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Ausgabe von 06:00 CETSamstag, 8. August 2026
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Dienstag, 12. Mai 2026

Kriegsvertreibungen erreichen neuen Höchststand: Konflikte überholen Naturkatastrophen

Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen vertreiben Kampfhandlungen mehr Menschen als Überschwemmungen und Stürme. Der Sudan treibt die Zahlen in die Höhe.

Die globale Krise der Vertreibung hat im Jahr 2025 eine neue Dimension erreicht. Nach einem Bericht des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) wurden weltweit 32,3 Millionen Menschen durch bewaffnete Konflikte und Gewalt innerhalb ihrer eigenen Länder zur Flucht gezwungen – ein Anstieg um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erstmals mehr als die durch Naturkatastrophen verursachten 29,9 Millionen Vertreibungen. Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates, spricht von einem „Zeichen des globalen Zusammenbruchs“ des Schutzes von Zivilisten. In einer Welt, die sich zunehmend in langwierigen, hybriden Kriegen verfängt, verliert die humanitäre Architektur an Boden, warnt er.

Kein Konflikt treibt diese Entwicklung so dramatisch voran wie der Bürgerkrieg im Sudan. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind mittlerweile rund 15 Millionen Sudanesen auf der Flucht – das entspricht fast einem Drittel der Bevölkerung. Die Zahl der Binnenvertriebenen hat sich seit dem Ausbruch der Kämpfe im April 2023 mehr als verdreifacht und liegt bei 11,58 Millionen. In den zwei Jahren des Krieges registrierte die IOM 805 separate Fluchtbewegungen, eine neue alle 33 Stunden. Aus Washingtoner Sicht zeigt sich hier die für den Nahen Osten und Ostafrika folgenschwere Lücke einer ausbleibenden Diplomatie, während Beobachter in Peking die strategischen Rohstoffinteressen und die Rolle externer Waffenlieferungen in dem Konflikt betonen.

Besonders verheerend ist der Einsatz bewaffneter Drohnen. Wie Volker Türk, der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, mitteilte, töteten Drohnenangriffe zwischen Januar und April 2026 mindestens 880 Zivilisten – mehr als 80 Prozent aller zivilen Kriegstoten in diesem Zeitraum. Die Waffensysteme erlauben den Kriegsparteien, unabhängig von Gelände und Jahreszeit zuzuschlagen, und drohen, die Kämpfe selbst während der Regenzeit fortzusetzen. Die Regionen Kordofan und Darfur sind Epizentren der Gewalt, oft mit ethnischem Einschlag. Aus Berliner Perspektive wirft die Industrialisierung der Tötung durch Drohnen im Sudan die Frage auf, inwieweit deutsche Rüstungsexportkontrollen und UN-Embargos noch greifen. Für die Schweiz und Österreich, deren humanitäre Organisationen vor Ort tätig sind, verschärft sich die Sicherheitslage für Helfer dramatisch.

Die Summe aller gewaltsamen und klimabedingten Vertreibungen lag 2025 bei mindestens 82,2 Millionen Menschen – nahezu die Einwohnerzahl Deutschlands. Während die europäischen Staaten über Migrationspakte und Grenzsicherung debattieren, wächst der Druck auf die Nachbarstaaten der Konfliktregionen, vor allem im Tschad und im Südsudan. Ohne ein entschlossenes Eingreifen des UN-Sicherheitsrates, so analysieren Diplomaten in Genf, droht das Instrumentarium des Völkerrechts angesichts der rasanten technologischen und strategischen Entwicklung der Kriegsführung endgültig obsolet zu werden. Die Zahl der Vertriebenen dürfte 2026 weiter steigen, denn die Waffenruhe im Sudan bleibt fern.

Divergenz — wer erzählt sie wie
45%Mittel
2 Blöcke · Positionen von −0.30 bis +0.60
KritischWohlwollend
GLFALM
Abweichung zwischen Presseblöcken
Arabische Golfpresse+0.60aligned
Arabische Levante-Maghreb-Presse−0.30critical
Arabische Golfpresse+0.60

Die Golfpresse rahmt die Rekordvertreibungen als Folge der iranischen Aggression und betont die Widerstandsfähigkeit der VAE und zukunftsorientierte Investitionen trotz des regionalen Chaos. Der Konflikt bedroht die globale Energiesicherheit, doch der Golf bleibt ein Bollwerk der Stabilität und Innovation.

AlarmTriumphPragmatismus
Arabische Levante-Maghreb-Presse−0.30

Die Presse der Levante und des Maghreb konzentriert sich auf die horrenden Kriegskosten und den fragilen Waffenstillstand und stellt fest, dass die Vertreibungskrise durch anhaltende Instabilität und direkte Sicherheitsbedrohungen wie die Infiltration in Kuwait verschärft wird. Der Schwerpunkt liegt auf der Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung und einer gerechten Vertretung Afrikas in globalen Foren.

