalt: Fox-News-Umfrage alarmiert Republikaner
Eine aktuelle Fox-News-Umfrage schlägt innenpolitisch hohe Wellen: Erstmals seit 16 Jahren messen die Meinungsforscher einen Vorsprung der Demokraten von vier Prozentpunkten in der Frage, wem die Wähler die bessere Wirtschaftspolitik zutrauen. 52 Prozent der registrierten Wähler sprechen sich für die Partei von Joe Biden aus, nur 48 Prozent für die Republikaner. Aus Washingtoner Sicht ist dies ein Erdbeben – noch dazu, weil es vom konservativen Sender Fox News selbst stammt. Die Zustimmung zu Präsident Donald Trump in Wirtschaftsfragen fällt mit rund 34 Prozent so niedrig aus, dass CNN-Datenanalysten von einem „Sirenensignal für die Republikaner“ sprechen.
Die Misere beschränkt sich nicht auf das Wirtschaftsthema. Parallel dazu zeigt eine Erhebung des Instituts Verasight, dass Trump in mehreren entscheidenden Wählergruppen gleichzeitig an Boden verliert: Junge Wähler der Generation Z, politisch Unabhängige und sogar traditionelle Republikaner entfernen sich von ihm. Ben Leff, Chef von Verasight, sieht einen Vertrauensverlust, der auf gebrochene Versprechen zurückgeht. Gerade junge Amerikaner hätten auf sinkende Preise und die Vermeidung neuer Kriege gehofft – nun fühlten sich viele „betrogen“. Der Stimmungsumschwung ist umso gefährlicher für Trump, weil er mehrere Blöcke auf einmal erfasst und ihm kaum Spielraum für eine gezielte Rückgewinnung lässt.
Für Beobachter in Berlin, Wien und Bern sind diese Entwicklungen von unmittelbarem Interesse. Ein geschwächter Präsident, der innenpolitisch unter Druck steht, neigt erfahrungsgemäß zu außenwirtschaftlichen Alleingängen – etwa verschärften Zöllen oder einem aggressiveren Auftreten in Handelskonflikten. Die deutsche Wirtschaft, allen voran die exportstarke Industrie, wäre davon direkt betroffen. Zugleich eröffnet ein sinkender Rückhalt Trumps der Europäischen Union die Chance, in Handelsgesprächen selbstbewusster aufzutreten. Die politische Lähmung im Weißen Haus könnte zudem die transatlantische Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen erschweren, da Trump innenpolitische Mehrheiten für Hilfen an die Ukraine wohl noch schwerer zu beschaffen wären.
Blickt man voraus, zeichnet sich eine zunehmende Abhängigkeit der republikanischen Strategie von der Wirtschaftsentwicklung ab. Sollten die Inflationsraten in den USA nicht spürbar sinken, könnte die Stimmung bis zu den Kongresswahlen 2026 kippen. Die Demokraten wittern Morgenluft, doch eine vorschnelle Euphorie wäre verfehlt: Trump hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er sich auch aus tiefen Umfragetälern befreien kann. Entscheidend wird sein, ob seine Administration die Themen Inflation und Kriegsangst wieder in den Griff bekommt – oder ob der Vertrauensverlust unter den jüngeren und unabhängigen Wählern dauerhaft wird.
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