AlarmSkepsisPragmatismus
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Dienstag, 12. Mai 2026

Kriegsvertreibungen erreichen neuen Höchststand: Konflikte überholen Naturkatastrophen

Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen vertreiben Kampfhandlungen mehr Menschen als Überschwemmungen und Stürme. Der Sudan treibt die Zahlen in die Höhe.

Die globale Krise der Vertreibung hat im Jahr 2025 eine neue Dimension erreicht. Nach einem Bericht des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) wurden weltweit 32,3 Millionen Menschen durch bewaffnete Konflikte und Gewalt innerhalb ihrer eigenen Länder zur Flucht gezwungen – ein Anstieg um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erstmals mehr als die durch Naturkatastrophen verursachten 29,9 Millionen Vertreibungen. Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates, spricht von einem „Zeichen des globalen Zusammenbruchs“ des Schutzes von Zivilisten. In einer Welt, die sich zunehmend in langwierigen, hybriden Kriegen verfängt, verliert die humanitäre Architektur an Boden, warnt er.

Kein Konflikt treibt diese Entwicklung so dramatisch voran wie der Bürgerkrieg im Sudan. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind mittlerweile rund 15 Millionen Sudanesen auf der Flucht – das entspricht fast einem Drittel der Bevölkerung. Die Zahl der Binnenvertriebenen hat sich seit dem Ausbruch der Kämpfe im April 2023 mehr als verdreifacht und liegt bei 11,58 Millionen. In den zwei Jahren des Krieges registrierte die IOM 805 separate Fluchtbewegungen, eine neue alle 33 Stunden. Aus Washingtoner Sicht zeigt sich hier die für den Nahen Osten und Ostafrika folgenschwere Lücke einer ausbleibenden Diplomatie, während Beobachter in Peking die strategischen Rohstoffinteressen und die Rolle externer Waffenlieferungen in dem Konflikt betonen.

Besonders verheerend ist der Einsatz bewaffneter Drohnen. Wie Volker Türk, der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, mitteilte, töteten Drohnenangriffe zwischen Januar und April 2026 mindestens 880 Zivilisten – mehr als 80 Prozent aller zivilen Kriegstoten in diesem Zeitraum. Die Waffensysteme erlauben den Kriegsparteien, unabhängig von Gelände und Jahreszeit zuzuschlagen, und drohen, die Kämpfe selbst während der Regenzeit fortzusetzen. Die Regionen Kordofan und Darfur sind Epizentren der Gewalt, oft mit ethnischem Einschlag. Aus Berliner Perspektive wirft die Industrialisierung der Tötung durch Drohnen im Sudan die Frage auf, inwieweit deutsche Rüstungsexportkontrollen und UN-Embargos noch greifen. Für die Schweiz und Österreich, deren humanitäre Organisationen vor Ort tätig sind, verschärft sich die Sicherheitslage für Helfer dramatisch.

Die Summe aller gewaltsamen und klimabedingten Vertreibungen lag 2025 bei mindestens 82,2 Millionen Menschen – nahezu die Einwohnerzahl Deutschlands. Während die europäischen Staaten über Migrationspakte und Grenzsicherung debattieren, wächst der Druck auf die Nachbarstaaten der Konfliktregionen, vor allem im Tschad und im Südsudan. Ohne ein entschlossenes Eingreifen des UN-Sicherheitsrates, so analysieren Diplomaten in Genf, droht das Instrumentarium des Völkerrechts angesichts der rasanten technologischen und strategischen Entwicklung der Kriegsführung endgültig obsolet zu werden. Die Zahl der Vertriebenen dürfte 2026 weiter steigen, denn die Waffenruhe im Sudan bleibt fern.

Divergenz — wer erzählt sie wie
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Arabische Golfpresse+0.60aligned
Arabische Levante-Maghreb-Presse−0.30critical
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Die Golfpresse rahmt die Rekordvertreibungen als Folge der iranischen Aggression und betont die Widerstandsfähigkeit der VAE und zukunftsorientierte Investitionen trotz des regionalen Chaos. Der Konflikt bedroht die globale Energiesicherheit, doch der Golf bleibt ein Bollwerk der Stabilität und Innovation.

AlarmTriumphPragmatismus
Arabische Levante-Maghreb-Presse−0.30

Die Presse der Levante und des Maghreb konzentriert sich auf die horrenden Kriegskosten und den fragilen Waffenstillstand und stellt fest, dass die Vertreibungskrise durch anhaltende Instabilität und direkte Sicherheitsbedrohungen wie die Infiltration in Kuwait verschärft wird. Der Schwerpunkt liegt auf der Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung und einer gerechten Vertretung Afrikas in globalen Foren.

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